«Das Wetter ist eigentlich gut und bisher hat alles geklappt» stellte David Minder am 24. September 2022 um die Mittagszeit fest. Trotz einiger Regentropfen und etwas feuchtem Boden genossen die Viehzüchter, die Kühe und zahlreiche Schaulustige den schönen Tag. Und Petrus schien die Jubiläumsschau in Leimiswil BE nicht zu vergessen, bei den Misswahlen blinzelte tatsächlich die Sonne durch die Wolken. 

Eine maximale Kuh

Mit einigem Aufwand und einer grossen Portion Herzblut waren der Schauplatz und die Festwirtschaft auf dem Areal der Firma Hermann und Zulliger AG in Leimiswil eingerichtet worden. Vom Blumenschmuck auf den Tischen und Eckpunkten, bis zum Sägemehlring und den perfekten Anbindungen passte alles. Um 9 Uhr war die Auffuhr der Kühe und die Schönheiten wussten sich zu präsentieren. Die beiden Experten Roland Feuz, Unterseen, und Sebastien Menoud, Sales, hatten keine leichte Aufgabe, die Punkte zu vergeben. Da galt es genau hinzuschauen, aber die beiden Fachmänner beherrschten ihre Arbeit. Bei der Vorführung der Ringtiere nach dem Mittagessen war das fachkundige Publikum einer Meinung, wenn die Experten ihre Ausführungen machten. «Das ist eine Maximum-Kuh» war unter anderem zu hören, dies stimmte zum Beispiel bei Minder’s Armani Ilenia denn auch ganz sicher.

Höchste Lebendleistung im Stall von Ulrich Bärtschi

Als Kuh mit der höchsten Lebendleistung von 90'301 Kilo zeichnete Markus Gerber, Präsident Swissherdbook, Long Valley Beacon Wunia, geboren am 24. Dezember 2012, aus. Sie steht im Stall des glücklichen Besitzers Ulrich Bärtschi, Lotzwil. Markus Gerber lobte in seinem Grusswort die Viehzucht in Leimiswil, dies bestätigten auch Walter Rolli, Vertreter vom Bernischen Fleckviehzuchtverband BFZV und Adrian Aebersold, Präsident Oberaargauische Zuchtviehvereinigung. Die drei Viehzüchter und Gremienvertreter, wie auch Christian Burkhalter, Geschäftsführer vom BFZV, ehrten den Viehzuchtverein Leimiswil mit ihrem Besuch. Die Verbandsfunktionäre wissen aus eigener Erfahrung, wie viel Wissen und Können, aber auch das nötige Glück, für die Zucht von Spitzenkühe nötig ist.

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Miss Leimiswil und ihre Mitbewerberinnen

Mit Spannung wurde die Wahl der Miss Leimiswil erwartet. Dabei liessen Roland Feuz und Sebastien Menoud nochmals die schönsten Kühe aus verschiedenen Kategorien im Ring antreten. Die Nervosität bei Tier und Mensch steig sichtlich und es war gar nicht so einfach in einer Reihe zu stehen. Zur Miss Leimiswil wurde dann Minder’s Armani Ilenia gekürt. Sie ist am 7. Februar 2017 geboren und hat am 3. März 2022 gekalbt, sie wurde mit der Maxmalnote von 5555 98 taxiert. Die geniale Red-Holstein-Kuh steht im Stall von David Minder, Leimiswil. Als Vizemiss Leimiswil wurde Möve, geboren am 17. August 2011 gekürt. Die schöne Hörner-Simmental-Kuh auch mit Maximalnote, welche am 10. Februar 2022 gekalbt hat, steht im Stall von Walter Bieri, Rohrbachgraben. Danach galt es noch die Miss Schöneuter zu bestimmen. Diesen Titel gewann Long Valley Gold Chip Lago Nira, geboren am 9. Februar 2020, die Holstein Kuh gehört Ulrich Bärtschi, Lotzwil. Als vierte Miss zeichneten die beiden Ehrendamen Sielia Mass und Anisha Mass die Vizemiss Schöneuter aus. Dies war die Red Holstein Kuh Silona, geboren am 24. November 2018, ihr Besitzer ist Daniel Käser-Egger, Leimiswil.

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Fleissige Kinder und wilde Kälber

Für den besonderen «Jöö-Effekt» sorgte die Kälber Präsentation vor den Miss-Wahlen. «Ich kann das Kälbchen schon ganz gut pflegen» stellte Luke Steffen, Untersteckholz, fest. Sein Vater ist mit David Minder befreundet und so war Ocean vor und während der Präsentation in der Obhut vom Buben. Mit viel Sorgfalt glitt die Bürste über das schwarze Fell und auch etwas Spray durfte nicht fehlen. Für die Vorführung wurde das blaue Sennechutteli angezogen und voller Stolz dreht Luke Steffen mit seinem vierbeinigen Begleiter die Runden. 

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Er war dabei nicht alleine, andere Buben in Chühermutz, Mädchen in Tracht oder Dirndl waren ebenso aktiv. Dabei war es nicht für alle ganz einfach, waren doch einige der Kälber etwas wild, was für die Kinder etwa zu Berührungen mit dem Sägemehl führte. Einfacher war es da schon, wenn das Kalb noch so klein war, dass es sich selber hinlegte und kaum Lust verspürte sich zu präsentieren. Stolz waren aber alle Kinder, als sie zur Erinnerung an den grossen Tag eine Schelle mit Gravur in Empfang nehmen durften.

Eine schöne Feier

Beim Apéro und anschliessendem Mittagessen bot sich für die Viehzüchter von Leimiswil beste Gelegenheit mit den Besuchern in Kontakt zu kommen. Dabei konnte Präsident David Mindern den Helfern, Sponsoren und allen verdienten Viehzuchtkollegen den besten Dank aussprechen. Nach der erfolgreichen Jubiläumsschau fand der öffentliche Züchterabend statt. Dort zeigte sich einmal mehr, welche Arbeit die Verantwortlichen bereits im Vorfeld für die Jubiläumsschau «100 Jahre Viehzuchtverein Leimiswil» geleistet hatten. Jeder Aussteller und die beiden Milchwäger, Ruth Minder und Hansruedi Jost, bekamen als Erinnerung an das 100-jährige Jubiläum eine Treichel. Ein grosser Dank ging an die zahlreichen Helferinnen und Helfer für ihren Einsatz, speziell die Landfrauen von Leimiswil. Präsident David Minder dankte allen, die zum eindrücklichen Jubiläum beigetragen hatten. Mit den besten Wünschen für Haus und Hof, sowie Erfolg und Gesundheit, endete der eindrückliche Jubiläumsanlass.

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