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Ein Herzensprojekt aus dem Emmental: Der über 30-jährige Bauernlehrpfad ist modernisiert und neu belebt

Der Bauernlehrpfad zwischen Ramsei und Zollbrück im Emmental erstrahlt nach einer umfassenden Erneuerung in neuem Glanz. Die 7,3 Kilometer lange Strecke lädt mit frischen Inhalten sowie modern gestalteten Posten zum Entdecken und Verweilen ein.

Der Bauernlehrpfad zwischen Ramsei BE und Zollbrück BE wurde erneuert und neugestaltet. Im Jahr 1991 wurde dieser von Studierenden und ehemaligen Studenten der HAFL gegründet und verwirklicht. Bereits 2004 wurden erste Erneuerungsarbeiten durchgeführt. Doch auch diese liegen inzwischen mehr als 20 Jahre zurück. Heinz Kämpfer setzte sich für den Erhalt des Pfads ein und übernahm die Projektleitung. Für ihn war dies eine Herzensangelegenheit und zugleich eine seiner letzten Aufgaben in den landwirtschaftlichen Organisationen.

Der Startschuss zur Erneuerung

An einem Tourismusgipfel wurde der Projektleiter auf den Bauernlehrpfad und seinen Zustand angesprochen. Er sei in die Jahre gekommen und passe nicht mehr zu den heutigen gesellschaftlichen Entwicklungen, wurde ihm mitgeteilt. Die Auffrischung des Weges war bereits vor Jahren ein Thema bei Landwirtschaft Emmental. Zwei Anläufe kamen jedoch wegen Zeitmangel und fehlender Ressourcen nicht zustande. So stellte sich die Frage: erneuern oder abbauen? «Das hat mir keine Ruhe gelassen und für mich war klar: Das darf nicht passieren, wir müssen etwas unternehmen», sagt Heinz Kämpfer.

So entstand die neue Projektgruppe

Ganz so einfach liess sich das nicht umsetzen. Schon der erste interessierte Student der Hochschule für Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften (HAFL) sagte wieder ab. «Er war für einen dreimonatigen Austausch im Ausland und es gefiel ihm dort so gut, dass er gleich geblieben ist», erzählte Kämpfer lachend. So musste er sich weiter auf die Suche nach geeigneten Personen machen. Natürlich musste jemand aus der Organisation «Landwirtschaft Emmental» mit dabei sein. Der Präsident Beat Gerber unterstützte das Projekt mit grosser Freude.

Infolge eines Telefonates sagte ihm auch sein ehemaliger Lehrer der Landwirtschaftlichen Schule Ernst Flückiger zu. Sie konnten mit Hanspeter Bärtschi einen einheimischen Landwirt dazu gewinnen und dazu Larissa Grossenbacher als wissenschaftliche Mitarbeiterin des Inforamas. Gemeinsam holten sie eine neue HAFL-Studentin ins Team.

Sie schrieb im Rahmen ihres Studiums eine Semesterarbeit über den Bauernlehrpfad. Mit der Unterstützung des Landwirtschaftlichen Informationsdienstes (LID) konnten erste Konzepte und Kostenschätzungen erstellt werden. Dabei zeigte sich, dass es für die Finanzierung Sponsoren und Gönner benötigte. Das Emmental ist sehr verwurzelt, und wenn Emmentaler etwas machen, dann mit Leidenschaft und Herzblut. Deshalb gestaltete sich die Zusammenarbeit reibungslos und jeder hatte die gleiche Vision: «Eine Brücke zwischen Stadt und Land zu schaffen», erwähnte Kämpfer.

Ein Herzensprojekt aus dem Emmental: Der über 30-jährige Bauernlehrpfad ist modernisiert und neu belebt
So sehen die neuen Informationstafeln aus.

Der Bauernlehrpfad und seine Werte

Die Besucher(innen) erwarten eine Strecke von 7,3 km, 11 verschiedene Posten mit informativen Tafeln und Quizfragen und eine schöne Kulturlandschaft durchs Emmental. Der Bauernlehrpfad ist ideal für Familien, Schulklassen und alle Naturbegeisterten. Egal ob zu Fuss, mit dem Fahrrad oder Bike. Der Pfad führt durch verschiedene Ackerlandschaften, Wiesen und Wälder bis hin zu Bauernhöfen. Unterwegs lädt eine Brätlistelle zum Verweilen und Grillieren ein. Bei jedem Posten werden die Besucher(innen) mit leicht verständlichen Informationen über die Landwirtschaft aufgeklärt. Dabei ist das Ziel immer: entdecken – staunen – lernen.