Die Verfügbarkeit von Saatgut, das an das trockene Klima in Honduras angepasst ist, wird gemäss dem Hilfswerk der Evangelischen Kirchen Schweiz (Heks) immer schlechter. «Patentiertes Saatgut, das auf dem Markt gekauft werden kann, ist für die Kleinbauernfamilien keine Lösung», schreibt das Heks, denn es verstärke deren Abhängigkeit von Grosskonzernen wie Monsanto. Eigenes Saatgut zu produzieren, schützt sie vor Abhängigkeit von internationalen Saatgutkonzernen. Hier knüpft ein Projekt des Hilfswerks an. Ihre Partnerorganisation spezialisiert sich auf die Saatgutproduktion, welche Erfahrung in der Selektion und Weiterzüchtung von traditionellem Saatgut hat. Zusammen mit den Kleinbauernfamilien wurde ein partizipatives Züchtungsprogramm aufgebaut: Die Organisation arbeitet mit einer Forschungsmethode, in der Bauerngruppen auf dem Feld mit Saatgut experimentieren und Techniken lernen, um Saatgut zu identifizieren und zu konservieren.

Die Handelsinteressen der Grosskonzerne überwiegen

Das Heks erklärt die Ausgangslage des Projekts: «Saatgut, welches honduranische Familien nicht für den Eigengebrauch benötigen, möchten sie verkaufen. Die Nachfrage ist vorhanden und es gäbe dafür einen guten lokalen Markt. Doch die grossen internationalen Saatgutkonzerne haben mit effizienter Lobbyarbeit in den meisten Ländern Lateinamerikas Gesetze durchgebracht, die es den Bauernfamilien verbieten, ihr eigenes Saatgut zu verkaufen oder sogar zu tauschen oder zu verschenken. Grundlage ist ein Abkommen des ‹Internationalen Verbands zum Schutz von Pflanzenzüchtungen›, eine zwischenstaatliche Organisation mit Sitz in Genf». Bei diesem Abkommen geht es gemäss dem Heks um die Wahrung der Handelsinteressen der Grosskonzerne, was offensichtlich problematisch ist.