Die Sortenorganisation Sbrinz Käse GmbH blickt auf ein erfolgreiches Jahr zurück. Das jährliche Absatzwachstumsziel von plus 50 t konnte übertroffen werden. Sehr zufrieden sei man mit der Partnerschaft mit der Emmi AG, welche seit 2023 die Vermarktung und das Marketing übernimmt.
Da sei eine spürbare Dynamik feststellbar und der Markt entwickle sich erfreulich, meinte Präsident Peter Hegglin. Deshalb blicke man zuversichtlich in die Zukunft.
Sbrinz geht in die Luft
Sbrinz AOP gewinnt zunehmend an Bekanntheit. Ziel sei, den Bekanntheitsgrad jährlich um sieben Prozent zu steigern, so mit TV-Werbung und Online-Videos, erläuterte Romana Gemperle von Emmi.
Hervorgehoben wurde der Deal mit der Fluggesellschaft Swiss, sodass Sbrinz nun auch in der Luft erhältlich sei. Und bei den World Cheese Awards 2025 gingen zwei Gold- und eine Silbermedaille an die Käserei Flühler, und eine Bronzemedaille an die Käserei Bürg von Pirmin Dörig.
Steigender Absatz im Inland
Im Produktionsjahr 2024 wurden 1637 t Sbrinz hergestellt. Aufgrund dieser Grundlage für die Zuteilung für das laufende Jahr wurden 1735 t freigegeben, womit das jährliche Umsatzwachstum von 50 t berücksichtigt ist. Sbrinz ist frühestens nach 18 Monaten konsumreif, das volle Aroma entwickle der harte Innerschweizer ab 22 Monaten, und je älter, desto aromatischer und würziger werde sein Bouquet.
Im Inland wurden letztes Jahr 1352 t verkauft, und 46 t gingen in den Export (Vorjahr 57 t), sodass die Verkäufe im Jahr 2025 total bei 1398 t lagen, ein Plus von 6,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der durchschnittliche Kilopreis von Sbrinz AOP lag bei 27,57 Franken, exklusive Reibkäse. Wird dieser berücksichtigt, löste Sbrinz im Schnitt 21,84 Franken pro Kilo. Der Lagerbestand betrug Ende letzten Jahres 2515 t.
Preisdruck im Käsemarkt
Der Preisdruck sei im Handel sehr ausgeprägt, erklärte Gemperle. Coop und Migros würden sich stark an den tiefen Preisen von Aldi und Lidl orientieren. Das sei auf dem ganzen Käsemarkt feststellbar, zumal der Absatz stärker zunehme als der Umsatz, sodass die Durchschnittspreise sinken.
«Die Preis-Affinität der Konsumenten ist bei Käse ausgeprägter feststellbar als noch vor Jahren.» Erfreulich sei, dass der importierte Parmesan weniger gefragt war.
Bester Käse mit 20 Punkten
Erfolge gibt es nicht nur beim Absatz und beim Marketing, sondern auch bei der Käsequalität. Der Taxationsdurchschnitt lag bei 19,6 Punkten. Für beste Qualität mit je 20 Punkten und einem Goldvreneli konnten folgende Produzenten geehrt werden:
Stefan Bammert von der Käserei Rotmoos, Rengg LU; Armin Rölli, Bergkäserei Langentannen, Buochs NW und bei den Alpbetrieben Thomas Scheuber von der Alpkäserei Untertrübsee, Engelberg OW.
Am 29. und 30. Mai 2026 wird das 100-Jahr-Jubiläum des Emmi-Standorts St. Karli Luzern gefeiert. Dort werden mitten in der Stadt bis zu 60000 Käselaibe Sbrinz gelagert.
Aus der Geschäftsleitung trat als Vertreter der Milchproduzenten Thomas Hausheer, Steinhausen ZG zurück. Er wurde ersetzt durch Jost von Wyl, Kägiswil OW, der gleichzeitig zum Vizepräsidenten ernannt wurde.

