Dank ihres gutmütigen Charakters und ihrer idealen Anpassungsfähigkeit werden Büffel heutzutage gerne auch als Landschaftspfleger eingesetzt. Wasserbüffel sind robust und widerstandsfähig gegen die Unbill von Witterung, Klimaeinflüssen und Krankheiten. Neben Gras fressen Wasserbüffel von anderen Weidetieren verschmähtes Futter wie etwa dornige Hecken und Disteln. Auf der Alp können Wasserbüffel zudem problemlos zusammen mit Rindern gehalten werden. So überrascht es denn nicht, dass heuer auf der Alp Malbun oberhalb Buchs im

St. Galler Rheintal zehn Büffelrinder gealpt werden.


Friedlich und zutraulich


Allen Unkenrufen zum Trotz sind Büffel bei regelmässigem Kontakt mit Menschen friedlich und zutraulich. Beim Besuch auf der Malbuner Weide näherten sich die jungen Wasserbüffel ruhigen Schrittes den Besuchern und liessen sich von den beiden Kindern Simon (5) und Melina (3) kraulen. Simon näherte sich mutig den Wasserbüffeln, nachdem sich die kleine Herde auf ihn zubewegt hatte. Simon lachte und sagte voller Begeisterung: «Schau mal, sie sind voll zahm. Sie sind ganz ruhig und freuen sich, dass wir sie auf der Weide besuchen.»

Auf verschiedenen Stationen

Die jungen Büffel verbrachten die ersten Monate ihres Lebens auf dem Hof der Familie Litscher in Sevelen, deren kleine Kinder sich schon oft bei den Wasserbüffeln aufhielten. Danach waren die zehn Jungbüffel während

weniger Monate auf dem Hof von Alpbewirtschafter Ueli und Margrit Abderhalden im Zürcher Oberland, bevor sie auf die Alp Malbun am Buchserberg kamen.


Nach der Alpsaison werden die Wasserbüffel vom Buchserberg  in exklusiven Restaurants als Alp-Büffel - lateinisch «Bubalus Alpensis» -  auf dem Teller landen. Sie werden ausschliesslich in einigen der acht Restaurants von Michel Péclard angeboten. «Vom Büffel-Züchter auf die nahegelegene Alp und von der Alp zum direkten Abnehmer»: Auch so kann ein kleines, intaktes Netzwerk funktionieren.


Beim Produzenten erhältlich

Wasserbüffel sind für Mastbetriebe nicht geeignet, weil sie ein bis zwei Jahre brauchen, um ein Gewicht von 400 bis 500 Kilogramm zu erreichen. Deshalb wird Büffelfleisch bei Grossverteilern kaum Einzug halten. Als Nischenprodukt im Direktverkauf und für Gastrobetriebe – und auch für Geniesser – ist das Fleisch als Spezialität aber besonders begehrt. So kann derzeit Frischfleisch vom Büffel direkt bei Produzenten bezogen werden. Das gilt auch für Würste und Trockenfleisch. Beide Erzeugnisse werden in verschiedenen Variationen als Nischenprodukte angeboten.


Mozzarella und mehr

Nachdem das Radio SRF vor zwei Jahren einen kritischen Bericht über die Büffelhaltung in Italien ausgestrahlt hat, verzichten Schweizer Konsumenten zu
sehends auf italienischen Büffelmozzarella und greifen stattdessen lieber zu einem Schweizer Produkt. Weniger bekannt ist allerdings, dass auch Büffel-Feta angeboten wird oder beispielsweise Büffel-Halbhartkäse, etwa aus der Städtli-Chäsi in Lichtensteig.

Heidy Beyeler