Welches Gerät gewählt wird, hängt stark vom Zustand ab. Geht es nur darum, Maulwurf- und Mäusehügel oder Trittschäden einzuebnen und Reste von Mist oder verkrusteter Gülle einzuarbeiten? Für solche Wiesen und Weiden genügt es, sie mit einer Wiesenegge abzuschleppen, um sie auszuebnen und eine Verschmutzung des Futters bei der Futterernte zu verhindern. Wenn der Bestand zufriedenstellend ist, ist ein Striegel eher kontraproduktiv, da ausläuferbildende Gräser, wie Wiesenrispengras, englisches Raigras oder auch Weissklee, ausgerissen werden und so erst Lücken im Bestand entstehen können. Gerade wenn der Striegel scharf eingestellt ist, kann die Grasnarbe zu stark aufgerissen werden und der Bestand leidet mehr, als es ihm nützt.

Striegeln mit oder ohne Übersaat?

Ist der Bestand lückenhaft oder stark verfilzt, leistet ein Grünlandstriegel gute Arbeit. Striegeln fördert die Bestockung, belüftet die Grasnarbe und reisst Moos und unerwünschte Gräser aus. Wenn es darum geht, ausläuferbildende Gräser wie die Quecke oder die Gemeine Wiesenrispe sowie Kräuter, wie beispielsweise den fadenförmigen Ehrenpreis, auszureissen, ist der Striegel das richtige Werkzeug. Um einen qualitativ guten Bestand mit wertvollen Futterpflanzen zu erhalten, lohnt es sich, regelmässig eine Übersaat zu machen. Bei einer intensiven Schnittnutzung kann sich ein Bestand nicht selbst erneuern. Anders bei extensiven Wiesen oder Weiden, wo die Futterpflanzen versamen können und sich der Bestand so erneuern kann. Wer den Zeitpunkt für eine Übersaat im Frühling verpasst hat, kann dies im Spätsommer nachholen.

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Mit angepasstem Tempo striegeln

Der Striegel sollte in der Neigung verstellbar sein. Auch das Tempo beim Striegeln muss angepasst werden. Wird die Grasnarbe zu stark aufgerissen, muss langsamer gefahren werden. Ist eine Übersaat vorgesehen, sollte der Striegel aggressiv eingestellt werden, damit die Grasnarbe richtig aufgerissen wird. Verschiedene Hersteller bieten Kombigeräte an, bei denen in einem Arbeitsgang sowohl gestriegelt, gesät als auch gewalzt werden kann. Um möglichst wenig Bodenverdichtung zu verursachen, sind Kombigeräte meist eine gute Variante. Nach einer Übersaat muss das Saatgut fest gewalzt werden, damit es einen guten Bodenkontakt hat, da es sonst vertrocknet. Prismenwalzen eignen sich hier ausgezeichnet, da sie eine intensivere Krümelung und Rückverfestigung erreichen.