So leicht wie am Donnerstag 9. Juni 2022 dürfte es Frank Jantschik, Geschäftsführer der Emmentaler Schaukäserei (ESK), Affoltern im Emmental, schon lange nicht mehr gefallen sein, den Aktionärinnen die Jahreszahlen zu präsentieren. Denn nach Jahren mit stets roten Zahlen, schliesst die Jahresrechnung 2021 mit einem Plus von knapp 114 000 Franken. Eine Überraschung, zumal ja auch noch Pandemie war.

Ein grosser Dank gebührt dem ganzen Team der Schauchäsi

Frank Jantschik und der Verwaltungsratspräsident Daniel Meyer wurden an der GV nicht müde, ihre Freude und ihren Dank dem ganzen Schaukäserei-Team zum Ausdruck zu bringen, das auch während und nach der Pandemie grossartige Arbeit geleistet habe. Ebenso gross war die Freude darüber, die Aktionäre leibhaftig begrüssen zu dürfen. Oder wie es der Geschäftsführer ausdrückte: «Eine GV ohne Aktionäre, ist wie Emmentaler AOP ohne Löcher.»

Das Härtefallgeld trägt seinen Teil dazu bei

Bei der Präsentation der Zahlen wurde klar, dass das positive Ergebnis auch dem Härtefallgeld zu verdanken ist. Dieses wurde vom Bund wegen der Pandemie und den angeordneten Schliessungen bezahlt. Einen grossen Teil zum guten Ergebnis habe aber auch das zweite Halbjahr 2021 beigetragen. Nach den Lockerungen durch den Bund konnte die ESK von Juli bis Dezember wirtschaftlich gute Monate verzeichnen. Frank Jantschik machte denn auch deutlich, dass nicht Äpfel mit Birnen, oder eben das 2021 wegen der Härtefallgelder nicht mit den Vorjahren verglichen werden dürften.

Eine hohe Käsequalität durchs ganze Jahr

Auch wenn die Pandemie die ESK laut Daniel Meyer «durchgeschüttelt hat», sei man nicht untätig gewesen. Vielmer sei die Zeit kreativ für Neuerung wie etwa die Wohnfässer oder auch Renovationen genutzt worden. Und nicht zu vergessen sei: «Unser Fels in der Coronabrandung war die Käseproduktion von Emmentaler AOP mit guter Milch von unseren Lieferanten.» Im 2021 wurde der Emmentaler AOP der EKS durchschnittlich mit 19 Punkten taxiert. Zudem sei er zum Urtyp ausgereift worden. «Dies kommt einem Ritterschlag durch die Sortenorganisation gleich, freute sich Daniel Meyer.

Der langjährige Verwaltungsrat Stefan Gasser tritt zurück

Die Freude wich Wehmut, als es darum ging, Stefan Gasser, der als langjähriges Verwaltungsratsmitglied zurücktrat, zu verabschieden. Emotional verdankten Daniel Meyer und Frank Jantschik die grosse Arbeit von Gasser. «Mit ihm tritt eine Urgewalt ab. Er hat gekämpft, gelitten und uns sehr stark unterstützt», betonte Daniel Meyer. Und nicht minder emotional verabschiedete sich der Zurückgetretene. Als Nachfolger von Stefan Gasser wurde Michael Mathier, Geschäftsführer der Milka Käse AG, einer Käsehandelsfirma aus Burgdorf, gewählt. Der 44-Jährige, der an der GV nicht anwesend sein konnte, sei fachlich bestens gerüstet, um den Verwaltungsrat der ESK, die übrigens die schönste Schaukäserei der Schweiz sei, zu unterschützten, betonte Präsident Daniel Meyer. [IMG 2]