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Im schwyzerischen Oberarth jätet der Roboter Maverick das Rüebli-Feld

Auf dem Biobetrieb von Michael Reichmuth ist der schweizweit erste Maverick unterwegs, ein Hackroboter des Herstellers Odd-Bot. «Er übernimmt die Arbeit, die auf unserem Betrieb niemand gerne macht», sagt der Schwyzer über seinen Roboter.

«Am meisten überrascht hat mich, wie gut der Hackroboter das Rüebli-Kraut bereits im Keimblattstadium erkennt», erklärt Biobauer Michael Reichmuth neben seinem neuesten Mitarbeiter auf dem Betrieb. Seit Anfang April ist Hackroboter Maverick vom Hersteller Odd-Bot auf dem Biohof Fluefeld in Oberarth SZ im Einsatz. Er ist weltweit erst die 30. Maschine seines Typs, in der Schweiz ist er das erste im Einsatz stehende Gerät.

Die Praxis-Demo hat überzeugt

Michael Reichmuth wurde 2025 an einer Vorführung anlässlich einer Feldtagung auf das Gerät aufmerksam. «Da Arbeitskräfte immer schwieriger zu finden sind, verspreche ich mir zukünftig im biologischen Gemüseanbau von kleinen autonomen Robotern sehr viel», so Biobauer Reichmuth. Hackroboter könnten zukünftig aber auch im konventionellen Anbau eine interessante Alternative zur chemischen Unkrautbekämpfung werden.

Anfänglich intensive Betreuung des Roboters nötig

«Ähnlich wie bei einem neuen Mitarbeiter muss man auch den Jätroboter gut einarbeiten», betont Michael Reichmuth. Die Betreuung sei anfänglich noch intensiv; teils müsse er bis zu zehnmal täglich zur Unterstützung aufs Feld. Darum sei der Roboter aktuell auch auf einer Parzelle in Hofnähe im Einsatz. Gemeinsam mit der Herstellerfirma würden die Einstellungen laufend verbessert; dadurch könne die Arbeitsqualität optimiert und die Fehleranfälligkeit minimiert werden. «Ich gehe davon aus, dass der Jätroboter bald auch autonom auf weit entfernten Parzellen unterwegs sein wird.»

Um auch auf externen Feldern den Überblick zu haben, wird der Schwyzer das Gerät noch zusätzlich mit einer Livebild-Kamera ausstatten lassen. Auch ein GPS-System wird noch aufgebaut. So wird es zukünftig möglich sein, mittels Geofencing virtuelle Feld-Grenzen zu definieren. Michael Reichmuth überwacht den Roboter über sein Mobiltelefon, wo ihm Arbeitsleistung, Geschwindigkeit und Fehlermeldungen angezeigt werden. Das Gerät ist mit rund 100 Metern pro Stunde unterwegs; am Ende des Feldes wendet es selbstständig. Sensoren sorgen für die Sicherheit: Steht etwas im Weg, stoppt das Gerät sofort.

Im schwyzerischen Oberarth jätet der Roboter Maverick das Rüebli-Feld
Die beiden Arme des Roboters schaffen es, pro Sekunde je zwei Unkräuter zu entfernen.

500 000 Unkräuter pro Tag mit einer Präzision von zwei Millimetern

Rund 150 000 Franken hat Michael Reichmuth bisher investiert. Der Maverick verfügt über eine Spurbreite von 150 Zentimetern und ist aktuell für Kulturen wie Rüebli, Zwiebeln, Randen, Chicorée oder Pastinaken geeignet. Er funktioniert auf Dämmen, im Flachfeld und auf Hochbeeten.

Der Roboter von Reichmuth entfernt mit seinen zwei Jätarmen im Optimalfall 500 000 Unkräuter pro Tag mit einer Präzision von 2 mm. Bei guten Verhältnissen schafft er so auf dem Rüebli-Feld in Oberarth einen halben Hektar in 24 Stunden. Der Wirkungsgrad liege aktuell, auch dank der sehr guten und trockenen Bedingungen, zwischen 60 und 70 Prozent. Jedes Rüebli-Feld wird, wenn es die Bodenfeuchte zulässt, zwei bis dreimal gejätet. «Beim Rüebli-Jäten von Hand rechnen wir mit 350 Arbeitsstunden pro Jahr und Hektar; in schlechten Jahren hatten wir aber auch schon weit über 500 Arbeitsstunden.»

Im schwyzerischen Oberarth jätet der Roboter Maverick das Rüebli-Feld
Odi braucht keine Kaffeepausen. Der batteriebetriebene Hackroboter ist auf dem Biohof Fluefeld Tag und Nacht im Einsatz.

Erkennt Kulturpflanzen bereits im Keimblattstadium

Die Hochleistungskameras des Maverick-Hackroboters sind nicht nur zur Orientierung auf dem Feld wichtig, sie erkennen zusammen mit dem KI-gestützten Erkennungssystem auch die Kulturpflanzen. Dass das System die Pflanzen bereits im Keimblattstadium erkennt, hat Michael Reichmuth «schon sehr beeindruckt».

Die grösste Herausforderung sei die Hirse; bei breitblättrigen Unkräutern sei das Gerät am effizientesten. «Je früher man mit dem Jäten beginnen kann, desto besser das Resultat. Ist die Kulturpflanze zu gross, steigt auch die Gefahr, dass die kleinen Greiferzangen beim Ausreissen von Unkraut die Pflanze verletzen.»

Macht die unbeliebteste Arbeit

Die Masse des futuristischen Geräts betragen 2 × 1,7 × 1,6 Meter. Angetrieben wird der Roboter von Batterien. «Ein Satz reicht bei uns aktuell für 24 Stunden; mit den Wechselbatterien ist ein Dauereinsatz möglich», erklärt Michael Reichmuth. Geplant sei, dass der Maverick-Hackroboter heuer rund 45 Hektar jäte.

Klar sei sein langfristiges Ziel, dadurch Arbeitsstunden und damit Kosten einzusparen. Als Konkurrenz für die menschliche Arbeitskraft könne das Gerät aber sicher nicht bezeichnet werden, betont Michael Reichmuth: «Er übernimmt die Arbeit, die auf unserem Betrieb niemand gerne macht und für die zukünftig wohl kaum mehr Leute zu finden sind.»

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