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Palastrevolte bei der IG Bio Weide-Beef

Die IG Bio Weide-Beef hat an der kürzlichen GV den Präsidenten abgewählt und zwei Drittel des Vorstands verloren. Hintergrund ist die Anerkennung der Migros-Tochter Micarna als Vermarkterin. Das wollte sich ein Teil der Produzenten und der bisherigen Vermarkter nicht bieten lassen.


Publiziert: 22.03.2019 / 18:20

Es muss ziemlich dicke Luft geherrscht haben an der Generalversammlung der IG Bio Weide-Beef (BWB) am 14. März in Landquart. Zwar hatte man vorsichtshalber die Medien gar nicht eingeladen, aber so wie das meistens ist, wenn man Hockdruck unter dem Deckel halten will, kommen die Ereignisse früher oder später trotzdem zum Vorschein, diesmal in Form eines Artikels von "Agri Hebdo". Aber der Reihe nach.

Migros ist Eigentümerin des Labels

Im vergangenen November waren der Vorstand und namentlich der Präsident anlässlich einer ausserordentlichen GV in Zürich unter starken Druck der Mitglieder gekommen. Grund: Das Leitungsgremium hatte ohne vorgängige Konsultation des Fussvolkes die Migros-Tochter Micarna (mit ihrer neuen Handels-App) als Vermarkterin akzeptiert. Bisher war diese Rolle der Linus Silvestri AG, dem Beef Pool, der IPS Kuvag und der Fidelio Biofreiland vorbehalten gewesen.

Diese arbeitsteilige Struktur ist den meisten Mitgliedern und den bisherigen Vermarktern offenbar ebenso wichtig, wie die enge Beziehung zur Migros. Diese ist Eigentümerin des Labels Bio Weide-Beef und die Tiere werden hauptsächlich in ihrem Kanal geschlachtet und vermarktet. Dass nun aber auch noch der Handel teilweise in die Hände der Migros bzw. der Micarna übergehen sollte, hat das Fass zum Überlauf gebracht.

Diesen Schritt wollte eine Mehrheit der in Landquart Versammelten nicht mittragen. Ebenfalls zu viel Unmut geführt hat offenbar der Entscheid der Migros, das bestpreisige Schlachtgewicht auf 280 Kilo zu senken, diese Neuerung wurde auf Anfang 2019 eingeführt.

Sämtliche Migros- und Handelsvertreter gehen

In Landquart ist der Präsident Daniel Kalberer nach gehässigen Diskussionen mit 50 zu 19 Stimmen abgewählt worden. Aufgrund dieser Abwahl haben dann auch zwei weitere Produzenten und sämtliche Migros-Vertreter, nämlich Bernhard Kammer vom Migros Genossenschafts-Bund, sowie Ernst Graber von Micarna und Udo Rudi Manz von Migros Ostschweiz den Vorstand verlassen. Schon vor der Versammlung hatte Linus Silvestri seine Demission bekanntgegeben.

Übrig blieben nach diesem Exodus im Vorstand nur noch die beiden Produzenten Romain Beuret und Dominik Donat. Anschliessend wählte die Versammlung die drei Produzenten Heinz Herzog, Sepp Zahner und Claude-Alain Gebhard in den Vorstand. Letzterer wurde zudem zum Präsidenten gewählt, allerdings nur interimistisch.

Innerhalb von zwei Monaten wolle die IG erneut zusammentreten, um den Vorstand korrekt neu zu besetzen, die Statuten verlangen nämlich eine Einsitznahme von Vertretern von Migros und Handel. Die andere Möglichkeit, so Gebhard im Gespräch mit "Agri", wäre die Anpassung der Statuten.

Produzenten wollen Vorstand ohne Vermarkter und Migros

Offenbar ist das nun der gewählte Weg. Wie Ernst Graber von der Micarna auf Anfrage erklärt, habe man vom neuen Vorstand bereits ein Schreiben erhalten, dass man künftig einen reinen Produzentenvorstand wolle. Graber selber sieht die Sache recht gelassen. Schon vor dem nun kritisierten Entscheid habe der Vorstand Sachen beschlossen, ohne die Basis hätte mitentscheiden können, das habe aber nie zum Aufstand geführt.

Was den nun kritisierten Entscheid in Sachen Gewichtsreduktion angehe, seien die Produzenten in der entsprechenden Arbeitsgruppe ebenfalls beteiligt gewesen, so Graber. Am BWB-Programm werde sich im Übrigen trotz der Palastrevolte nichts ändern und die Vermarktung via Micarna-App bleibe möglich.

Der abgewählte Daniel Kalberer erklärt auf Anfrage, er wünsche dem neuen Vorstand viel Glück. Dass nun zwei Drittel des Vorstands nach seiner Abwahl mit ihm zurückgetreten seien zeige ihm, dass die Arbeit unter seiner Leitung wohl nicht allzu schlecht gewesen sei, so der BWB-Produzent aus Wangs SG.

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