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Pferde im Dienste der Armee: Ein Einblick in die Trainausbildung

Wo Fahrzeuge scheitern, gehen Pferde weiter. In einer eindrücklichen Vorführung zeigen die Trainsoldaten am Vorbesuchstag, wie Mensch und Tier auch auf dem modernen Schlachtfeld ein eingespieltes Team bilden.

Vor einem kleinen Holzhüttchen sitzt ein Soldat und spielt Akkordeon. Ein fast idyllisches Bild, das kaum vermuten lässt, dass gleich militärische Präzision und Disziplin das Feld bestimmen werden. Am Vorbesuchstag der Armee durften die Mitglieder der Interessengemeinschaft Original Freiberger unter anderem einen Einblick in die Ausbildung der Train- und Patrouillenreiterzüge am Standort Sand-Schönbühl erhalten.

Tradition trifft Moderne

Der Soldat mit dem Akkordeon wird nach einigen Minuten von zwei Leutnants abgelöst. «Wo findet das Pferd zwischen Kampfpanzern und Kamikazedrohnen auf dem modernen Schlachtfeld noch seinen Platz? Wir möchten ihnen einen anderen Aspekt der Kriegsführung zeigen und zeigen, was dort passiert, wo kein Rad fährt», erklärt einer der Leutnants.

Vom klassischen Feldstecher bis zur modernen Aufklärungsdrohne

Als Erstes folgt die Befehlsausgabe unter der Leitung eines Wachtmeisters. Er weist den Binomen (Zweierteam von Soldaten) je einen Sektor auf dem Gelände zur Überwachung zu. Während der Chef des Binoms die Befehlsausgabe entgegennimmt, sichert der zweite Mann den äusseren Ring. Danach nehmen die Binome ihre Stellung ein.

Pferde im Dienste der Armee: Ein Einblick in die Trainausbildung
An ihrem Mitgliederausflug besuchten die Mitglieder der Interessengemeinschaft der Original Freiberger (IGOFM) den Vorbesuchstag der Armee im Sand-Schönbühl.

Für die Nachrichtenbeschaffung stehen ihnen zahlreiche Mittel zur Verfügung: vom klassischen Feldstecher über Wärmebildgeräte bis hin zur modernen Aufklärungsdrohne. Eine multifunktionale Tarndecke sorgt zusätzlich dafür, dass die Reiter vor Infrarot- und Wärmebildkameras geschützt sind. Dank Nachtsichtgeräten bleiben die Patrouillenreiter rund um die Uhr einsatzbereit.

Pferde im Dienste der Armee: Ein Einblick in die Trainausbildung
Eine multifunktionale Tarndecke sorgt dafür, dass die Reiter vor Infrarot- und Wärmebildkameras geschützt sind.

Pferd und Soldat müssen sich vertrauen

In der Zwischenzeit fährt ein Transporter vor. Der Sprinter bietet Platz für sechs Tiere, die bereits gesattelt innert weniger Minuten einsatzbereit sind. Routiniert werden die Pferde ausgeladen und beladen. Jeder Handgriff sitzt. In östlicher Richtung bewegt sich eine Traingruppe getarnt durch den Wald.

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Vorsichtig steigen die Rekruten mit ihren Pferden das unwegsame Gelände hinunter. Pferd und Soldat müssen hier eng zusammenarbeiten.

Auf der gegenüberliegenden Seite steigt eine weitere Traingruppe über einen Wall ab. Eine Vorhut sichert zuvor das Gelände ab. Danach steigen die Rekruten mit ihren Pferden vorsichtig das unwegsame Gelände hinunter. Pferd und Soldat müssen in solchen Situationen eng zusammenarbeiten. Auf flachem Gelände angekommen, geht es für die Gruppe an den Aufbau eines Biwaks. Innert fünf Minuten muss das Nachtlager stehen.

Pferde im Dienste der Armee: Ein Einblick in die Trainausbildung
Innert fünf Minuten müssen die Rekruten ihr Biwak aufgestellt haben.

Dort wo Fahrzeuge nicht hinkommen

Aus dem Wald auf der gegenüberliegenden Seite tritt eine weitere Traingruppe, angeführt von drei Rekruten mit ihren Maultieren, gefolgt von Freibergerpferden. Sie bringen Verpflegung, Rucksäcke und Wassersäcke mit. Auf diese Weise können auch Truppen beliefert werden, die an Standorten stationiert sind, die mit dem Fahrzeug nicht erreichbar sind.

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Neben Warmblüter und Freibergerpferden finden sich auch Maultiere in der Trainkompanie.

Das Binom des Patrouillenreiterzuges überwacht weiterhin vom Wall aus seinem Sektor mit Feldstecher und Wärmebildgerät.

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Mit Feldstecher und Wärmebildgerät überwacht das Binom des Patrouillenreiterzuges vom Wall aus seinen Sektor.

Beobachtet, ohne es zu wissen

Plötzlich wird eine verdächtige Person mit einem grauen Rucksack gesichtet. Die Patrouillenreiter reagieren sofort und halten die Person an. Während ein Soldat absteigt und die Person anspricht, sichert sein Partner die Deckung. Der Rucksack wird überprüft, die Person abgeführt.

Was bis jetzt niemandem aufgefallen ist: Bereits während der gesamten Vorführung kreiste eine Drohne eines gedeckt im Gelände operierenden Binoms über unseren Köpfen und beobachtet die Situation aus der Höhe. «Ziel ist, dass man beobachtet wird, ohne es zu merken», erklärt der Leutnant.

70 Schritte pro Minute

Die Traingruppe vom Anhänger hat ihre Pferde inzwischen beladen und bringt ihre Ware nun zum Biwak. Wichtig dabei ist das Einhalten des Trainschritts: 70 Schritt pro Minute. Dadurch bewegen sich die Rekruten mit ihren Pferden sehr langsam, um Druckstellen und Verletzungen zu vermeiden.

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70 Schritte pro Minute, so langsam müssen sich die Trainsoldaten mit ihren Pferden fortbewegen. So sollen Druckstellen und Verletzungen auf den langen Märschen vermieden werden.

Auch die Truppe am Biwak ist fertig und die Pferde können sich erholen. Ebenso hat die Truppe für sich selbst ein Zelt errichtet. Ein wichtiger Grundsatz aber lautet: «Zuerst mein Tier, dann ich.» Mit der Pferdewache wird sichergestellt, dass die Tiere stets optimal versorgt sind und ruhig im Biwak stehen.

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Mit den geländesicheren Pferden können auch Truppen beliefert werden, die an Standorten stationiert sind, die mit dem Fahrzeug nicht erreichbar sind.

Die Patrouillenreiter werden zurückbefohlen und die Übung beendet. Was zurück bleibt ist die Faszination über das enge Zusammenspiel und das Vertrauen zwischen dem Soldaten und seinem treuen Begleiter.

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