Zusammen mit den Kantonen verfügt das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) vorbeugende Massnahmen für die ganze Schweiz. Die Behörden reagieren damit auf den die ersten zwei Vogelgrippe-Fälle in Seuzach ZH, wo eine private Tierhaltung betroffen war.

Kein Kontakt von Wildvögeln und Hausgeflügel  

«In weiten Teilen Europas tritt das Vogelgrippe-Virus seit einiger Zeit vermehrt auf», teilt das BLV mit. Damit steige das Risiko, dass Wildvögel die Seuche in die Schweiz bringen, zumal zurzeit Zugvögel unterwegs sind. Daher steht die Vermeidung eines Kontakts zwischen wilden Vögeln und Hausgeflügel im Fokus der angeordneten Massnahmen.

Alle Hühnerhaltungen sind zu registrieren
Das BLV weist darauf hin, dass seit 2010 für alle Geflügelhaltungen – auch mit nur wenigen Tieren – eine Registrierung obligatorisch ist. Solche Daten vereinfachen es für die Behörden, beispielsweise in einem Seuchenfall mit den Tierhalter(innen) in Kontakt zu treten. Für das Nicht-Einhalten von vorbeugenden Schutzmassnahmen gegen die Vogelgrippe können z. B. Bussen verhängt werden. Im Kanton Zürich setze man sie Mitte November 2022 bei bis zu 10'000 Franken an.
Informationen zur Registrierung von Geflügelhaltungen finden Sie hier.

Schützen mit Zäunen und Hygieneschleuse

Ab Montag, dem 28. November 2022 sind alle Schweizer Geflügelhaltenden dazu aufgefordert, folgende Vorschriften zu befolgen:

Auslauf: Nur in einem vor Wildvögeln geschützten Bereich. Falls das nicht möglich ist, seien Futter- und Wasserstellen für Wildvögel unzugänglich zu machen.

Zäunen: Auslaufflächen und Wasserbecken sollen durch Zäune oder engmaschige Netze vor Wildvögeln geschützt werden.

Trennen: Hühner müssen getrennt von Gänsen und Enten gehalten werden.

Biosicherheit: Um das Einschleppen des Virus in die Tierhaltung über Personen und Geräte zu verhindern, soll der Zutritt zu den Tieren auf das Notwendigste beschränkt und eine Hygieneschleuse eingerichtet werden. «Ziehen Sie saubere Schuhe und Kleider an und waschen und desinfizieren Sie die Hände vor dem Betreten», schreibt das BLV.

Veranstaltungen: Geflügelmärkte und -ausstellungen sind verboten.

BTS und «Freilandhaltung» bleiben

Die Vogelgrippe verläuft bei Geflügel oft tödlich. (Bild Pixabay)VogelgrippeVogelgrippe: So erkennen Sie SymptomeMittwoch, 12. Februar 2020 Die Massnahmen gelten gemäss Mitteilung bis mindestens 15. Februar 2023. Direktzahlungen für «besonders tierfreundliche Haltung» werden weiterhin ausbezahlt und die Bezeichnung «Freilandhaltung» könne – vorläufig – weiterhin verwendet werden.

Das Virus hat sich verändert
2022 waren erstmals auch im Sommer hunderte wildlebende Vögel vom Vogelgrippe-Virus betroffen. «Das Virus hat seine Eigenschaften verändert», hält das BLV fest: Es stecken sich immer mehr Geflügel- und Wildvogelarten damit an, wodurch das Risiko einer Einschleppung wachse und sich zudem nicht mehr auf Gewässer begrenze. Zurzeit gilt das Risiko als besonders gross, da Zugvögel aus Nordosteuropa zur Überwinterung in der Schweiz eintreffen.

Nur in äusserst seltenen Fällen und nur bei sehr engem Kontakt ist das zirkulierende Vogelgrippe-Virus H5N1 auf den Menschen übertragbar. Sämtliche Geflügelprodukte können nach Behördenangaben ohne Bedenken konsumiert werden. Wer Wildvögel tot auffindet, soll sie aber aus Sicherheitsgründen nicht berühren und den Fund bei der Wildhut, der Polizei oder dem Veterinärdienst melden.