Wer an Kühe aus dem Wallis denkt, dem kommen wohl zuerst Eringerkühe und die Ringkuhkämpfe in den Sinn. Doch es geht auch anders. An der Verbandsausstellung von Swissherdbook Wallis vom Sonntag, 12. April, standen nicht weniger als 253 Kühe, verteilt auf 29 Kategorien, im Katalog. Präsentiert wurden sie in der Arena Goler in Raron. Vertreten waren Tiere der Rassen Simmental (SI), Swiss Fleckvieh (SF), Red Holstein/Holstein (RH/HO), Original Braunvieh (OB) und Brown Swiss (BS).

Manfred Seiler dominiert den Tag

Von der Verbandsausstellung fuhren zahlreiche Tiere mit einem Missen-Titel zurück in den heimischen Stall. Denn gekürt wurde nicht nur eine Tages-Miss über alle Rassen. Nein, im Wallis wurde in jeder Rasse das schönste Rind gekürt. Ausserdem wurden bei den Kühen (Juniorkühe und Seniorkühe ab 2. Laktation) von jeder Rasse eine Junior-Miss, eine Miss und eine Schöneuter-Miss gewählt. Ein Name, der im Lauf des Tages öfters fiel, lautet Manfred Seiler aus Blitzingen VS. Bei den Juniortieren stellte er bei der Rasse RH/HO sowohl die Miss als auch die Schöneuter-Siegerin. Auch die Miss SF und die Miss RH/HO-Schöneuter der älteren Tiere stammen aus seinem Stall. Daneben entschied er auch noch den Züchtercup über die Fleckvieh-Rassen für sich.

Angereist als Richter waren Daniel Wüthrich für die Rasse SI, Reto Beer für SF, Christian Aegerter für RH/HO und Roger Kämpf für das Braunvieh. Mehrfach war von ihnen zu hören, dass die Entscheidungen nicht leichtgefallen seien.

Das sind die Rinder-Missen

SI: Azaleo Arabelle, vom Gruberhof Ulrichen, aus Ulrichen.
SF: Lussenhof`s Lorbas Larina P, Hubert und Patrick Jost, Obergesteln.
RH/HO: Sun Valley Troy Matilda, Roman und Alexandrine Wyssen, Susten.
BS: Volkens Eminem Evita, Alex Volken, Grengiols.
OB: Voran Viola, Michael Christen, Binn.

Das sind die Junior-Missen und Junior-Schöneuter

Miss RH/HO: Schatt Power Bogota und Schöneuter RH/HO: Mattenhof Unix Hotstoff, beide aus dem Stall von Manfred Seiler, Blitzingen.
Miss SF: Lussenhof`s Roxel Roxy, Hubert und Patrick Jost, Obergesteln.
SF-Schöneuter: Lengi`s Lorbas Loorena, Fabian und Sabine Lengen, Zeneggen.
Miss SI: Samir Alaska, Gruberhof Ulrichen, Ulrichen.
SI-Schöneuter: Cyrill Sennerin, BG Andermatten und Bellwald, Eisten.
Miss OB: Imoberdorf`s Harlei Alaska, René Imoberdorf, Münster.
OB-Schöneuter: Omar Gisela, René und Daniela Niederberger, Münster.
Miss BS: Heinen`s Ronaldo Stella, René und Marcel Heinen, Grengiols.
BS-Schöneuter: Adee Andora, René Imoberdorf, Münster.

Sie holten die Missen- und Schöneuter-Missen-Titel der Kühe (ab 2. Laktation)

Miss RH/HO: Sun Valley Denis SG Cayun von Roman und Alexandrine Wyssen aus Susten.
RH/HO-Schöneuter: Fleury Frieda, Manfred Seiler, Blitzingen.
Miss SF: Kilian Paloma, Manfred Seiler, Blitzingen.
SF-Schöneuter: Lengi`s Lorbas P Florentina, Fabian und Sabine Lengen, Zeneggen.
Miss SI: Teo Amira, BG Andenmatten und Bellwald, Mund.
Schöneuter-SI: Mühlehof Amarone Paloma, Lars und Vinzenz Zenhäusern, Bürchen.

Eine Champion bei den Dauerleistungskühen

Champion über alle Dauerleistungskühe wurde die Simmentalerkuh Graf`s Fels Lisi von Nadia und Steven Kalbermatter aus Mund VS. Sie wurde im Januar 2016 geboren und weist bislang eine Lebensleistung von 46 588 kg Milch bei 3,88 % Fett und 3,71 % Eiweiss auf. Auch drei Züchtercups wurden durchgeführt. Dies in den Kategorien Rinder Braunvieh, Rinder Fleckvieh und Kühe Fleckvieh. Beim Braunvieh holte sich Michael Christen aus Binn VS mit den OB-Tieren Edelweiss Ortensia und Voran Viola den Titel. Bei den Fleckviehrindern gewann Joas Rindlisbacher mit seinen Swiss-Fleckviehtieren Wichtelhof Harry Marisa P und Wichtelhof Florino Finette den Titel. Bei den Kühen wurden jeweils drei Tiere zusammen präsentiert. Den Züchtercup Fleckvieh gewann Holsteinzüchter Manfred Seiler aus Blitzingen mit Power Pia, Bad Brezel und Fleury Frieda.

Der Grund für die zahlreichen Miss-Titel 

Die Viehzucht im Bergkanton Wallis wird mit viel Herzblut betrieben. Zudem bestehe ein gutes Einvernehmen zwischen den verschiedenen Rassesektionen. Das betonte der Präsident Fabian Lengen gegenüber der BauernZeitung. Das soll auch so bleiben. Daher sei es den Verantwortlichen wichtig, nicht eine Tages-Miss vom Anlass zu küren, sondern rasseweise die Missen-Titel zu vergeben, auch wenn das mit mehr Aufwand verbunden sei. Dass die Walliser Tiere, die vielfach gesömmert werden, nicht ganz an die Leistungen ihrer Kolleginnen aus Acker- und Futterbaugebieten anknüpfen können, stört die Züchterfamilien nicht. Die grosse Freude derer, die einen Titel gewannen, war deutlich seh- und manchmal auch hörbar.