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Ein slowenischer Pionier setzt voll auf Brown Swiss

Der slowenische Landwirt Toni Kukenberger und seine Familie verarbeiten die Milch ihrer Kühe selber und können so den Milchpreis fast verdoppeln.

Auch in Slowenien haben die Milchbauern ein Problem. Der Preisdruck und die Kosten sind hoch. Deshalb suchen die Produzenten nach Lösungen. Toni Kukenberger aus Trebnje hat sie gefunden. Er verarbeitet die Milch auf dem Hof. Diese Woche empfing er eine Delegation des europäischen Agrarjournalisten-Verbands (Enaj) zur Besichtigung.

Molkerei für 250 000 Euro

2011 hat Toni den Betrieb nach abgeschlossener Ausbildung von seinem Vater Tone Kukenberger übernommen. Die Familie wanderte 1792 von Österreich her ein, deshalb der für die Gegend etwas untypische Namen. Schnell realisierte er, dass es Innovationen braucht, um die Zukunft des Betriebs zu sichern. 2014 baute man einen Laufstall und 2016 eine Hofmolkerei. Zuvor hatten Kukenbergers im Haus in einfachen Verhältnissen verarbeitet, heute ist die Palette auf rund 20 Produkte angewachsen, darunter ein umfangreiches Käsesortiment.

Der Molkerei-Neubau, für den ein alter Schuppen weichen musste, kostete 250 000 Euro, wovon 71 000 Euro mit EU-Mitteln gedeckt werden konnten. Kukenbergers beschäftigen heute in der Molkerei zwei Angestellte und einen Teilzeitfahrer. Dieser versorgt die Kunden mit den Produkten, die bis in die 40 Kilometer entfernte Hauptstadt Ljubljana Absatz finden.

Guter Milchpreis

Die wichtigsten Absatzkanäle sind neben dem Hofladen (10 Prozent) Schulen, Bioläden und die Qualitätsgastronomie. Es hätten auch bereits einige Detailhändler angefragt, sagt Toni Kukenberger, er habe aber im Moment schlicht zu wenig Milch, um alle diese Anfragen zu befriedigen. Seine Produkte verkauft er mit Ausnahme des Käses nur in Depot-Glasverpackungen, damit will der dreifache Familienvater die Nachhaltigkeit des Betriebs verbessern.

Der Bioproduzent würde gerne weitere Milch von Kollegen kaufen, es fehlten aber mögliche Lieferanten, obwohl sich eine Zusammenarbeit lohnen würde. Umgerechnet komme er nach Abzug aller Kosten auf einen Milchpreis von 55–60 Cents, sagt Toni, also etwa 60–65 Rappen. Im Milchhandel erhalten die slowenischen Bauern auf dem von wenigen Verarbeitern beherrschten Markt nur 33 Rappen, der Biozuschlag beträgt 9 Rappen.

Kühe weiden sechs Monate

Toni Kukenberger hält auf 25 ha LN 23 Kühe, die im Durchschnitt 8000 kg produzieren. Dabei setzt er seit einigen Jahren voll auf Brown Swiss, statt wie zuvor auf Holstein. «Es ist eine effizientere und demütige Rasse», rühmt er, zwar liefere sie etwas weniger Menge, aber für ihn als Verarbeiter seien die höheren Inhaltsstoffe entscheidend. In seinem Fall sind dies 4 % Fett und 3,7 % Eiweiss. Er züchtet auf Kappa-Kasein und A2-Beta-Kasein. Sobald die ganze Herde rein A2 produziere, werde er die Milch entsprechend vermarkten.

Das Ziel sei eine hohe Lebensleistung und viel Milch aus dem Grundfutter. Deshalb ist er auch einer der wenigen slowenischen Produzenten mit «Heumilch»-Label. Im Sommer ist der Laufstall leer, die Kühe sind sechs Monate auf der Weide, wo bei Bedarf in einem Unterstand zugefüttert wird. Gemolken wird mit einem mobilen Melkstand Marke Eigenbau. Diese Innovation trug mit dazu bei, dass Toni 2016 den Preis für den innovativsten Junglandwirten des Landes erhielt. Diese Trophäe scheint uns nach dem Besuch sehr verdient.

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