In den Zuckerrüben werden Blattläuse langsam aber sicher zu einem Thema. Auch im Jahr 2026 führen die kantonalen Pflanzenschutzdienste und die Zuckerrübenfachstelle wie jedes Jahr ein Monitoring zur Überwachung der Grünen Pfirsichblattlaus durch. 

Beide Fachstellen werden bezüglich der aktuellen Befallssituation über die gewohnten Kanäle informieren. Bei den Schwarzen Rübenblattläusen ist die Bekämpfungsschwelle zu beachten (4-Blattstadium bei 50% befallener Pflanzen / 6-Blattstadium bei 80% befallener Pflanzen). Die Niederschläge bremsen momentan die Blattlausentwicklung, weshalb mit einer Bekämpfung noch zugewartet werden kann.

Die Eiablagestellen sind gut sichtbar

Der Rübenrüssler kann ab Mitte Mai Zuckerrübenfelder anfliegen, um sich zu paaren und die Eiablage in die Rübenstängel vorzunehmen. Die schwarz verfärbten, runden Eiablagestellen sind von Auge gut am Stängel sichtbar. Aus den Eiern schlüpfen später die Larven des Rüsselkäfers, welche sich durch den Blattstängel Richtung Rübenkörper durchfressen. 

Im Extremfall frisst die Larve sich weiter bis in den Rübenkörper hinein. Diese Bohrlöcher können anschliessend als Eintrittspforte für Fäulniserreger fungieren.

Sonderbewilligung nötig

Im Winter hat das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) eine Notfallzulassung zur Bekämpfung des Rübenrüsslers mit Acetamiprid (Gazelle SG, Oryx Pro, Pistol, Gepard) erlassen. Pro Hektar und Jahr ist nur eine einzige Anwendung des Mittels in Zuckerrüben zulässig. 

Die Anwendung ist nur per Sonderbewilligung der kantonalen Pflanzenschutzdienste erlaubt. Diese Bewilligungen werden unter verschiedenen Auflagen erteilt. Zum einen muss eine Gelbschale im Feld ausgestellt werden, um den Einflug rasch zu erkennen. 

Zudem muss bei einer allfälligen Bekämpfung ein unbehandeltes Kontrollfenster hinterlassen werden (mind. 15m oder halbe Spritzbreite), damit die Wirksamkeit der Massnahme beurteilt werden kann.

Verfügbare Stickstoffdünger schnell einsetzen

Die Schlussdüngung der Zuckerrüben steht allmählich an. Die letzte Düngergabe sollte bis zum 6-Blattstadium abgeschlossen werden. Es ist darauf zu achten, schnell verfügbare Stickstoffdünger einzusetzen. Langsam wirkende Dünger wie Harnstoff setzen ihre Wirkung zu spät frei. 

Eine verspätete oder zu hohe Stickstoffgabe führt bei Zuckerrüben zum sogenannten «Luxuskonsum», was letztlich zu Verlusten in der Zuckerausbeute führt. Für eine optimale Ertrags- und Qualitätsentwicklung ist daher eine gezielte und rechtzeitige Düngung entscheidend.