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«Systematische Vernachlässigung»: Es braucht eine Lösung für importiertes Pferdefleisch

Entlang der Produktionskette von Pferdefleisch herrschen in einzelnen Ländern unhaltbare Zustände. Nationalrätin Meret Schneider (Grüne / Zürich) fordert nun den Bundesrat zum Handeln auf.


Die Anforderungen der EU werden bei Tierschutz und Rückverfolgbarkeit von Pferden in Argentinien, Australien, Kanada und Uruguay nicht eingehalten, schreibt Nationalrätin Meret Schneider in ihrem Postulat. Sie beruft sich auf die Untersuchungen von Nichtregierungs-Organisationen und EU-Audits. Problematisch dabei sei die Tatsache, dass die EU-Tierschutzanforderungen nur für Schlachthöfe gelten, was in den Sammelstellen oder beim Transport geschieht, ist somit unterhalb des Radars.  

Schlechte Versorgung und kein Schutz

Wie Meret Schneider die Haltungsbedingungen in den genannten Ländern schildert, ist erschreckend: Die Tiere würden entlang der Produktionskette von Pferdefleisch «systematisch vernachlässigt und misshandelt», geschlagen, getreten und mit Elektroschocks traktiert. In den Ställen der Schlachthöfe wie auch den Sammelstellen gebe es zu wenig Futter und Schutz vor extremer Witterung. Ausserdem werden laut Schneider Pferde eng zusammengepfercht und über weite Distanzen ohne Wasser transportiert. 

Ihre Aussagen decken sich mit jenen der international tätigen Tierschutz-Organisation Animal Welfare Foundation. Auch der Tierschutzbund Zürich setzt sich gemäss der Pferde-Zeitschrift «Kavallo» seit Jahren für Verbesserungen in Sachen Pferdefleischimporten ein. 

Nicht für die Lebensmittelherstellung

In Argentinien, Australien, Kanada und Uruguay gelten Pferde nicht als für Herstellung von Lebensmitteln genutzte Tiere, fährt Meret Schneider in der Begründung ihres Postulats fort. Daher würden ihnen Medikamente verabreicht, die in der Fleischproduktion in der EU und der Schweiz verboten seien. 

Eine Gefahr für die Konsumenten

Es bestehe ein Lebensmittelrisiko für europäische Konsumenten, da die bestehenden Rückverfolgungssysteme unzuverlässig seien, warnt die Nationalrätin. Diese beruhten nämlich auf Aussagen der Pferdebesitzer und -händler. So kämen Tiere unbekannter Herkunft mit unklarer medizinischer Geschichte oder auch gestohlene Pferde in die Nahrungskette. 

Importe verbieten?

Angesichts dieser Tatsachen ruft Meret Schneider per Postulat zusammen mit 14 Mitunterzeichnenden den Bundesrat zum Handeln auf: Er solle prüfen, welche Massnahmen in dieser Sache getroffen werden könnten. Insbesondere müsse ein Importverbot von Pferdefleisch aus Ländern, deren Rückverfolgungssystem ausschliesslich auf den Erklärungen von Pferdebesitzern und -händlern beruht, diskutiert werden. 

Auf Change.org läuft derweil eine ähnliche Petition auf EU-Ebene. Die Unterzeichnenden fordern von der EU-Kommission einerseits länderspezifische Importstopps für Pferdefleisch und andererseits EU-Tierschutzstandards auch für Transporte und die Unterbringung der Tiere in Sammelstellen. Bisher haben über 142'000 Menschen für das Anliegen unterschrieben.  

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