Anna Barbara Moser ist Vorstandsmitglied der IG Weidemilch und erläutert ihre Weidestrategie: Heuer begann die Weidesaison bereits am 25. Februar. So früh im Jahr werden die Kühe jedoch nur zwei bis drei Stunden täglich auf die Weide gelassen. Aufgrund von Schnee und kalten Temperaturen mussten die Tiere zwischenzeitlich wieder im Stall bleiben. Die Böden des Betriebs in Trimstein BE sind flachgründig und verfügen über ein geringes Wasserspeichervermögen. In nassen Jahren ist das von Vorteil, da die Tiere weniger Trittschäden verursachen. In trockenen Jahren hingegen stellen die Futterpflanzen ihr Wachstum rasch ein.
Frühes Überweiden bringt Vorteile
Im Frühling überweidet Anna Barbara Moser mit ihren Kühen frühzeitig die gesamte Weidefläche von 20 Hektaren. Die Vorweide dient in erster Linie der Weidepflege. Durch die Tritte der Kühe wird die Bestockung angeregt und die Tiere fressen altes Gras noch ab. Seit dem 2. April 2026 wird auf dem Betrieb Moser Tag und Nacht geweidet.

Kurzrasen-Vollweide mit eigenem System
Während des Weidens haben die Kühe jederzeit Zugang zum Boxenlaufstall und können sich so vor der Mittagshitze schützen. Die hofnahen Parzellen werden als Kurzrasenweide betrieben, während die weiter entfernten Flächen im Sommer abwechslungsweise portionsweise erweitert werden. Somit erhalten die südexponierten Flächen eine Ruhezeit, wobei man sich weniger Anfälligkeit auf Trockenheit erhofft. Auf den Weideparzellen stehen fest installierte Schwimmer-Tränkebecken zur Verfügung. Zudem haben die Tiere jederzeit Zugang zu den Wasserstellen im Stall.
Saisonales Abkalben erleichtert die Winterfutterproduktion
Ab Mitte Dezember hat Anna Barbara Moser «melkfrei», da sie die Kühe in dieser Zeit trockenstellt. Während dieser Phase benötigen die Tiere kein hochwertiges Futter. Da die Betriebsleiterin konsequent auf Kraftfutter verzichtet, reserviert sie das Emd und das beste Heu für die Abkalbezeit im Februar und März. Salz und Mineralstoffe stehen den Tieren jederzeit zur freien Verfügung. Während der Weidesaison wird im Stall nur dann Heu zugefüttert, wenn Trockenheit das Graswachstum einschränkt.

Die richtige Genetik am richtigen Ort
Anna Barbara Moser setzt bei ihrer Milchviehherde auf SF, Kiwi-Cross und Norwegisches Rotvieh (Norwegische Rotbunte). Die Rassen gelten als besonders fruchtbar und können viel inhaltsstoffreiche Milch aus dem Grundfutter produzieren. Mosers Tiere sind nutzungs- und leistungselastisch: Bei gutem Futterangebot (wenn es regelmässig regnet) geben sie mehr Milch; und bei Trockenphasen sinkt zwar die Leistung, aber ohne dass dies die Tiergesundheit beeinträchtigt. Mosers Stalldurchschnitt liegt in einem Normaljahr bei rund 5500 kg Milch pro Tier und Laktation.
Künstliche Besamung und Natursprung kombiniert
Um genügend weibliche Kälber für die Remontierung zu erhalten, lässt Anna Barbara Moser die ersten 25 Tiere, die ab Anfang Mai stierig werden, künstlich besamen. Anschliessend setzt sie einen zugemieteten Angus-Stier ein, bis alle Kühe und Rinder tragend sind. Die Rinder gibt sie danach auf eine Sömmerungsweide.

Milchproduktion ist bei tiefen Kosten wirtschaftlich
Nicht die absolute Milchmenge oder der Milchpreis (den die Produzenten ohnehin kaum beeinflussen können) sind entscheidend für den Erfolg der Milchviehhaltung, sondern die Höhe der Produktionskosten. Bei niedrigen Kosten kann auch eine weniger intensive Milchproduktion wirtschaftlich sein.
Betriebsspiegel Betrieb Horn in Trimstein BE
Betriebsleiterin Anna-Barbara Moser Mithilfe ihrer Eltern, Melkpersonen im Stundenlohn 630 m ü. M. 25 ha landwirtschaftliche Nutzfläche 40 Milchkühe im Boxenlaufstall 6 Rinder (Sömmerung im Sommer) Rasse: SF × Kiwi-Cross × Norwegisches Rotvieh (Norwegische Rotbunte)

