Abo Casalp-Präsident im Interview Bald startet die Alpsaison, doch der Absatzmarkt von Alpkäse wird zur Herausforderung Donnerstag, 26. März 2026 Ein Präsident, der vorwärts schaut, und eine Sortenorganisation, die das Problem erkannt hat: Casalp, die Sortenorganisation der Berner Alp- und Hobelkäse AOP, will in Zukunft den Absatz von Alpkäse weiter ankurbeln, hiess es an deren Generalversammlung vom 19. März in Thun. Die veränderten Essgewohnheiten und der starke Konkurrenzdruck an der Ladentheke machten den Absatz von Berner Alpkäse AOP zur Herausforderung.

«Der vergangene Alpsommer hätte für die Älplerinnen und Älpler nicht besser sein können. Es gab viel Futter, genügend Wasser, viel Milch und auch viel Alpkäse», bilanzierte Präsident Marcel Rubin an der GV. Doch der produzierte Alpkäse muss auch verkauft werden können: Trotz der hervorragenden Qualität des Berner Alpkäses AOP hinke der Absatzmarkt, die Konkurrenz an der Käsetheke wird immer grösser. «Dass auf den Alpen deshalb immer weniger gekäst wird, ist eine automatische Folge der Absatzproblematik», ist der Präsident überzeugt. So hätten die Händler letztes Jahr immerhin 15 % weniger Berner Alpkäse AOP übernommen als die Jahre zuvor.

«Wir haben das im Blut»

Doch so schwarz will Marcel Rubin nicht malen: Casalp habe viele Ideen, wie sie den Markt weiter ankurbeln könne. «Wir packen die Herausforderungen an, wir haben das im Blut», ist der Präsident überzeugt. An Degustationen oder an öffentlichen Veranstaltungen will man den Alpkäse noch bekannter machen. «Die Werbung ist das A und O», ist Marcel Rubin überzeugt.

Auch die nächste Berner Alpkäsemeisterschaft soll in diese Richtung gehen. «Sie wird das erste Mal an der Thuner Fachmesse OHA stattfinden», sagte Rubin. Aber dann nicht nur an einem Tag, sondern während der ganzen Messedauer von zehn Tagen dürfen die Besucherinnen und Besucher den besten Berner Alpkäse degustieren und dabei den Geschichten der Älplerinnen und Älpler zuhören. Vorgesehen sei, dass man vorerst drei Jahre lang die Alpkäsemeisterschaft an der OHA durchführen werde. «Danach ziehen wir ein Fazit und schauen, wie es mit der Alpkäsemeisterschaft weitergehen soll», so der Präsident. Weiter plane man an der OHA, Handel und Gastronomie an einen Tisch zu bringen. «Wir müssen hier Druck ausüben», sagte Rubin. Nun hofft der Präsident, dass viele Älplerinnen und Älpler ihren Käse für die Alpkäsemeisterschaft anmelden werden. «Wir wünschen uns mindestens 120 Käse, die wir beurteilen dürfen», hielt er fest.

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Schwinger bewähren sich als Botschafter

Weiter soll das Marketing von Casalp ausgebaut werden, wie Marketing-Leiterin Marisa Pfander mitteilte. Bewährt habe sich dabei als Botschafter der Schwinger Patrik Gobeli. «Neu konnten wir den Spitzenschwinger Fabian Schärz aus Aeschi b. Spiez dazu gewinnen», sagt Pfander. Im Weiteren habe man eine externe Marketinggruppe gegründet.

100 Delegierte konnte Marcel Rubin an der Generalversammlung begrüssen. Ein besonderer Moment war die Ehrung von 44 Sennerinnen und Sennen für ihre herausragende Käsequalität. Wer in sechs Alpkäse-Taxationen mindestens 118 Punkte erreichte, erhielt eine Urkunde sowie eine Prämie – eine verdiente Anerkennung für Spitzenleistungen und ein Ansporn für die kommende Saison. «Das tägliche Engagement und ihr grosses Fachwissen zeugen von grosser Hingabe zum Alpkäse», ist Rubin überzeugt. 

Am Nachmittag informierte dann Maike Oestreich, Leiterin Alpkäsereiberatung auf dem Hondrich, über die Hygiene beim Käsen. Dazu gehören neben sauberen Stiefeln auch ein sauberer Keller und sauberes Arbeiten. Und: «Den besten Käse gibt es, wenn der Senn geduldig und ein fleissiger Salzer ist», fasste Oestreich ihre Empfehlungen zusammen.