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«Lehrling des Jahres» – Deborah Beer: «Ich möchte Tiere sofort heilen können»

Deborah Beer fühlt sich Tieren und Traditionen stark verbunden. Ihr erklärtes Ziel ist es, den Betrieb ihrer Eltern im bernischen Eggiwil eines Tages zu übernehmen.


Voller Neugier, die grossen braunen Augen weit geöffnet und unentwegt an jedem Zipfel Kleidung zupfend, den sie erreichen können, schart sich eine Gruppe Ziegen um Deborah Beer. Eine besonders vorwitzige gämsfarbene Gebirgsziege stellt die Vorderbeine auf ihre Knie und leckt der 16-Jährigen das Gesicht. Lächelnd krault sie dem Tier das kurze Fell. «Während der Schule war ich der Geissenchef. Jetzt ist es eher meine Mutter», erklärt die Bauerntochter mit leisem Bedauern in der Stimme. Die Geissenzucht sei sozusagen das Hobby der Familie und Beer kennt jede der 62 Ziegen beim Namen – genau wie sie Name und Wesen jeder der 75 Kühe kennt.

Steckbrief 

  • Name: Deborah Beer
  • Alter: 16 Jahre
  • Zuhause: In Eggiwil BE
  • Ausbildung: Im ersten Lehrjahr zur Landwirtin in der Betriebsgemeinschaft von Matthias Sigrist und Urs Tschirren in Heiligenschwendi BE

Die schönste Stunde des Tages 

«Das ist selbstverständlich», stellt Deborah Beer klar. Schliesslich sei auch jedes Tier anders. Den Umgang mit den Kühen schätzt sie sehr, das Melken beschreibt sie als «die schönste Stunde des Tages», und lässt den Blick durch den grosszügigen 8er Melkstand schweifen. Es verwundert nicht, dass Tierhaltung an der Berufsschule Hondrich ihr liebstes Fach ist. «Natürlich melkt man lieber als zu misten. Aber man macht beides», so Beer. Zwar sagt sie, die das Thema Mechanisierung sei nicht gerade ihre Stärke. Doch dann fährt sie routiniert mit dem Fendt einen Siloballen in die Futterküche und navigiert das grosse Fahrzeug ohne jedes Zögern. «Es ist mehr die Theorie als die Praxis, die mir bei der Mechanisierung schwerfällt», präzisiert sie, nachdem sie schwungvoll aus dem grünen Traktor gestiegen ist.

Stolz zeigt die 16-Jährige ihre Lieblingskuh im Laufhof des elterlichen Betriebs in Eggiwil. 

Ein sanftes und ein kämpferisches Hobby 

Die Praxis ist der Bernerin vertraut, schliesslich ist sie auf der «Redhill Farm» in Eggiwil aufgewachsen und war schon als «chline Stüngu» immer im Stall. Mit ihren Hobbys zeigt sie ihre Liebe zur Tradition – und zwei Seiten ihrer Selbst : Beim Singen von Jodelliedern die sanfte und beim Schwingen die kämpferische. Eine Kollegin habe sie mal zum Schwingen mitgenommen, «da hets mir dr Ermu inegschrisse», erinnert sie sich strahlend. Sie trainierte zweimal pro Woche, einmal mit den Jungs, einmal mit den Mädchen und kann auf einige Erfolge zurückblicken. Nach Jahren zuerst im Chinderchörli und dann in einem Terzett mit zwei Kolleginnen hat sie das Singen im Moment aufgegeben. Aber nicht für immer denn, «es macht mir Freude und man kann damit anderen eine Freude machen», erläutert Deborah Beer ihre Motivation. So könnte sie sich vorstellen, nach der Lehre wieder einem Chor beizutreten.

Nach Abschluss der Lehre möchte die Bernerin aber auch etwas Neues sehen: Die grossen Farmen in Kanada haben ihre Neugier geweckt. «Ich möchte Reisen, aber lieber anpacken, als sinnlos an einem Strand zu liegen», meint Deborah Beer.

5 Kurzinfos

  • Diese Superkraft würde ich mir wünschen: Ich möchte Tiere sofort heilen könenn
  • Meine Lieblingstiere: Kühe und Ziegen
  • Mein Lieblingsessen: Ich bin nicht wählerisch – Hauptsache Fleisch
  • Meine Lieblingsarbeit: Melken
  • Das mache ich weniger gern: Misten

Den Betrieb der Eltern weiterführen

Anzupacken ist für sie so selbstverständlich, wie die Namen ihrer Tiere zu kennen. Umso mehr ist es schwer für sie, wenn sie nichts tun kann. Als Superkraft würde sie sich daher wünschen, Tieren bei Krankheit oder Unfällen sofort helfen zu können. «Meine älteste Kuh ist nach einer Streiterei in der Herde nicht mehr aufgestanden. Sie hatte sich wahrscheinlich ein Band gerissen», erklärt die junge Frau.

In die Zukunft blickt Deborah Beer mit gemischten Gefühlen. Die Politik treibe die Landwirtschaft richtiggehend in die Enge, bedauert sie. Einfacher werde es in den nächsten Jahren sicher nicht, aber «wir geben Tag für Tag unser Bestes.» Was für sie klar ist: Sie will den Betrieb ihrer Eltern einmal übernehmen. Die «Redhill Farm» sei technisch schon weit, mit einem Lely-Fütterungsroboter und einem Fendt-Fuhrpark. Die Bauerntochter möchte den Hof vor allem weiterführen und voraussichtlich nicht grundlegend ändern. «Man kann immer etwas anders machen», meint sie lächelnd, «aber für mich stimmt es so.»

Den Umgang mit Landmaschinen ist sich Deborah Beer gewohnt und nur in der Theorie bereitet ihr die Mechanisierung Mühe. 

Wieder die Geissenchefin sein 

Sanft schiebt Deborah Beer die vorwitzige Ziege von ihren Knien und schlängelt sich, hier und da einen empor gereckten Kopf streichelnd, durch den Geissenstall. Weiter vorne deutet sie auf einen weiss-braunen Bock, der deutlich aus der braunen Masse seiner Stallgenossinnen heraussticht. «Den habe ich beim Schwingen gewonnen», sagt sie nicht ohne Stolz. «Nach der Lehre bin ich vielleicht wieder mehr Geissenchef.» Und wenn alles nach Plan läuft, führt sie dereinst die ganze «Redhill Farm».

Die BauernZeitung kürt den «Lehrling des Jahres 2021»

Aus über 80 fantastischen Bewerbungen hat die Jury Mitte März 2021 10 Favoritinnen und Favoriten für den «Lehrling des Jahres 2021» ausgewählt. Zwischen dem 16. April 2021 und dem 14. Mai 2021 werden alle 10 Favoritinnen und Favoriten vorgestellt. Pro Woche werden jeweils 2 neue Lernende vorgestellt. Zu jedem Lernenden gibt es einen Artikel und ein Video. Ab Mitte bis Ende Mai folgt das Leser-Voting, bei dem Sie bestimmen, wer schlussendlich der «Lehrling des Jahres 2021» wird. Alle Artikel und Porträts finden Sie im in unserem Dossier

Zum Dossier «Lehrling des Jahres 2021»

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