Anja Zeidler hat in den letzten Jahren eine ziemliche Wandlung durchgemacht. Einst war sie ein Fitnessmodel und wanderte in die USA aus, um in der dortigen Bodybuilder-Szene durchzustarten. Heute ist die mittlerweile 27-Jährige Mutter einer kleinen Tochter und Influencerin. Sie wirbt auf Instagram für Selbstakzeptanz, Nachhaltigkeit und Veganismus.

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Nackte, geplagte Frau

Die Veganerin gestaltete zusammen mit der Tierschutzorganisation Peta ein Plakat gegen den Konsum von Kuhmilch. Peta ist jene Organisation, die Bauernfamilien anzeigt, deren Stall niedergebrannt ist (die BauernZeitung berichtete). Auf dem Plakat zu sehen ist eine nackte Frau, im Stroh kniend, mit Ketten gefesselt. Mit einer Milchpumpe wird ihr Milch aus den Brüsten abgesogen, sie schreit, weil ihr gleichzeitig ihr Baby weggenommen wird. Darunter steht: «Durch die Hölle für dein Glas Kuhmilch.»

Die Werbefirma Clear Channel lehnte es nun ab, das Plakat in Zürich prominent am Limmatplatz aufzuhängen. Es sei aus verschiedenen Gründen nicht konform für ein Plakat auf den Werbestellen der Firma, «insbesondere was die Darstellung der Frau betrifft», sagte Sprecherin Ursulina Stecher gegenüber dem «Blick».

«Jeder Mutter würde es grauen»

«Auf dem Plakat ist nichts anderes zu sehen als das, was täglich in der Milchindustrie abgeht», widerspricht Anja Zeidler in der Boulevardzeitung. Kuh und Kalb würden getrennt, «jeder Mutter würde es vor diesem Schritt grauen», so die Luzernerin. Trotz ihrer Enttäuschung kann Zeidler den Entscheid teilweise nachvollziehen: «Niemand will diese Brutalität sehen.» Sie stellte das Sujet nun auf Instagram, wo ihr 273 000 Menschen folgen. Statt Kuhmilch solle man doch Haferdrink trinken, empfiehlt sie.

Landwirtschaft reagiert

Auf das Plakat reagierten im «Blick» auch Landwirtschafts-Verbände. «Schweizer Kühe werden nicht schlecht behandelt», so Sandra Helfenstein vom Schweizer Bauernverband. Die Schweiz habe eines der strengsten Tierschutzgesetze weltweit. Und Swissmilk-Sprecher Reto Burkhard sagt: «Der Umgang mit den Kälbern wird streng kontrolliert. Die Kälber werden gut und mit Respekt behandelt.»