Präsident Toni Moser und Geschäftsführer Sepp Erni blickten an der Generalversammlung von Landtechnik/Maschinenring Luzern am Chlaustag auf das Jubiläumsjahr zurück. 100 Jahre seien eine kurze Zeit, wenn man dies mit der Erdgeschichte und dem Boden vergleiche. Schon bei der Gründung des damaligen Traktorenverbandes 1925 sei es darum gegangen, die Technik richtig einzusetzen. Weitere Ziele waren faire Preise, tiefere Kosten und mehr Zusammenarbeit. Eigentlicher Auslöser war eine übermässig hohe Verkehrssteuer von 100 Franken, mit welcher die ersten Luzerner Traktorenbesitzer 1924 vom Kanton belastet wurden, dagegen wehrten die sich gemeinsam, wie der Festschrift zu entnehmen ist.
Hindernisse für Maschinen
Sehr gut besucht waren im Jubiläumsjahr die beiden Maschinenvorführungen, im Mai zu den Themen Digitalisierung und Feldroboter im Ackerbau, und im August zu Hangmechanisierung und Automatisierung im Futterbau.
Dauerthema im Austausch mit den Behörden seien die künstlichen Verkehrsverengungen in Dörfern, welche grosse Hindernisse für Lohnunternehmer mit ihren breiten Maschinen seien. Bei der Fahrausbildung will sich der Verband auf die Kategorien M/G (Mofa, E-Bike und Traktoren) fokussieren, während die Rollerausbildung nicht mehr beworben wird, weil die Teilnehmerzahlen rückläufig waren.
Betriebshelfer fehlen
Unterstützung bietet Landtechnik Luzern für ein Projekt zur Neuorganisation der vielen Verbände in Nid- und Obwalden im Bereich Landtechnik, Maschinenringe und Betriebshelferdienste, wie Geschäftsführer Sepp Erni orientierte. Angestrebt wird in diesen Kantonen eine Fusion und Vereinheitlichung für 2027.
Defizitär seien die Spritzentests, erklärte Erni, erwartet werde ein finanzieller Beitrag des Kantons. Er wies auf die künftig nötige Fachbewilligung für Pflanzenschutzmittel hin, welche Landwirte EFZ ab 3. Januar 2026 bis Ende Juni beantragen könnten. Später müsse ein Fachkurs besucht werden.
Leidiges Thema sei das Betriebshelferwesen, die Rekrutierung sei schweizweit sehr schwierig. «Das ist eine tickende Zeitbombe», meinte Erni. Jobs im Gewerbe seien von jungen Landwirten gefragter. Maschinenring Schweiz habe zur Bewerbung eine Social-Media Kampagne gestartet.
Sehr gefragt seien die Dienstleistungen Winterdienst und Grünpflege für über 350 Liegenschaften und Objekte, die böten interessante Einkommensmöglichkeiten für Landwirte.
Die Rechnung schloss bei einem Umsatz von rund 1,6 Mio Franken mit einem Gewinn von rund 44000 Franken ab. Bei Landtechnik Luzern sind 1259 Mitglieder dabei, beim Maschinenring 279, die Zahlen stiegen leicht.
Fredy Abächerli von Maschinenring Schweiz betonte die Vorteile von mehr Zusammenarbeit und besserer Auslastung von Maschinen. Es brauche eine zentrale Organisation, um Dienstleistungen wie Grünpflege schweizweit für grosse Firmen oder Betriebe wie SBB und Armasuisse anbieten zu können.
Roman Engeler, Direktor Landtechnik Schweiz wies auf die Bemühungen des Verbandes für Lockerungen bei den Auflagen im Strassenverkehr hin, so für Unterlenker-Anhängung, Anhängerbremsen oder für breite Maschinen. Er rief dazu auf, bei geplanten Verkehrsmassnahmen rechtzeitig bei den Behörden Einfluss zu nehmen.
1