Der Präsident der schweizerischen Geflügelproduzenten Adrian Waldvogel schaut auf ein erfolgreiches Jahr zurück. Die Inlandproduktion konnte gegenüber dem Vorjahr um 2 % weiter gesteigert werden auf 121 562 Tonnen (Schlachtgewicht), das entspricht einem Selbstversorgungsanteil von 61.9 % bei einer Totalmenge von 196 282 Tonnen. 

Geflügelproduzenten konnten den Absatzmarkt steigern

Er blickt auf einen nach wie vor steigenden Absatzmarkt: Die Geflügelproduktion konnte innerhalb der letzten zehn Jahre um 41 % gesteigert werden. Jedoch bedauert er, dass der Inlandanteil gemessen am Gesamtkonsum wieder um 1,8 % gesunken ist und die Importe um 10,8 % zugenommen haben.

«In einem weiterhin stark wachsenden Markt braucht es dringend neue Produktionsflächen und ‑betriebe», sagt Waldvogel. Nach wie vor seien viele Bauprojekte durch Einsprachen blockiert. Er erklärt, dass die Geflügelproduzenten mit sinkenden Emissionen, besserer Futtereffizienz und einem tieferen Antibiotikaeinsatz ihre Hausaufgaben gemacht und die Anforderungen weiter übertroffen haben. 

Marktführer bleiben dieselben

Abo Nach Ausbruch in Zürich Ab Montag gelten schweizweit Massnahmen gegen die Vogelgrippe Donnerstag, 24. November 2022 «Wir warten nicht auf Lösungen, wir schaffen sie», erklärt Adrian Waldvogel vor der Versammlung und erläutert, dass die Zielvereinbarung mit dem BLW zum Absenkpfad nach wie vor ein Thema bleiben wird. Die beiden Gruppen von Migros (Micarna) und Coop (Bell) sind weiterhin marktführend im Geflügelmarkt mit einem Marktanteil von zusammen über 73 %.

Donat Schneider von Proviande erklärt, dass die Zahlungsbereitschaft der Konsumentinnen und Konsumenten für Schweizer Fleisch vorhanden sei, was er zur guten Positionierung der Marke «Schweizer Fleisch» wertet. 

Es gilt Achtsamkeit in der Seuchensituation

Sämtliche Anträge an die Delegiertenversammlung wurden einstimmig angenommen. Waldvogel weist auf die Seuchen hin, die sowohl in der Schweiz als auch im EU-Raum Thema sind. Die Anfang November in der Schweiz aufgetretenen Fälle der Vogelgrippe haben sich nicht weiter verbreitet. Ebenfalls kommt die hochansteckende Vogelseuche «New Castle desease» näher, auch da sei Achtsamkeit nötig.

Vogelgrippe: Massnahmen per 1. April 2026 aufgehoben

Wie das BLV (Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen) in seiner Medienmitteilung vom 30. März 2026 mitteilt, werden per 1. April die verordneten Präventionsmassnahmen zur Vogelgrippe aufgehoben. Seit Mitte Februar seien schweizweit keine Krankheitsfälle bei Wildvögeln mehr festgestellt worden, zudem sei der alljährliche Zug der Wildvögel weitgehend abgeschlossen. Damit sinke das Risiko für Vogelgrippe-Fälle in der Schweiz. Das BLV beobachtet die Entwicklung der Lage in der Schweiz und Europa weiterhin.

New Castle desease (atypische Geflügelpest) ist in Europa weiterhin auf dem Vormarsch: Der letzte Fall wurde am 9. März in Spanien festgestellt. Weitere Fälle wurden in Polen, Litauen und Deutschland gemeldet. In der Schweiz wurde der letzte Fall vor vier Jahren gemeldet, seither gilt die Schweiz als frei von der Seuche. Eine Impfung ist in der Schweiz, anders als in der EU, nach wie vor nicht erlaubt.