Von morgens bis abends war am 29. April ein ständiges Kommen und Gehen von Bäuerinnen und Bauern auf der Geschäftsstelle des Luzerner Bäuerinnen- und Bauernverbandes (LBV). Rund 50 Personen nutzten das Angebot, mehrheitlich Männer, zieht Marie-Louise Koller von der LBV-Interessenvertretung Bilanz.
Verfahren überfordert, längst nicht nur Ältere
Angeboten wurde eine persönliche Begleitung durch Vorstandsmitglied Thomas Seeholzer und Joel Wapf, Mitglied des Landwirtschaftsrates. Beide sind auch Gemeinde-Landwirtschaftsbeauftragte.
Am Computer halfen sie mit bei der Dateneingabe zur Registrierung für die Rückerstattung der Mineralölsteuer und der Fachbewilligung Pflanzenschutz (Fabe). Die Registrierungen sind dieses Jahr neu und die komplizierten Verfahren überfordern offensichtlich viele Betroffene, und längst nicht nur Ältere. Die Altersspanne reichte von 30 bis 64 Jahre, hat Koller festgestellt.
Abläufe sind nicht nutzerfreundlich
Und auch der Unmut ist gross, wie eine Umfrage bei den Wartenden in der Cafeteria des LBV im Schellenrain ergab. Er wolle absolut sicher sein, dass die Häkchen alle richtig gesetzt sind, um bei Kontrollen nicht Probleme zu haben, meinte ein Landwirt.
Er sei bei der ersten Dateneingabe schon nicht mehr weitergekommen. Da sei eine Meldung erschienen, er sei schon registriert und müsse einen Code eingeben, den er aber gar nicht hatte. Und bei der angebotenen Hotline des Bundes sei er nie durchgekommen. Die Anleitungen seien zu kompliziert und überhaupt nicht praxisfreundlich, meinte eine Bäuerin. «Ich mache ja viel am PC, aber selbst meine Jungen haben da Mühe.»
Auch die Administration rund um die Bekämpfung der Moderhinke oder das Melden von Tierverstellungen würden sehr schwerfällig und teils doppelspurig verlaufen, bemerkte ein Schafhalter. «Die Bürokratie in der Landwirtschaft wird immer grösser und mühsamer», so der einhellige Tenor in der Runde.
Zollrückerstattung ist mühsam
Am meisten Mühe macht offenbar die neue Registrierung für die Rückerstattung der Mineralölsteuer, «weil kompliziert auszufüllen», so Marie-Louise Koller. Die Schwierigkeiten lagen bei der Abfolge der einzelnen Schritte, weil die vom zuständigen Bundesamt nicht klar beschrieben und über mehrere Briefe verteilt waren.
Zudem hätten sich einige Landwirte zu früh registriert, weil das Feld «Landwirtschaft» erst später aufgeschaltet wurde, die Bauern aber meinten, alles richtig gemacht zu haben. Einige seien nun aber als Privatpersonen statt als Landwirtschaftsbetriebe registriert.
Nachgefragt wurde aber auch oft zur Registrierung für die Fabe, «weil der Ausbildungsnachweis oft nicht hochgeladen werden konnte».
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Auch Aargau bietet Unterstützung
Den Anlass vor Ort wertet Marie-Louise Koller als nötig, da telefonische Auskünfte kaum zielführend seien, zumal ja LBV-Mitarbeitende gar nicht auf die Plattformen zugreifen könnten. «Da sind Landwirtschaftsbeauftragte die richtigen Personen, um Betriebsleitende zu unterstützen.»
Sie ruft dazu auf, sich künftig bei Schwierigkeiten mit der Registrierung und Dateneingaben direkt an die Landwirtschaftsbeauftragten zu wenden. «Oder direkt beim zuständigen Bundesamt anzurufen, die haben diese komplizierte Registrierung schliesslich so eingeführt.»
Auch der Bauernverband Aargau bietet demnächst vor Ort bei der Geschäftsstelle in Muri eine Unterstützung für die Registrierung an. Diese findet am 26. Mai von 08.00 Uhr bis 16.00 Uhr statt.

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