In der vergangenen Woche wurden vielerorts bereits die Saatarbeiten vorgenommen. Bei der Saat gilt es, einige Punkte zu beachten. Die Saattiefe sollte bei Zuckerrüben auf 2 bis 3 cm justiert werden. Die Saatablage ist auf die rückverfestigte Bodenschicht anzulegen, damit das Saatkorn ausreichend Boden- und Wasseranschluss hat.
Auflaufverluste unbedingt einberechnen
Das Saatbett sollte aus diesem Grund auch nicht zu tief bearbeitet sein. «Versinkt» man im Saatbett, so hat man die Bearbeitung tendenziell zu tief vorgenommen. Die Aussaatstärke beträgt im konventionellen Anbau erfahrungsgemäss 100 000 bis 110 000 Körner pro Hektare.
Mit einer solchen Aussaatstärke sind Auflaufverluste eingerechnet, wodurch am ehesten eine optimale Bestandesdichte von 80 000 bis 95 000 Pflanzen pro Hektare erzielt wird.
Frisch gesäte Rüben sind weniger empfindlich
In den vergangenen Tagen kam es zu mehreren Frostereignissen. Frisch gesäte Rüben sind in der Regel weniger frostempfindlich. Sobald jedoch das Saatgut aufquillt und keimt, nimmt auch die Frostanfälligkeit der Pflanzen zu.
Feuchte Bodenbedingungen bestärken zudem das Risiko von allfälligen Frostschäden. Die Kombination von Frost- und Tauwetter kann im Boden Kompressionen verursachen, die zu Schäden am Keimschlauch der Rübenpflanzen führen können.
Frühgesäte Rüben regelmässig kontrollieren
Frühgesäte Rüben, welche bereits aufgelaufen sind, sollten 1 bis 2 Tage nach dem Frostereignis bei schöner Witterung besucht und auf allfällige Frostschäden kontrolliert werden.
Frostschäden sind nach ein paar Tagen anhand der schwarz welkenden Keimblätter und eines schwarzen Vegetationspunkts (Rübenherz) zu erkennen.
Rübenstadium spielt untergeordnete Rolle
Bei den frühgesäten Klassikrüben steht die erste Herbizidapplikation bevor. Sobald die ersten Unkräuter auflaufen, sollte diese gesetzt werden. Das Rübenstadium spielt dabei eine untergeordnete Rolle. Mit den prognostiziert steigenden Temperaturen sinkt auch das Risiko von Phytotox an der Kultur.
Beim klassischen Herbizideinsatz gilt zu beachten, dass jegliche Phenmedipham-Solo-Produkte mit EC-Formulierung ohne Aufbrauchfrist vom Markt zurückgerufen wurden.
Bei Smart Rüben kann mit der ersten Herbizidbehandlung ab dem 2-4-Blattstadium des Weissen Gänsefusses zugewartet werden.
Köderfallen für Schnecken auslegen
Aufgrund der feuchten Bedingungen sollten Köderfallen für Schnecken ausgelegt werden. Hierzu sind Schneckenkörner auf Metalldehyd-Basis unter einem Beschattungsgegenstand (Kartonsack) zu streuen.
Metalldehyd schädigt die Schleimzellen der Schnecken, was zu einer übermässigen Schleimabsonderung und somit zum Eintrocknen der Schnecken führt.
Metalldehyd richtig verwenden
Sind in den Folgetagen tote Schnecken oder Schleimspuren bei der Köderfalle zu sehen, so darf die ganze Fläche mit Schneckenkörnern behandelt werden. Eisen-III-Phosphat-Schneckenkörner eignen sich nicht für diese Kontrolle.
Pro Jahr dürfen maximal 700g/ha des Wirkstoffes Metalldehyd gestreut werden. Zwischen zwei Behandlungen müssen zudem mindestens 14 Tage liegen.