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Mittelwerte helfen, einmalige negative Ausreisser bei der Milchqualität zu überstehen

Nach intensiven Diskussionen hat eine Arbeitsgruppe der Schweizer Milchproduzenten ein angepasstes System für die Qualitätsbezahlung ausgearbeitet. Es bringt etwas tiefere Grenzwerte, relativiert aber einmalige Ausreisser.

Die Milchprüfung und die Qualitätsbezahlung der Milch sind auf diversen Ebenen ein viel und heiss diskutiertes Thema. Es geht um Zuständigkeiten zwischen Bundesämtern, Organisationen und Labor, um Finanzierungsfragen, Analysemethoden, Grenzwerte sowie die daraus resultierenden Zuschläge und Abzüge. Diese Diskussionen haben nun zu einen neuen Qualitätsbezahlungssystem für Molkereimilch geführt, das bei diversen Erstmilchkäufern auf das Neujahr eingeführt wurde, namentlich Aaremilch/Elsa, Cremo und Mooh. ZMP und Mittelland-Milch hatten schon früher Anpassung bei ihren Systemen vorgenommen.

60'000 statt 80'000 Keime

Ausgearbeitet und beschlossen wurde es laut Thomas Reinhard von den Schweizer Milchproduzenten (SMP) im vergangenen Jahr. Für den SMP-Experten ist der wichtigste Punkt der Wechsel hin zur Bewertung von zwei Analysen pro Monat (Mittelwerte).

Gleichzeitig wurden die Grenzwerte leicht verschärft. So gilt bei den Keimzahlen neu eine Obergrenze von 60'000 Keimen (vorher 80'000), die zugelassenen somatischen Zellen wurden von 350'000 auf 300'000 gesenkt und der Gefrierpunkt von −0,520 auf −0,515 Grad erhöht.

«Die grössten Milchvermarktungsorganisationen waren bei der Erarbeitung einbezogen», sagt Reinhard. Diese setzten nun das System mit kleinen Nuancen um. Das Anliegen der Produzenten, Mittelwerte und nicht Einzelwerte zu verwenden, werde umgesetzt. Auch die relativ komplizierte Regelung beim Gefrierpunkt könne mit Mittelwerten vereinfacht werden, so Reinhard.

Kompromiss bei den Zellen

Bei den somatischen Zellen wurde ein Kompromiss gefunden. Hier gibt es einen Zielkonflikt zwischen sehr tiefen Grenzwerten wegen der grossen Auswirkung auf die Ausbeute bei Käsen (je tiefer die Zellzahl, desto höher die Ausbeute) einerseits und der gewünschten hohen Grenzwerte andererseits. Von solchen erhofft man sich einen verminderten Antibiotika-Einsatz. Positiv wertet Reinhard auch die Beibehaltung des Qualitätszuschlags. «Die sehr gute Milchqualität in der Schweiz gegenüber anderen Ländern kann so auch etwas honoriert werden», sagt Reinhard.

Mittelwerte helfen, einmalige negative Ausreisser bei der Milchqualität zu überstehen
Die Tabelle zeigt das Sanktionsschema bei der Qualität. Wichtig zu wissen ist, dass Zuschläge nur dann ausbezahlt werden, wenn alle vier Kriterien kumulativ erfüllt werden.

Eine erste Variante dieses Artikels enthielt eine Tabelle, bei welcher die Anzahl Monate nicht durchwegs korrekt war.

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