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«Lehrling des Jahres» – Joel Läng: «Sich teleportieren zu können, wäre sehr praktisch»

Joel Läng lernte auf seinem Ausbildungsbetrieb erstmals Kühe kennen. Er schweift gerne in die Ferne – sei es mit einem Blick in die Weiten des Emmentals oder in Vorfreude auf eine Reise nach Kanada.


Die grossen Metallzähne bewegen sich langsam aufeinander zu und umfassen den runden Strohballen, heben ihn hoch. Dann schwenkt der Arm des Heukrans zur Seite und platziert seine Last auf einem weiteren Ballen. «Das ist jetzt der Vorführ-Effekt», meint Joel Läng kritisch, als er aus der freihängenden Kabine des Krans steigt und sein Werk betrachtet. Der 16-Jährige bezeichnet sich als Perfektionisten. Seine hohen Ansprüche an ihn selbst hätten ihm das ungewohnte Eintreiben der Rinder auf seinem Lehrbetrieb nicht gerade einfach gemacht, erinnert er sich, «Zuhause haben wir nur Schweine und ich hatte keine Ahnung, wie Rinder ticken.» Die Tiere im richtigen Tempo und passenden Gruppen zum Melkkaraussel zu treiben, war da keine leichte Aufgabe. Aber mittlerweile hat er Kühe und Kälber ins Herz geschlossen.

Steckbrief 

  • Name: Joel Läng
  • Alter: 16 Jahre
  • Zuhause: In Koppigen BE
  • Ausbildung: Im ersten Lehrjahr zum Landwirt auf dem Fäilimoos bei Ueli Duppenthaler

Musik im Schweinestall

Seine tierischen Lieblinge heben sich von ihren Stall- und Weidegenossen ab. Da ist Jersey-Kuh Sabine, die Joel Läng zärtlich «Bine» ruft, die zusammen mit Red Holstein und einigen Brown Swiss auf der Weide steht. Angelika ist ein besonders zutrauliches schwarzes Angus-Kalb, das sich gerne von dem Lehrling mit etwas Extra-Milch verwöhnen lässt.

Am Beruf Landwirt schätzt Joel Läng insbesondere die Vielseitigkeit: «Man kann mit Tieren und Maschinen, auf dem Acker oder im Stall arbeiten.» Dabei mag es der Berner, morgens in der Käserei die Schotte abzuholen – vor allem der Leute wegen, mit denen er bei dieser Gelegenheit ins Gespräch kommt. «Eigentlich wasche ich auch gerne den Saustall», fügt Läng mit einem Lachen hinzu. Dazu könne er Musik hören. Weniger begeistert war er vom Schneiden einer Hecke. Das sei ihm zu unübersichtlich gewesen, «und ständig hat mich was gezwickt.» Lieber säge er einen Baum um.

Die Jersey-Kuh Sabine ist Joel Längs Liebling. Auf der Weide fällt sie als einzige Kuh dieser Rasse auf.

Die Begeisterung für die Landwirtschaft vermitteln 

Sehr übersichtlich präsentiert sich die Hügelkuppe über seinem Lehrbetrieb, dem Fäilimoos, von der man bis nach St. Urban blicken kann. Die Ruhe und Aussicht geniesst Joel Läng gerne hier oben, z. B. wenn er zwischen den Schlüsselblumen Unkraut rupft. «Das sind Ricola-Kräuter», erklärt er mit einer Geste zu den zarten Pflänzchen und weist weiter unten vor dem Stall auf Thymian, Pfeffer- und Apfelminze.

Wenn Joel Läng von seiner Arbeit spricht, ist seine Begeisterung spürbar. Die möchte er auch an die breite Bevölkerung weitergeben. «Ich will niemanden anfixen, was die Landwirtschaft angeht. Es ist jedermans eigene Entscheidung, etwas zu mögen oder nicht», stellt er klar. Mit einigen Missverständnissen möchte er aber gerne aufräumen – Stichwort Trinkwasser. «Wenn man nicht damit aufgewachsen ist, kommen einem die Verhältnisse in einem Schweinestall einengend vor, obwohl sie es eigentlich nicht sind», gibt er ein weiteres Beispiel. Ein Problem sieht er in der mehrheitlich negativen Presse, die vor allem schlechte Beispiele, die wenigen schwarzen Schafe zeige.

Für Joel Läng ist klar: Er steht hinter dem, was er tut und arbeitet mit Freude. «Unser Beruf ist sinnvoll und wichtig, weil wir Lebensmittel herstellen. Am Morgen wache ich nie mit dem Gedanken auf ‘oh nei, itz i Stau’.»

5 Kurzinfos

  • Diese Superkraft würde ich mir wünschen: Sich teleportieren zu können.
  • Meine Lieblingstiere: Alpakas.
  • Mein Lieblingsessen: Rindszunge. Das habe ich mir schon im Kindergarten zum Essen gewünscht.
  • Meine Lieblingsarbeit: Schotte holen in der Käserei.
  • Das mache ich weniger gern: Hecken stutzen.

Er weiss alles über Kreuzfahrtschiffe und das Weltall 

Noch ist der 16-Jährige im ersten Lehrjahr. Auf dem Fäilimoos hat er Kühe kennengelernt, der nächste Lehrbetrieb wird ihm einen Einblick in Reb- und Gemüsebau bieten. Auch nach Abschluss der Lehre möchte er sich weiterbilden. «Ich habe viel Bullshit-Wissen, weiss alles über das Weltall oder Kreuzfahrtschiffe», meint er. Aber Allgemeinwissen könne man ja nie genug haben. Ausserdem locken ihn die Weite und fremde Kulturen in die Ferne: Kanada mit seinen riesigen Landwirtschaftsbetrieben oder Neuseeland mit seiner einzigartigen Tierwelt. 

Für die Arbeit müsse er sich nie aufraffen. Aber für die weiten Strecken, die er im Alltag zurücklegen muss, würde sich Joel Läng manchmal eine Abkürzung wünschen. 

Lange Beine für lange Wege

Bis dahin steigt Joel Läng ab und zu auf die Hügelkuppe, um in die Weite zu schauen. Für die langen Wege zwischen den Ställen und Feldern des Fäilimoos, das mit seinen 1'000 Schweinen zu einer Betriebszweigsgemeinschaft aus vier Höfen mit insgesamt 100 Kühen gehört, würde er sich gerne teleportieren können. «Das wäre auch zum Reisen gut. Und für den Fall, dass ich Chaot mal wieder was vergessen habe», sagt er etwas verlegen. 

Diese Superkraft käme ihm ausserdem gelegen, wenn er zum Heukran hinaufsteigen muss. Obwohl er die Treppe an der Stallwand ohne scheu und trittsicher mit seinen langen Beinen hinabsteigt. «Joel Läng ist eben läng», kommentiert er grinsend.

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