Die Landi Düdingen-Guin blickt auf ein intensives, aber erfolgreiches Geschäftsjahr 2025 zurück. An der Generalversammlung in St. Antoni wurde deutlich: Trotz anspruchsvoller Rahmenbedingungen ist die Genossenschaft auf stabilem und zukunftsorientiertem Kurs.
Präsident Ivo Hayoz sprach von einem «bedeutenden Entwicklungsschritt». Die Fusion der Landi Sense-Düdingen mit der Landi Courtepin habe die Organisation stark gefordert, aber auch neue Perspektiven eröffnet.
Prozesse mussten vereinheitlicht, Informatiksysteme zusammengeführt und Strukturen angepasst werden – und dies parallel zu mehreren grossen Bauprojekten. Der Verwaltungsrat und die Geschäftsleitung dankten den Mitarbeitenden ausdrücklich für ihren grossen Einsatz.
Fusion stärkt die Genossenschaft
Mit über 1000 Mitgliedern und mehr als 100 Mitarbeitenden gehört die Landi Düdingen-Guin heute zu den bedeutenden regionalen Genossenschaften.
Die Fusion brachte einen deutlichen Wachstumsschub. Der Gesamtumsatz stieg von 48,1 Millionen auf 62,5 Millionen Franken. Besonders stark entwickelte sich der Agrarbereich, dessen Umsatz von knapp 18 Millionen auf über 25 Millionen Franken zunahm. Verantwortlich dafür waren vor allem die sehr gute Getreide- und Maisernte sowie die hohe Auslastung der Trocknungsanlage.
Trotz hoher Investitionen konnte erneut ein Gewinn erwirtschaftet werden. Die Mitglieder erhielten wiederum eine Rückvergütung, und die Revisionsstelle bestätigte eine ordnungsgemässe Rechnungsführung.
Hervorragende Ernten im Pflanzenbau
Die Produzenten profitierten 2025 von günstigen Wetterbedingungen: Insgesamt übernahm die Landi über 12 700 Tonnen Getreide und Ölsaaten – rund 36 Prozent mehr als im schwierigen Vorjahr. Besonders beim Brotgetreide stiegen die Mengen stark an: von rund 4100 auf fast 6000 Tonnen.
Die Qualität der Ernte fiel grösstenteils erfreulich aus. Trotz Regenperioden im Juli erfüllten die meisten Partien die geforderten Protein- und Hektoliterwerte. Probleme mit Mutterkorn traten kaum auf.
Die Vertragsmengen bei Raps und Sonnenblumen blieben hoch. Gleichzeitig gewann die Produktion von Spezialkulturen sowie pestizidfrei produziertem Brotgetreide weiter an Bedeutung.
Stabil entwickelte sich zudem die Mischfutterproduktion im Werk Düdingen mit rund 4800 Tonnen. Besonders gefragt bleiben individuell zusammengestellte «Bauern-Mischungen».
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Rekordjahr für die Trocknungsanlage
Ein Schwerpunkt war die Modernisierung der Trocknungsanlage in Tafers. Dort wurden 2025 neue Rekorde erzielt: Insgesamt stellte die Anlage über 13 700 Tonnen Trockenprodukte her. Allein beim Mais wurde mit 8668 Tonnen ein historischer Höchstwert erreicht. Ebenfalls sehr erfolgreich sind Strukturballen (5200 Ballen) und Luzerne-Würfel.
Die hohe Auslastung brachte Personal und Technik zeitweise an die Grenzen. Während Spitzenzeiten bestanden Wartelisten von bis zu einer Woche. In den Wintermonaten liefen umfangreiche Bauarbeiten für die Erneuerung der Trocknungslinie.
Geschäftsleiter Lukas Lehmann ist stolz darauf, dass die neue Infrastruktur erfolgreich in Betrieb genommen werden konnte. Das Herzstück ist eine neue Trocknungstrommel mit fünf Metern Durchmesser und 16 Metern Länge. Dazu kommen Bandkühler, Würfelpressen und die Lose-Silo-Anlage. Mit der neuen Technik wird die Energieeffizienz deutlich verbessert. Ein Teil der eingesetzten Wärme wird wiederverwendet, gleichzeitig steigt die Qualität des produzierten Trockenfutters.
Millioneninvestitionen in Infrastruktur
Insgesamt investierte die Landi Düdingen-Guin im vergangenen Jahr rund drei Millionen Franken. Die Verantwortlichen betonten, dass die Genossenschaft in den vergangenen Jahren praktisch sämtliche erwirtschafteten Mittel wieder investiert habe.
Und es folgen weitere Investitionen. So wird momentan der Silo-Anbau in Düdingen in ein Bürogebäude umgebaut. Und beim Top-Shop ist ein Ausbau vorgesehen: Der Pflanzen- und Blumenbereich soll mit einer rund 200 Quadratmeter grossen Überdachung besser vor Regen und Sommerhitze geschützt werden.
Detailhandel bleibt wichtig
Positiv entwickelte sich auch der Detailhandel. Besonders das Frühjahrsgeschäft mit Blumen, Pflanzen und Gartenartikeln verlief erfolgreich. Der Landi-Laden Tafers erreichte erneut einen Umsatz von rund 7,3 Millionen Franken.
Die Verantwortlichen stellten jedoch fest, dass der Strukturwandel im Detailhandel weitergeht. Während der Onlinehandel wächst, ist die Kundenfrequenz im stationären Handel leicht rückläufig. Trotzdem konnten sich die meisten Standorte behaupten.
Im Energiebereich gingen die Verkäufe von Heizöl leicht zurück. Stabil entwickelten sich dagegen Tankstellen, Holzpellets und alternative Energieangebote.
Frühzeitige Nachfolge geregelt
Ein wichtiges Thema war die Nachfolge von Geschäftsleiter Lukas Lehmann, der Ende 2026 pensioniert wird. Als sein Nachfolger wurde Fabrice Hardegger bestimmt. Der 25-jährige Pflanzenwissenschaftler stammt aus der Region. Er arbeitet sich im Moment ein und wird ab dem 1. Januar 2027 Mitglied der Geschäftsleitung werden und den Agrarbereich der Landi leiten.
Antonia Krattinger wurde im September 2025 in die Geschäftsleitung befördert. Sie übernimmt Verantwortung für die Bereiche Energie, Risikomanagement, Compliance, Arbeitssicherheit und Nachhaltigkeit.
In den Verwaltungsrat wurde der Landwirt André Linder aus Heitenried gewählt.
Ehrungen und emotionale Momente
Emotional geprägt wurde das Jahr durch den unerwarteten Tod des Vizepräsidenten Donat Jenny. Sein langjähriges Engagement für die Genossenschaft wurde auf der Versammlung mehrfach gewürdigt.
Geehrt wurden zudem mehrere langjährige Mitarbeitende. Von Lukas Lehmann besonders hervorgehoben wurden ihr Fachwissen, ihre Loyalität und ihre grosse Einsatzbereitschaft.
David Käser, Leiter Landi Mittelland bei Fenaco, gratulierte der Landi Düdingen zur erfolgreichen Fusion, zum qualitativ hochwertigen Geschäftsbericht sowie zur frühzeitigen Nachfolgeregelung innerhalb der Geschäftsleitung. Er würdigte den grossen Einsatz aller Beteiligten und dankte insbesondere Lukas Lehmann für die langjährige Zusammenarbeit.
Zum Abschluss dankten Verwaltungsrat und Geschäftsleitung allen Mitarbeitenden, Mitgliedern und Partnerorganisationen für ihre Unterstützung. Die erfolgreiche Fusion, moderne Infrastrukturen und die starke regionale Verankerung bilden aus Sicht der Verantwortlichen eine solide Grundlage für die Zukunft der Landi Düdingen-Guin.