Abo Pflanzenschutz PFAS jetzt auch in Brot und Wein – liegt die Schuld bei den Bauern? Freitag, 10. Oktober 2025 Nachdem in St. Gallen Betriebe wegen zu hoher PFAS-Werte im Fleisch ihre Produkte nicht mehr verkaufen konnten, ist die schweizweite Belastung von Lebensmitteln eine grosse Unbekannte. Es stellt sich die Frage, ob es vielen Betrieben wie jenen in St. Gallen ergehen wird, wenn die Kantone ihre Messkampagnen abgeschlossen haben und die Ergebnisse vorliegen.

Tierische Lebensmittel halten Grenzwerte «fast ausnahmslos» ein

Der Verband Schweizer Kantonschemiker (VKCS) und das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) geben Entwarnung: Tierische Lebensmittel auf dem Schweizer Markt halten die geltenden PFAS-Höchstwerte «fast ausnahmslos» ein.

Die schweizweite Analyse umfasste rund 900 Proben von Fleisch, Eiern und Fisch, für die das Schweizer Recht Höchstwerte vorschreibt. Insgesamt siebenmal wurde dieser überschritten: Von fünf Rindfleischproben, einmal bei Fisch und einmal bei Eiern. Die betroffenen Betriebe (kontrolliert wurden Hersteller, Verarbeiter und Händler) müssen nun Massnahmen zur Wiederherstellung des gesetzlichen Zustands ergreifen.

Kein flächendeckendes Problem mit PFAS-Höchstwerten in der Schweiz

Abo Schadstoffe im Fokus PFAS sind überall – Entschädigungen aber rechtlich unmöglich Mittwoch, 19. Februar 2025 Für Milch und Milchprodukte gibt es noch keine gesetzlichen Höchstwerte, sie werden aber laut BLV in Abstimmung mit der EU künftig eingeführt. Die Kontrollkampagne förderte bei zwei der 276 Proben (zwei Prozent) Überschreitungen der empfohlenen Richtwerte zu Tage. «Diese Befunde lassen darauf schliessen, dass in der Schweiz kein generelles, flächendeckendes Problem in Bezug auf die Einhaltung der PFAS-Höchstwerte vorliegt», schlussfolgert der VKCS. Lokale Probleme seien nicht auszuschliessen, «diesbezüglich sind weitere Abklärungen nötig.»

In der schweizweiten Messkampagne fiel gemäss Bericht besonders häufig PFOS auf. In die Umwelt gelangt dieser Vertreter der PFAS-Stoffgruppe etwa aus Löschschäumen oder Klärschlämmen. Und es war PFOS, das in St. Gallen für die erwähnten Probleme sorgte. Der Stoff ist in der Schweiz seit 2006 in Verwendung, Herstellung in Inverkehrbringung stark eingeschränkt.