«Der Beruf Landwirt ist enorm vielfältig. Dazu schätze ich die Selbstständigkeit in der Arbeitsgestaltung», umschreibt Zeno Schuler die grössten Vorzüge des Bauernberufes. Der 22-Jährige hat diesen Sommer am Berufsbildungszentrum Pfäffikon, Kanton Schwyz, die Ausbildung Landwirt EFZ abgeschlossen.

Mehr Druck auf Baustelle

Zeno Schuler kennt die Vor- und Nachteile gegenüber anderen Berufsfeldern, machte er doch als Erstausbildung eine Maurerlehre. «Die Tage auf den Bauernbetrieben dauern zwar länger, dafür ist der zeitliche Druck auf den Baustellen meist höher.» Die Berufsschule der landwirtschaftlichen Ausbildung sei klar vielseitiger. Überhaupt sei das breite Spektrum der landwirtschaftlichen Ausbildung einzigartig. Auf seinen beiden vielseitigen Lehrbetrieben erhielt er Einblick in den Gemüseanbau, die Geflügelhaltung und die Biomilchproduktion. Die Mutterkuhhaltung kennt er zudem vom elterlichen Betrieb.

Zuerst Maurer und Militär

Zeno Schuler wollte eigentlich ursprünglich die landwirtschaftliche Ausbildung gleich nach der obligaten Schulzeit in Angriff nehmen. «Meine Eltern rieten mir in Anbetracht unseres Nebenerwerbsbetriebes aber, zuerst einen anderen Beruf zu erlernen», erinnert sich der junge Sattler zurück. Nachdem er sich mehrere handwerkliche Berufe angeschaut hatte, startete er schliesslich eine Maurerlehre, welche er 2017 abschloss. Darauf folgte ein Jahr Militär als Durchdiener, zudem arbeitete er einige Zeit auf seinem erlernten Beruf.

2019 startete er die Ausbildung als Landwirt. «Rückblickend war das für mich der richtige Weg. Denn mit 20 Jahren weiss man, was man will. Man muss nicht, sondern man will lernen. Im Alter von 16 Jahren wäre ich noch nicht so weit gewesen.» Der Altersunterschied konnte er auch in seiner eigenen Klasse beobachten, wo Erst- und Zweitausbildner gemeinsam unterrichtet wurden. «Meine Lerngruppe bestand aus vier Schülern, welche alle bereits einen anderen Beruf erlernt hatten. Wir spornten uns gegenseitig an und unterstützten uns.» Dieses Teamwork führte dazu, dass alle vier eine hervorragende Abschlussnote erzielten.

Klare Zukunftspläne

Covid-19 hatte natürlich auch Auswirkungen auf die Ausbildung. Insbesondere die Betriebsbesuche vermisste Zeno Schuler. «Dafür erhielten wir während der drei Schwerpunktwochen Bio, welche im Kanton Luzern stattfanden, in verschiedenste Betriebe Einblick», erinnert er sich zurück. Auch sein elterlicher Betrieb mitten im Dorf Sattel wird nach Richtlinien von Bio Suisse geführt. Rund elf Hektaren Land von 800 bis gut 1000 m ü.M werden bewirtschaftet, um die zehn Mutterkühe mit Kalb stehen im Stall. Dazu kommen 3,5 Hektaren Wald. Zeno Schulers Vater René Schuler führt den Betrieb im Nebenerwerb. In absehbarer Zeit möchte der frisch diplomierte Jungbauer den Hof übernehmen. Ob er den Bauernhof ebenfalls in einem Teilpensum oder als Vollerwerb führen wird, ist noch unklar. «Die Geflügelhaltung auf meinem zweiten Lehrbetrieb gefiel mir, dieser Betriebszweig würde sicher zu unserem Hof passen.»

Auch eine Vergrösserung der Betriebsfläche könnte ich mir vorstellen», so aktuelle Überlegungen von Schuler. Bis es aber so weit ist, wird er auf seinem Erstberuf arbeiten, wo ihm als ausgebildete Fachkraft viele Türen offen stehen. Und auch seine landwirtschaftliche Ausbildung möchte er in Zukunft noch weiterführen. Der Start der Betriebsleiterschule ist bereits im Kalender eingetragen.