Ein Landwirt und Leser der BauernZeitung machte uns darauf aufmerksam, dass es am Samstag, dem 21. März, im Coop in Zollikofen BE, keine Butter mehr zu kaufen gab. Weder Kochbutter, Vorzugsbutter noch Käsereibutter. Die Regale waren leer, man musste gezwungenermassen zu Margarine greifen. Für den Landwirt unverständlich, da zurzeit eine regelrechte Butterschwemme in der Schweiz herrscht.
Coop spricht von Einzelfall und internen Prozessproblemen
Auf Anfrage bei Coop entschuldigt sich der Detailhändler und spricht von einem Einzelfall: «Die Regale waren in der erwähnten Verkaufsstelle nach kurzer Zeit wieder mit den betreffenden Produkten bestückt», bestätigt Céline Venetz von der Medienstelle bei Coop. Der Grund dafür seien interne Abläufe gewesen, die nicht dem offiziell vorgesehenen Prozess entsprachen. Danach wurden die Mitarbeitenden erneut sensibilisiert. «Andere Coop-Filialen waren nicht von leeren Butterregalen betroffen», bestätigt die Mediensprecherin.
Automatisiertes Bestellsystem steuert Butter-Nachschub
Man setze alles daran, dass die Logistik immer reibungslos funktioniere: «Coop arbeitet bei Produkten wie der Butter nicht mit manuellen Wochenbestellungen durch die Geschäftsleiterinnen und Geschäftsleiter. Stattdessen läuft die Bestellung weitgehend automatisiert über ein zentrales Warenwirtschaftssystem», so die Medienstelle. Diese berechne anhand von Verkaufszahlen und Lagerbeständen, wann und wie viel nachgeliefert werden müsse. «Die Verkaufsstellen werden dann regelmässig über unsere Verteilerzentralen beliefert», hält Céline Venetz fest.
Daher nehme Coop auch eine wichtige Rolle in der Grundversorgung der Schweizer Bevölkerung ein – diese Verantwortung nehme der Detailhändler sehr ernst. «Damit unser Angebot jederzeit verfügbar ist, steuern wir die Warenverfügbarkeit systemgeschützt und vorausschauend», sagt Venetz. Dabei arbeite man laufend daran, die Prognosen und Abläufe weiter zu verbessern, um auch die Verfügbarkeit zu erhöhen.
Coop unterstützt Abbau der Butterlager durch Preissenkung
Coop leiste ausserdem einen wichtigen Beitrag zum Abbau der Butterlager: «Die von der Branchenorganisation Milch (BOM) beschlossene Milchpreissenkung geben wir per Februar 2026 in Summe unserer Kundschaft weiter», sagt Céline Venetz. Damit bleibe Coop weiterhin eine verlässliche Partnerin und unterstütze die Branche im Rahmen ihrer Möglichkeiten. Vor allem das Butter-Mödeli mit 250 g sei bei ihnen sehr beliebt. «Da der Anteil an Schweizer Produkten in unserem Sortiment bereits sehr hoch ist, setzen wir in erster Linie und in Absprache mit unseren Lieferanten auf erfolgversprechende Massnahmen wie beispielsweise Aktionen», hält Venetz weiter fest.
Auf die Frage, ob ihre Kundschaft mehr Butter oder Margarine kaufe, hält man sich bei Coop bedeckt: «Wir kommunizieren grundsätzlich keine Zahlen einzelner Produktsegmente. Was wir sagen können, ist: Der Anteil an Butter ist um ein Vielfaches höher», sagt Céline Venetz abschliessend.