Kommt die Gülle bei hoffernen Parzellen direkt mit dem Ausbringfass auf das Feld oder mit Transportfass und Verschlauchung? «Bei uns in der Region geht die Tendenz stark in Richtung Transportfass und Verschlauchung ab Feldrand», erklärt Roger Zimmermann, Betriebsleiter des Agrardienstleistungsunternehmens Zimmermann Mels AG in Mels SG. 

Verschlauchung sorgt für weniger Bodendruck

Ähnlich sehe es für das Ausbringen direkt aus dem Güllenkasten aus, auch dort werde die Verschlauchung immer populärer. Der Hauptgrund für die steigende Beliebtheit der Variante Transportfass und Verschlauchung sei klar der tiefere Bodendruck als bei der Fassvariante. 

«Die heutigen modernen Güllefässer werden infolge der grösseren Betriebe und der dadurch nötigen Leistungsfähigkeit immer grösser und damit schwerer. Auch wenn die Bereifung heute ebenfalls grösser dimensioniert wird, ab fünf Tonnen Radlast wird der Druck auf die Böden je nach Witterung schon gross», so Roger Zimmermann weiter.

Ausbringleistung von bis zu 800 Kubikmetern Gülle pro Tag

Ein weiterer Pluspunkt sei die mittlerweile hohe Ausbringleistung von Transportfass und Verschlauchung. Sein Unternehmen arbeite mit zwei Tanklastwagen, 1000 Metern Schlauch und einem 15 Meter breiten Schleppschlauchverteiler. 

«Bei optimalen Verhältnissen und nicht zu grossen Distanzen vom Lager bis zum Feld schaffen wir bis zu 800 Kubikmeter Gülle pro Tag. Im Schnitt sind es so um die 500 Kubikmeter», erklärt Roger Zimmermann, der nicht nur das Agrardienstleistungsunternehmen führt, sondern auf dieses Jahr auch den elterlichen Betrieb mit Milchwirtschaft und Ackerbau übernommen hat.

Wasser ist für die Fliessfähigkeit das beste Mittel

So wie die Ausbringleistung stark von Fahrdistanzen, Topografie und Feldgrösse abhängig sei, würden auch die Kosten stark variieren. Gülle ausbringen ab Fass am Feldrand koste zwischen 6 und 15 Franken je Kubik. Ein wichtiger Faktor für Ausbringleistung und damit auch Kosten sei die Fliessfähigkeit der Gülle. 

«Mit dickerer Gülle bringt man zwar mehr Nährstoffe pro Kubik auf das Feld. Ist die Gülle aber zu dick, nimmt im Gegenzug auch die Pumpenleistung stark ab.» Dazu kämen die unbeliebten «Güllemädli», welche zu verschmutztem Futter führen könnten. «Auch wenn es schon seit Jahren eine grosse Zahl von Güllen-Zusätzen gibt, Wasser ist für die Fliessfähigkeit heute noch das beste und preisgünstigste Mittel», beschreibt Lohnunternehmer Zimmermann seine Erfahrung.

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Mitarbeiterrekrutierung ist die grösste Herausforderung

Das Einzugsgebiet der Zimmermann Mels AG zieht sich von Widnau SG bis Mollis SG und Chur GR. Neben Hofdünger-Transporten und Ausbringung bietet das Unternehmen auch Dienstleistungen im Bereich Transport, Winterdienst und weitere Lohnarbeiten wie Mähen und Verdichten von Silage, Bodenbearbeitung mit Pflug, Kreiselegge oder auch Saatarbeiten an. Roger Zimmermann hat ganzjährig vier bis fünf Angestellte. «Wie andere Branchen auch ist die Rekrutierung von guten Mitarbeitern aktuell unsere grösste Herausforderung», erklärt der Unternehmer. Mitarbeiter mit Lkw-Führerausweis zu finden, sei doppelt anspruchsvoll.

Schleppschuh und das Eindrillen der Gülle

Die Zimmermann Mels AG fährt bei der Gülleausbringung mit GPS und bietet ihren Kunden auch teilflächenspezifische Ausbringung mittels Applikationskarte an, wodurch die Nährstoffausbringung optimiert werden kann. Dieses System komme aber aktuell noch wenig zum Einsatz. 

«Die Parzellengrössen in der Schweiz sind für diese Technik vielfach zu klein, weshalb sie selten praktikabel ist.» Der Schleppschlauch habe sich auf den passenden Parzellen durchgesetzt, gerade in windigen Regionen wie dem Rheintal habe diese Technik enorme Vorteile. Zukünftig gehe es wohl sogar in Richtung Schleppschuh und Eindrillen der Gülle. Damit würden die Emissionen noch stärker gesenkt.