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Maissaat-Demo: Mit Nachrüst-Kit und Hochgeschwindigkeits-Sämaschine

Am 12. Mai 2026 werden in Zollikofen verschiedene Verfahren für die Maissaat gezeigt. Es geht um die eingesetzten Maschinen, aber auch um Düngung und Bodendrücke.

Mais ist eine wichtige Kultur im Schweizer Ackerbau – aber wie die Körner in den Boden kommen, kann von Betrieb zu Betrieb stark variieren. «Im System mit vorgängiger Bodenbearbeitung sollte das Saatbett gut abgesetzt und abgetrocknet, aber nicht ausgetrocknet sein», sagt Lorenz Tschumi, Assistent Verfahrenstechnik an der Hochschule für Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften (HAFL).

Es ist eine Gratwanderung, den richtigen Zeitpunkt in Abhängigkeit von Temperatur, Bodenfeuchtigkeit und Wetterbericht zu erwischen. «Bei Verfahren mit reduzierter Bodenbearbeitung oder in konservierenden Systemen sind die Bodentemperatur im Saathorizont und – wenn nötig – die Terminierung der Vorkultur entscheidend», ergänzt Tschumi.

Was in der Praxis angewandt wird und auch neuere Ansätze

Egal, auf welches System man setzt – andere zu sehen, ist bereichernd. Die Gelegenheit dazu bietet der diesjährige «Brennpunkt Boden» auf der Rütti in Zollikofen BE. Dort werden folgende Verfahren für die Maissaat vorgeführt:

  • Güllegrubber (Applikation in der Vorwoche) + Krummenacher-Säkombination mit Vereinzelung
  • Schleppschlauchfass (Applikation in der Vorwoche) + Streifenfrässaat
  • Planting Green (Direktsaat in eine stehende Gründüngung) mit einer ExactEmerge
  • Strip-Till (Bearbeitung in der Vorwoche) + Saat mit ExactEmerge
  • Gülle Strip-Till (Applikation in der Vorwoche) + Saat mit ExactEmerge

«Bei der Wahl der Verfahren haben wir uns daran orientiert, was bei uns in der Region in der Praxis angewandt wird und auch neuere Ansätze integriert», erklärt Lorenz Tschumi. Alle gezeigten Maschinen sind entweder bei Landwirten oder Lohnunternehmern im Einsatz.

Weiter stand für die Demo die Düngetechnik vor und bei der Saat im Zentrum. «Gerade Mais weist eine effiziente Nutzung der Nährstoffe über einen längeren Zeitraum auf und ist daher ein idealer Hofdüngerverwerter», gibt Tschumi zu bedenken.

Zum Nachrüsten für bessere Auslastung

Die Krummenacher-Säkombination für «Brennpunkt Boden» besteht aus dem Standardgerät EPS 5, das mit einem zusätzlichen Maiskit ausgestattet ist. Es eignet sich zum Nachrüsten, um die Auslastung bestehender Sämaschinen zu verbessern. «Das ist eine kostengünstige Lösung», bemerkt Lorenz Tschumi.

An die Genauigkeit einer Einzelkornsämaschine komme man mit dem Maiskit allerdings nicht ganz heran, da die Vereinzelung direkt nach dem Saatguttank geschieht – das Maiskorn muss danach noch den ganzen Weg durch den Schlauch zurücklegen, was die Präzision der Saat schmälert.

Das Maiskit von Krummenacher besteht aus einer speziellen Dosierwalze und wenigen Zusatzteilen, die sich laut Hersteller innert 5–10 Minuten ohne Werkzeug montieren lassen. Die Körner werden so in der Dosierung vereinzelt und in gleichmässigen Abständen in den Saatschlauch übergeben.

Die angesprochenen kleinen Unregelmässigkeiten, die durch das Befördern im Schlauch entstehen, hätten sich in der Praxis nicht als negativ erwiesen. «Die Maschine soll mit dem Maiskit eine gute und kostengünstige Erweiterung bieten und eine Einzelkornsämaschine nicht ersetzen», fasst Lorenz Tschumi zusammen.

Bürstenband verhindert springende Saatkörner bei schneller Fahrt

Mit ExactEmerge von John Deere ist auch eine Hochgeschwindigkeits-Einzelkornsämaschine in der Auswahl dabei. Laut Hersteller kann man damit bis zu 16 km/h schnell fahren. «Besonders daran ist einerseits das integrierte Bürstenband», schildert der HAFL-Assistent.

Dieses soll ein präzises Ablegen des Saatkorns sicherstellen, indem ein Rollen oder Springen des Korns verhindert wird. «Daraus resultiert eine präzise Saatgutablage auch bei hohen Geschwindigkeiten», so Tschumi.

Auf die Fahrgeschwindigkeit angepasst

Andererseits sind bei ExactEmerge die Vereinzelung (Lochscheibe) und das Bürstenband elektrisch angetrieben. So kann die Geschwindigkeit des Bandes exakt auf die Fahrgeschwindigkeit abgestimmt werden. «Der elektrische Antrieb erlaubt zusätzlich eine Kurvenkompensation; Ablage bzw. Saatdistanz sind in Kurven gewährleistet», fährt Lorenz Tschumi fort.

Für eine genaue Tiefenführung auch unter schwierigen Bedingungen soll der aktive, pneumatische Schardruck bis zu 300 kg sorgen. Am Veranstaltungsabend wird die ExactEmerge Fest- bzw. Flüssigdünger direkt bei der Saat platziert.

Bodendruck mit Schläuchen im Untergrund messen

In den anderen Verfahren kommt jeweils Gärgülle zum Einsatz, die vor dem Event mit Güllegrubber, Gülle-Strip-Till oder einem herkömmlichen Schleppschlauchfass ausgebracht wird. «Diese Geräte werden zur Besichtigung vor Ort sein», sagt Lorenz Tschumi.

Die Wirkung der Dünger- und Ausbringarten ist zwar nicht Teil des Demoversuchs. Die Verantwortlichen wollen aber bei der Ernte für jedes System Ertragskarten generieren, auf denen mögliche Unterschiede sichtbar würden.

«Die Ausbringung der Gülle mit dem Güllegrubber und dem Gülle Strip-Till Gerät erfolgt mittels Verschlauchung», so Tschumi. «Zusätzlich wird die Gülle in einem Verfahren mit einem Schleppschlauchfass appliziert, was sicherlich spannend bezüglich der Bodendrücke sein wird.»

Je grösser der Druck, desto eher ist der Boden verdichtet

Diese erfasst man für «Brennpunkt Boden» mit Bolingsonden. Sie werden auf drei verschiedenen Tiefen (20 cm, 40 cm und 60 cm) versetzt vergraben und basieren auf einem Silikonschlauch samt Sensor. Durch Bestimmen des Wasserdrucks im Schlauch kann man nachvollziehen, wie viel Druck je nach Tiefe auf dem Boden lastet, wenn eine Maschine darüberfährt.

Das Resultat sind Kurven, die sich in Abhängigkeit von Achslasten, Reifendruck und Pneu interpretieren lassen. «Damit messen wir zwar nur den Bodendruck», hält Lorenz Tschumi fest. «Aber je höher der Druck im Boden, desto grösser ist das Risiko für Verdichtung.» Das macht die Kurve einer Bolingsonde zu einem guten Indikator für das Bodenverdichtungsrisiko durch eine Maschine oder Zugkombination.

Hinweise zur Veranstaltung

«Brennpunkt Boden» findet heuer am 12. Mai statt (Verschiebedatum 19. Mai) um 19 Uhr auf dem Hinterrüttiacker in Zollikofen BE. Auf dem Programm 2026 stehen die Live-Maissaat mit fünf verschiedenen Verfahren, ein Blick in den Boden, Bodendrücke messen mit Bolingsonden und ein Vergleich der Verfahrenskosten. Die Veranstaltung ist kostenlos und wird gemeinsam von der HAFL, dem Inforama Rütti, der OGG-Bern, der Fachstelle Boden des Kantons Bern und Swiss No-Till durchgeführt.

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