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Stammkuh Baunty erzielt 94 Punkte – heuer die höchste Punktzahl bei Swissherdbook

Die Zuchtfamilienschau ist ein Höhepunkt der Züchterfamilie von Dach aus Werdthof-Kappelen BE. 2026 erzielten sie mit ihrer Stammkuh Baunty 94 von 100 Punkten und damit heuer die schweizweit höchste Wertung.

94 von 100 möglichen Punkten. Als im April der Experte Christian Aegerter vom Bernischen Fleckviehzuchtverband dieses Ergebnis der Zuchtfamilie um die Swiss-Fleckvieh-Stammkuh Baunty der Familie von Reto und Markus von Dach aus Werdthof-Kappelen BE bekanntgab, strahlten alle Familienmitglieder.

Schon im Jahr zuvor ein Spitzenergebnis

Denn die Madison-Tochter und ihre Nachkommen erzielten damit einen Spitzenwert (siehe Kasten) oder wie es Aegerter ausdrückte: «Das ist eine der höchsten Punktzahlen, die ich schreiben darf.» Bereits im vergangenen Jahr erzielte Familie von Dach aus dem Berner Seeland bei der Präsentation einer Zuchtfamilie das Spitzenergebnis von 93 Punkten.

Damals verschlug es dem Vollblutzüchter Reto von Dach glatt die Sprache. Heuer schien er etwas gefasster zu sein. Er habe zwar mit einem guten Ergebnis gerechnet, dass es aber noch für einen Punkt mehr reiche, das hätte er trotzdem nicht gedacht, «es ist extrem schön», erklärte er im April freudig.

Der Seeländer Präsident zeigt sich stolz

Als Gast anwesend war Walter Rolli, Präsident der Vereinigung Seeländischer Fleckviehzuchtgenossenschaften. Auch er zeigte sich über das Resultat der Zuchtfamilie erfreut. Zudem schürte er bei von Dachs die Hoffnung, dass dieses Ergebnis heuer vielleicht für die höchste Punktzahl aller Swissherdbook-Zuchtfamilienschauen reichen könnte. Er sollte recht behalten.

Stammkuh Baunty erzielt 94 Punkte – heuer die höchste Punktzahl bei Swissherdbook
Christian Aegerter (links) und Heinz Baur (rechts) beurteilen die vorgeführte Tiere.

Ein weiteres Mal fehlen Reto von Dach die Worte, als er am Montag (11. Mai) am Telefon erfährt, dass Bauntys 94 Punkte den schweizweit höchsten Wert aller Zuchtfamilienschauen von Swissherdbook bedeuten. Dies bestätigte zuvor Sandra Staub von Swissherdbook gegenüber der BauernZeitung.

Die Zuchtfamilien für eine Präsentation anzumelden, ist Sache des Züchters, erklärt Christian Aegerter jeweils an den Präsentationen der Tiere auf den Höfen. Heuer seien rund 220 Familien angemeldet worden, davon würden etwa zwei Drittel aus dem Kanton Bern stammen.

Die Anzahl beurteilter Zuchtfamilien liegt etwas höher als in den Vorjahren, weiss Sandra Staub. Hingegen seien heuer etwas weniger Ergebnisse mit über 90 Punkten erzielt worden.

Ein KB-Stier aus der Linie, heisst das Ziel

Der Erfolg bedeutet für Reto von Dach nun, die SF-Zucht weiter voranzutreiben. Einfach wird das nicht, weiss er, denn: «Die Auswahl an Stieren ist klein. Das ist ein grosses Manko.»

Er hofft jetzt, dass er mit der Linie um Baunty einen KB-tauglichen Muni heranzüchten könne. Denn dass die Linie passe, hätten die Zahlen gezeigt, betont er.

Das Maximum bei der Leistung erzielt

Baunty holte bei den Leistungsmerkmalen überall das Maximum. Sie hat in fünf Laktationen bereits 48 000 Kilogramm Milch bei durchschnittlichen Gehalten von 3,74 % Eiweiss und 4,05 % Fett gegeben. Auch ihre Nachkommen erzielten das Maximum.

«Solch hohe Zahlen bei den Punkteleistungen bei Zuchtfamilien habe ich noch nie gesehen», zeigte sich Experte Christian Aegerter, der die Zuchtfamilie zusammen mit Heinz Baur von Swissherdbook begutachtete, beeindruckt. Die Familie erreichte im Leistungsbereich daher das Maximum von 50 Punkten. Der Durchschnitt liege bei etwa 35 Punkten.

Auch die Töchter überzeugen

Auch bei der Beurteilung des Exterieurs überzeugte die Zuchtfamilie. Christian Aegerter lobte etwa die solide obere Linie, das sehr starke Fundament und das starke Zentralband sowie die sehr gute Hintereuteransicht der Stammkuh. Baunty erreichte 5,5 von 6 möglichen Punkten. Ihre Nachkommen wissen ebenfalls zu gefallen und holten 30,5 von 34 Punkten.

Schon im vergangenen Jahr war Baunty, damals neben ihrer Mutter Belle angebunden, Teil der präsentierten Zuchtfamilie. Heuer jedoch stand sie als Stammkuh an erster Stelle. Daneben standen ihre Töchter Bavaria (Vater Regan), Blue (Roxel), Bonita (Roxel) und Bijou (Rockman).

Das ist eine Zuchtfamilie

Weibliche Zuchtfamilienschauen (ZF) zeichnen langlebige Zuchtkühe aus, die überdurchschnittliche Leistungen erbringen und vererben. Mithilfe dieser Nachzuchtpräsentationen werden wertvolle Kuhfamilien erkannt, und es kann mit diesen Familien gearbeitet werden. Die Zuchtfamilien werden im Frühling aufgeführt, beurteilt werden sie jeweils von einem Experten von Swissherdbook und einem Vertreter des jeweiligen Kantons, heisst es bei Swissherdbook. Die Einstufung wird auf dem Betrieb vorgenommen. Von den 100 möglichen Punkten können die Experten höchstens 50 für das Exterieur, also die äussere Erscheinung, vergeben. Ebenfalls höchstens 50 Punkte basieren auf den Leistungsmerkmalen. Die Beurteilung der Produktion geschieht anhand der Kriterien Zuchtwert (ZW) Milch, Inhaltsstoffe (Fett %, Eiweiss %) und Index Produktion Leistung (IPL) und Zellzahlen. Beim Exterieur gibt es Punkte für die Stammkuh, alle aufgeführten Nachkommen und den Gesamteindruck der Zuchtfamilie. Diese wird danach in eine Qualitätsstufe A, B oder C eingeteilt: Für die Klasse A benötigt man 75 und mehr Punkte, für Klasse B 65 bis 74 Punkte und für Klasse C unter 65 Punkte. Neben einer Stammkuh mit mindestens fünf Milchleistungsabschlüssen braucht es ebenfalls vier direkte Nachkommen. Dies können Töchter und Söhne sein, wobei zwingend zwei Töchter mit je einer abgeschlossenen Laktation dazugehören müssen.