«Im Himmel cha’s nid schöner sy», sangen die Brüder Stefan und Daniel Eschbach in der Kirche Diegten BL. Das Jodellied von Jakob Ummel (1895-1992) hätte am Familienkonzert von Familie Eschbach auch den Titel tragen können: Im Paradies cha’s nid schöner sy als im Freundeskreis der Bauernfamilie Eschbach.

Zehnjährige am Mikrofon 

Die Kirche war bereits eine halbe Stunde vor Konzertbeginn bis auf den letzten Platz besetzt. Eschbachs trugen Stühle herbei und die Besucher liessen sich auf der langen Bank rund um den Altar nieder. Die zehnjährige Ladina griff zum Mikrofon, schaute in die Runde und hiess die über 300 KonzertbesucherInnen willkommen. Selbstsicher führte sie durch den Anlass mit Charme, Liebreiz und Witz. Ein Profi hätte es kaum besser machen können.

Traditionelles, Patois und Helene Fischer

Bernard Romanens lässt sich 1977 für seine Interpretation von "La Ranz des Vaches" am Fêtes des Vignerons feiern. (Bild zVg)Fetes des VigneronsDie Hymne der Westschweiz: «Le Ranz des Vaches» in fünf Interpretationen - von Bernard Romanens bis Bastian BakerMontag, 15. Juli 2019 Zuerst erklang «E gmüetliche Höck» von Hansruedi Kappeler, dargeboten vom Schwyzerörgeliquartett Wytblick. Das Jodellied wies bereits darauf hin, was die ZuhörerInnen in der nächsten eineinhalb Stunde erwartete. So viel Zeit war gemäss Generalprobe für den Anlass vorgesehen. Das Konzert war kurzweilig, es wechselten sich volkstümliche Klänge ab mit Jodelliedern und Orgelspiel. Es erklangen Leckerbissen wie «Le ranz des vaches», von Stefan Eschbach gesungen in Patois, also im französischen Dialekt. Da sah man da und dort, wie jemand eine Freudenträne wegwischte. Seline und Silvan gaben Intermezzi auf der Kirchenorgel und präsentierten «Atemlos» von Helene Fischer und «Musicbox Dancer» von Frank Mills.

Charmante Familien-Vorstellung

Ladina stellte mit Freude und Heiterkeit ihre Geschwister, ihre Eltern und Onkel Stefan vor. «Es ist schön, dass es dich gibt», strahlte sie ihn an. Welcher Onkel würde nicht gerne so ein Kompliment von seiner anmutigen Nichte hören? Ihren älteren Bruder Silvan pries sie als leidenschaftlichen Schafzüchter, der wunderbare Tierbilder zeichne. Er lerne Hochbauzeichner und springe beim Heuet gerne ein als Kranpilot. Ihre ältere Schwester Seline spiele Klavier, Gitarre, Kontrabass und Orgel. Auch sie züchte Schafe und lerne momentan Traktorfahren. Jan war der Erste, der anfing, Schwyzerörgeli zu spielen. «Susch isch er eifach euse Buur», lachte die kleine Schwester. Er fahre fürs Leben gern Traktor. Im August tritt er seine Lehrstelle an als Bauer in Romont. So schlage er zwei Fliegen auf einen Streich, indem er gleichzeitig Französisch lerne. Sie selbst habe im «Chinzgi» begonnen mit Örgelen, weil ihr das gefallen habe und grad eines noch herumstand. Als sie unter anderem verriet «Und ich gehe gerne in die Schule», ging ein anerkennendes Raunen durch die Kirche.

Der Applaus wollte nicht enden

Wir haben es oben erwähnt: «Im Himmel cha’s nid schöner sy!» So kam es einem vor nach Schluss des Konzerts. Die Leute wollten und wollten nicht aufhören mit Applaudieren. Viermal klatschten sie die Jungen heraus. Diese lächelten weiterhin freundlich – spielten weiter. Nichts da von saurer Miene oder ärgerlichen Blicken in die rechte obere Ecke. Nach zwei Stunden ununterbrochener Darbietung standen sie auf, verneigten sich, legten ihre Instrumente nieder und verliessen die Kirche. Die Konzertbesucher erhoben sich unter Bravorufen und Juchzern. Draussen gingen die Lobpreisungen hoch, den Kindern, den Eltern und dem Onkel wurde gratuliert und gedankt.