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Kritik am Fleischkonsum: so könnte eine standortgerechtere Landwirtschaft in der Schweiz aussehen

Der Fleischkonsum steht immer wieder in der Kritik, diese ist aber oft nicht zielgerichtet. Eine Studie zeigt auf, wie die Schweizer Landwirtschaft sich auf weniger Fleischkonsum ausrichten könnte.


Publiziert: 09.08.2019 / 09:59

Ein SRF-Video fasst die Lage gut zusammen: der Klimawandel bedroht unsere Existenz und ein wichtiger Auslöser davon ist die Tierhaltung im grossen Stil. Die Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) hat in einer Studie im Auftrag von Greenpeace untersucht, wie die Landwirtschaft in der Schweiz ökologisch und tiergerecht wäre.

Standort statt Wirtschaft

Damit folgt die Fragestellung der Forscher einer anderen Logik als die heutige Produktion, die sich nach der Wirtschaft richtet: für die Studie entscheidend war, welche Tierarten in welcher Menge gehalten werden sollten. Das Ziel: eine «tiergerechte und ökologische Landwirtschaft».

Die Vision der ZHAW umfasst folgende wesentliche Punkte:

  1. Graslandbasierte Rindviehhaltung

Weder der Import noch der gezielte Anbau von Futtermitteln sei sinnvoll. Daher würde der Tierbestand in der Schweiz vor allem aus Kühen bestehen. Diese sollen robuste Zweinutzungsrassen sein und in Weidehaltung leben, was wenig arbeitsintensiv und tiergerecht wäre.

Allerdings wäre es nicht möglich, gleich viele Tiere auf diese Weise zu ernähren, wie es heute der Fall ist und sie würden auch weniger leisten. Es gäbe weniger Rindfleisch und weniger Milch.

  1. Geflügel und Schweine als Seltenheit

Ohne den gezielten Anbau von Futter oder Importe würden auch die Bestände von Geflügel und Schweine stark reduziert. Wenn nur noch Nebenprodukte aus der Nahrungsmittelverarbeitung (z.B. Molke) für Nicht-Raufutterverwerter zur Verfügung stünden, gäbe es laut ZHAW 90 Prozent weniger Schweine und die Hälfte der aktuellen Hühner-Bestände. Ausserdem sollten auch bei den Hühnern nur noch Zweinutzungsrassen verwendet werden (weder Lege- noch Masthybriden).

Schweizer Fleisch und Eier würden also zur Rarität, dafür aber dank Weidehaltung von hoher Qualität sein. Sensibilisierte, flexitarische Konsumenten würden das System wirtschaftlich rentabel machen, so die Annahmen der Studienautoren.

Mastställe für Hühner und Schweine würden aus der Landschaft verschwinden. (Grafik Greenpeace)

  1. Ackerbau für den Menschen und mehr Naturflächen

Die Kost wäre pflanzenbasierter, auf den Äckern würde man statt Futter Quinoa, Lupinen, Buchweizen und ähnliche alte und neue Kulturen für die menschliche Ernährung anbauen. Mindestens 10 Prozent der Landesfläche würde «der Natur zurückgegeben», in Form von Grenzertragsflächen und Schutzgebieten. Damit könnte man Ökosysteme und Biodiversität schonen.

Für 2050 wurde mit 10,5 Millionen Schweizern gerechnet. (Grafik Greenpeace)

Ist «TOP» sinnvoll?

Die Forschenden der ZHAW bezeichnen ihre Vision als «Tiergerechte ökologische Produktion», kurz «TOP». Man könnte sagen, es ist ein radikal anderes System als die heutige Landwirtschaft. Aber würde es überhaupt Sinn machen, so zu produzieren? Die Studienautoren sind sich dessen sicher; die Produktion sei wirtschaftlich und gesellschaftlich verkraftbar und Werbebilder würden zur Realität. Ganz klar müssten aber auch die Konsumenten mitziehen.

Weniger Tiere und diese nur noch in Weidehaltung, mehr pflanzliche Kost und Biodiversitätsflächen – gemäss dieser Studie würde das funktionieren. Und laut Weltklimarat ist es höchste Zeit, die Landwirtschaft dementsprechend neu auszurichten.

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