«Der Buttermarkt ist ein knallhartes Geschäft.» – Alfred Rufer, Geschäftsführer der Branchenorganisation (BO) Butter GmbH, wählte in seinem Referat «Butter, das Gelbe Gold?» am Bernischen Käsertag markige Worte. Dass seine Worte nicht nur eine Floskel sind, zeigte er am Donnerstag, 5. März 2026, in Schönbühl BE mehrfach auf.
Die Butterkrise ist allgegenwärtig: Nicht nur die grosse Milchmenge, sondern auch deren hohe Fettgehalte stellen die Branchenorganisation BO Butter vor grosse Herausforderungen. «Dazu kommt die globale Buttervermarktung», betonte Alfred Rufer. Liege der Preis bei Vorzugsbutter in der Schweiz aktuell bei 18.11 Franken pro kg, sei die deutsche Markenbutter für 4.76 Euro/kg oder umgerechnet für 4.30 Franken erhältlich. «Ohne Exportstützung können wir hier preislich im Export nicht mithalten», sagt der Fachmann.
Die Butterlager sind voll
Dass zurzeit die Butterlager in der Schweiz voll sind, weiss in der Zwischenzeit wohl jeder. Rund 4763 Tonnen Butter lagern in den Tiefkühllagern. Nicht nur die Milchmenge sei im gleichen Zeitraum über dem Vorjahr, sondern auch der Fettgehalt. «Nur schon zwei Hundertstel höher macht gesamthaft 800 Tonnen mehr Butter aus», rechnete Alfred Rufer vor. Daher könne ein Fettgehalt von 4,15 % in der Milch statt eines Fettgehaltes von 4,13 % den Markt schon aus dem Gleichgewicht bringen. Trotz der vollen Lager dürfen pro Jahr immer noch 100 Tonnen Butter importiert werden. «Ein WTO-Beschluss berechtigt zu diesen Importen», hielt Rufer fest. Brauche es mehr, könne beim BLW immer noch eine Erhöhung beantragt werden. Die importierte Menge werde für den Veredelungsverkehr von Nahrungsmitteln verwendet.
Entlastungsmassnahmen beschlossen
Zur Stabilisierung des Milchmarktes werden auch Entlastungsmassnahmen beschlossen. So wurden im Jahr 2025 insgesamt 1136 Tonnen Butter exportiert. «Im Jahr 2024 waren es hingegen nur neun Tonnen», sagte Alfred Rufer. Kürzlich habe der Vorstand der Branchenorganisation Milch (BOM) beschlossen, Exportstützung von zusätzlichen 1325 Tonnen Butter aus C-Milch einzusetzen, wobei die Ausfuhren bis spätestens 30. September 2026 erfolgen müssten.
[IMG 2]
Berufsnachwuchs bei Milchtechnolog(innen) fehlt
«Ihr seht, nicht nur der Käse-, sondern auch der Milchmarkt ist ein hartes Geschäft», sagt Markus Leuenberger, Präsident des Bernischen Käservereins. Daher stehe nicht nur die Werbung für Schweizer Milchprodukte im Vordergrund: «Unser Fokus liegt klar in der Berufsförderung. Den Beruf Milchtechnolog/in, oder wie wir früher sagten, Käser/in, will heute fast niemand mehr lernen», warnte Leuenberger.