Am 17. Februar 2008 rief Kosovo seine Unabhängigkeit aus. Europas jüngster Staat mit seinen 1,9 Mio Einwohnern hat in den vergangenen zwei Jahrzehnten als Uno-Protektorat und später als eigenständiger Staat von der internationalen Gemeinschaft Milliardenhilfen erhalten. Trotzdem zählt es gemäss offiziellen Statistiken zu den ärmsten Ländern Europas.

Hoffnung: Biolandbau

Doch es gibt Hoffnung – zumindest für die Landwirtschaft – und zwar im Biolandbau. Kosovo startete mit dem Export biologisch zertifizierter Wildsammlungen von Kräutern, Beeren und Pilzen vor rund zehn Jahren. Als die Exporteure den wachsenden Markt in Europa beobachteten, setzten sie zusammen mit Organisationen wie Caritas Schweiz Impulse, um den Biolandbau breitflächiger zu entwickeln.

Anbau, Lagerung und Weiterverarbeitung

Im Auftrag von Caritas Schweiz bilden FiBL-Mitarbeiter Biobauern und Umsteller im professionellen Anbau von Kräutern, Beeren und Gemüse nach Biostandards aus. Begleitend zu den Trainings wird vom FiBL Trainingsmaterial in den beiden lokalen Sprachen, Albanisch und Serbisch, erstellt. Themen sind moderne Anbaupraktiken, aber auch, wie die Ware nach der Ernte gelagert und weiterverarbeitet werden muss.

Einige der dort hergestellten Bioprodukte landen auch auf dem Schweizer Markt. Gemäss BLW wurden 2020 Biokräuter im Umfang von 20 Tonnen importiert, die zu Tees, Gewürzen oder Naturkosmetik-Produkten weiterverarbeitet und verkauft wurden.

Neben dem Kosovo hat das FiBL in den letzten fünf Jahren Projekte in Albanien, Nordmazedonien und Serbien durchgeführt, jeweils mit dem Ziel, den Biolandbau weiter zu professionalisieren.