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Mit diesen Massnahmen schafft man gute Chancen für magere Ferkel

Grosse Würfe bringen häufig untergewichtige Ferkel. Diese sind mehrfach benachteiligt und müssen entsprechend unterstützt werden.

Auch wenn in der Schweizer Schweinezucht die Anzahl Ferkel pro Wurf nicht mehr gesteigert werden soll, gibt es immer wieder grosse Würfe mit 15 und mehr Ferkeln. Bei grossen Würfen ist die Gebärmutter überbelegt. Das kann dazu führen, dass einzelne Föten des Wurfes unterversorgt werden. Bei diesen Föten kommt es zu einer Wachstumsverzögerung.

Gegenüber den normal entwickelten Wurfgeschwistern sind die kleinen Ferkel mehrfach benachteiligt. Welche Nachteile sie haben und wie stark diese ausgeprägt sind, hängt vom Ausmass der Unterversorgung während der Trächtigkeit ab. Die Ferkel, die schlecht versorgt wurden, sind bei der Geburt in der Regel kleiner als ihre Wurfgeschwister.

Untergewichtig unter 1 kg

Als untergewichtig gilt ein Ferkel, wenn es mit weniger als 1 kg Körpergewicht geboren wird. Es kommt vor, dass der Schädel die sogenannte «Delfinstirn» aufweist. Bei einer relativ starken Unterversorgung mit Nährstoffen versorgt der Körper des Ungeborenen in erster Linie das Gehirn und das Herz. Das führt dazu, dass diese Organe sich entwickeln, der Rest aber mehr oder weniger stark zurückbleibt. So kommt die veränderte Form des Schädels zustande. Auch solche Ferkel haben die Chance, ihren Rückstand später aufzuholen.

Mit diesen Massnahmen schafft man gute Chancen für magere Ferkel
Bei untergewichtigen Ferkeln kommt es vor, dass der Schädel die sogenannte «Delfinstirn» aufweist. Denn bei einer relativ starken Unterversorgung mit Nährstoffen versorgt der Körper des Ungeborenen in erster Linie das Gehirn und das Herz.

Bei der Muttersau schon vorbeugen

Je grösser die Gewichtsunterschiede innerhalb des Wurfes sind, umso höher ist das Risiko für die Kleinen. Der grosse Wurf an sich ist also nicht so problematisch, wenn er ausgeglichen ist und alle Ferkel eher klein sind. Daher ist die gute Versorgung der Muttersau das beste Mittel, um vorzubeugen.

Ganz zu Beginn der Trächtigkeit kann die Ausgeglichenheit des Wurfes beeinflusst werden. In diesem Zeitraum nisten sich die Embryonen ein und die Gefässe für ihre Versorgung werden angelegt. Die bedarfsgerechte Fütterung der Muttersau beeinflusst diese Vorgänge positiv. Auch muss während der ganzen Trächtigkeit Stress vermieden werden, damit sich die Ferkel möglichst gut entwickeln. Gegen Ende der Trächtigkeit bewirkt eine gute Versorgung der Mutter noch eine Gewichtszunahme der Ferkel. Und schlussendlich sind die Ferkel vitaler, je rascher die Geburt verläuft.

Gewicht als Problem

Häufig wiegen Ferkel zwar weniger als 1 kg, haben aber körperlich keine weiteren Einschränkungen.

Nachteile gegenüber schwereren Wurfgeschwistern haben sie aber trotzdem:

Leichtere Ferkel haben im Vergleich zu ihrem Volumen eine grössere Körperoberfläche als schwerere Ferkel. Dadurch verlieren sie noch rascher Körperwärme.

Kalte Temperaturen im Stall können deswegen für untergewichtige Ferkel besonders rasch gefährlich werden.

Die Chancen auf eine der besten Zitzen stehen für leichtere Ferkel ebenfalls schlechter. Durch ihr geringeres Gewicht sind sie in den Kämpfen um die guten Zitzen den anderen unterlegen.

Und auch wenn das kleine Ferkel stark genug ist, um an das Gesäuge der Mutter zu gelangen und eine funktionierende Zitze zu erwischen, wird es weniger kräftig an der Zitze ziehen und so weniger Milch aufnehmen können.

Kleine Ferkel erhalten dadurch in der Regel weniger Kolostralmilch, also auch weniger Abwehrstoffe. Ihr Immunsystem ist dadurch schwächer als das der schwereren Geschwister. Häufig bleiben die zu leicht geborenen Ferkel während der Säugezeit kleiner als der Rest des Wurfes.

Einer der Nachteile kann aber zum Vorteil werden. Ein Ferkel, das eine schwächere Zitze belegt, lernt eher zu fressen als eines, welches ausreichend mit Milch versorgt wird. Manchmal sind es deswegen gerade die Kleinsten, die nach dem Absetzen mit der Umstellung weniger Probleme haben. Sie holen auf und bis zum Ende der Mast ist kein Unterschied mehr erkennbar.

Leichtgewichte unterstützen

Sind die Ferkel geboren, ist selbstverständlich nicht nur für die Untergewichtigen das gut beheizte Ferkelnest sehr wichtig. Es soll möglichst einfach zu finden sein, damit sich die Kleinen nicht in die Nähe der Mutter legen. Gerade untergewichtige Ferkel sind oft zu schwach, um rechtzeitig zu fliehen, und werden sonst eher erdrückt. Es macht ausserdem Sinn, die Erstgeborenen kurzzeitig ins Ferkelnest zu sperren, nachdem sie am Gesäuge waren. Dadurch erhalten auch die später geborenen Ferkel die Möglichkeit, in den ersten Lebensstunden zu trinken. Zusätzlich können untergewichtige Ferkel direkt an einer Zitze angelegt werden. Auch der Wurfausgleich kann eine vielversprechende Lösung sein. Ziel ist es, eine höhere Ausgeglichenheit der Ferkel an einem Gesäuge zu erreichen. Die ausgewählte Amme soll ihren eigenen Wurf aber bereits mit Kolostralmilch versorgt und Ferkel im möglichst gleichen Alter haben.

Eine andere Möglichkeit kann es sein, den kräftigeren Ferkel die Zahnspitzen zu schleifen. Dabei muss unbedingt beachtet werden, dass nicht zu tief geschliffen wird. Die leichtesten Ferkel im Wurf behalten ihre scharfen Zahnspitzen und haben so einen Vorteil im Kampf um die Milch. Mit etwas Unterstützung hat auch ein untergewichtiges Ferkel gute Chancen. Und auch wenn momentan die Preise nicht dafür sprechen, ist es aus ethischer Sicht richtig, die Verluste während der Säugezeit mit entsprechenden Massnahmen möglichst tief zu halten.

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