Es waren viele und heftige Schlagzeilen in den Medien im Januar, als von der hohen Pestizidbelastung durch Deltamethrin im Bach Wyna bei Beromünster LU berichtet wurde. Am Pranger stand auch die Landwirtschaft, und der Anbau von Raps wurde gar infrage gestellt.
Wyna-Belastung näher untersuchen
Die Wyna sei das ideale Gewässer für den Projektperimeter, heisst es in einer Medienmitteilung des Kantons. Der Fluss eigne sich aufgrund der Zusammensetzung von landwirtschaftlich bewirtschafteten Flächen, Siedlungsraum sowie Grösse besonders gut zur Untersuchung von Einträgen von Pflanzenschutzmitteln (PSM).
Im Rahmen des 2023 gestarteten Luzerner Projekts Absenkpfad PSM sollen als eine der Massnahmen jährlich im Rahmen eines «runden Tisches» lokale Quellen von Mikroverunreinigungen bestimmt und konkrete Verbesserungspotenziale definiert werden. Im Fokus liege der Eintrag von PSM, so auch in die Wyna.
Darin würden regelmässig Wasserproben entnommen und im Labor auf über 100 Verunreinigungen, darunter PSM, aber auch Arzneimittel und Industriechemikalien, untersucht. Zum Jahresabschluss der Messungen würden jeweils Landwirte und weitere Anwender wie Gemeindemitarbeitende oder Vertreter des Gartenbaus zu einem runden Tisch geladen und über die Ergebnisse informiert.
Ergebnisse der Proben einordnen
Nun fand Mitte April 2026 ein zweiter runder Tisch statt. Im Zentrum standen die vertiefte Einordnung der Wasserqualitätsmessungen 2024 und 2025 und der Austausch zu Ursachen und Handlungsoptionen. Dabei wurden auch die hohen Werte in der Wyna thematisiert.
Grundsätzlich sei der runde Tisch ein Sensibilisierungsinstrument und kein Vollzugswerkzeug. Und die erhobenen Daten würden vertraulich behandelt und nicht zu Vollzugszwecken wie Gewässerschutzkontrollen verwendet.
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Arbeitsgruppe soll in die Tiefe gehen
Im Nachgang zu diesem zweiten runden Tisch wird nun eine Arbeitsgruppe eingesetzt, mit Vertretern der Landwirtschaft, des Luzerner Bäuerinnen- und Bauernverbandes (LBV) und weiteren relevanten Akteuren.
Sie haben den Auftrag, die Resultate der Messperiode 2024 und 2025 vertieft zu analysieren, konkrete Massnahmen zu entwickeln und deren Umsetzung zu überprüfen. Ziel sei eine weitere Reduktion der PSM-Einträge in die Wyna. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse sollen für Massnahmen auf kantonaler und nationaler Ebene genutzt werden.
Daten werden für die Praxis lesbar
Luzern setze damit auf einen lösungsorientierten Dialog und eine enge Zusammenarbeit mit den relevanten Akteuren, um Verbesserungen im Pflanzenschutz zu erreichen, heisst es in der Mitteilung.
Raphael Felder, Geschäftsführer des Luzerner Bäuerinnen- und Bauernverbandes (LBV), war am runden Tisch mit dabei und begrüsst die Versachlichung. Die komplexen Daten der Wasserproben müssten in einen Zusammenhang gelegt und für die Praxis lesbar werden, damit auch nachvollziehbare Massnahmen daraus definiert werden könnten.
Da sei die Arbeitsgruppe nun gefordert, in welche der LBV demnächst auch einen Vertreter delegieren werde.
