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Schweiz-International
Publiziert: 14.06.2018 / 11:14
125-Jahr-Jubiläum: «Tilsiter wird seine Bedeutung als Käsemarke behalten»

Die Sortenorganisation Tilsiter Switzerland feiert dieser Tage zusammen mit ihren Gesellschaftern und Partnern das 125-Jahr-Jubiläum dieser Marke in der Schweiz. «Wir wollen zusammenkommen, uns Gedanken über die Vergangenheit machen und in die Zukunft blicken», sagt Peter Rüegg, der Geschäftsführer der Sortenorganisation.

Im Jahr 1893 kehrten Otto Wartmann und Hans Wegmüller aus Tilsit im damaligen Ostpreussen in ihre Heimat zurück. Sie setzten neue Ideen und Ansätze zur Produktion von Halbhartkäsen um und legten damit den Grundstein für die Produktion von Tilsiterkäse in der Schweiz. Heute, 125 Jahre später, sind es 21 Familienbetriebe und gewerbliche Dorfkäsereien im St. Galler- und Zürcher Oberland, im Toggenburg und Thurgau, die Tilsiter herstellen. Die Sorten Organisation Tilsiter wurde im Jahr 1999 gegründet. Deren Geschäfsführer ist Peter Rüegg.

Peter Rüegg, der Tilsiter feiert sein 125-Jahr-Jubiläum. Wie ist es zur Gründung der Marke gekommen?
Peter Rüegg: Der Name Tilsiter basiert auf der Ortschaft Tilsit. 1893 kamen Otto Wartmann und Hans Wegmüller aus Tilsit im damaligen Ostpreussen in die Schweiz zurück und brachten Inputs zur Käseproduktion. Die beiden legten den Grundstein zur Produktion von Halbhartkäsen, wie man sie heute in der Schweiz kennt.


Wo wird heute Tilsiterkäse produziert?
Der Rote Tilsiter aus Rohmilch wird heute ausschliesslich in der Nordostchweiz produziert. Im Zürcher und St. Galler Oberland, im Toggenburg und im Thurgau. Der Past-Tilsiter wird zusätzlich auch noch in Emmen produziert. Das hat historische Gründe. Emmi ist nach wie vor einer unserer wichtigsten Partner.


Seit wann gibt es die Sortenorganisation Tilsiter?
Die Sortenorganisation wurde 1999 gegründet. Die Vorgängerorganisation war die Tilsiter- Marktordnung. Sie wurde im Jahr 1948 gegründet. Zuvor, im Jahr 1941, wurde der Tilister im Rahmen der Rationierung mit Ablieferungspflicht der kriegswirtschaftlichen Bewirtschaftung unterstellt.


Welche Aufgaben erfüllt die heutige Sortenorganisation?
Wir betreiben das Marketing für den Tilsiter. Wir definieren die Qualitäten und setzen diese auch durch. Wir teilen die Mengen an Tilsiter, die der Markt fordert, den Käsereien zu. Die Preisbildung und der Verkauf erfolgt durch unsere Gesellschafter, welche sich aber gegenseitig im Markt konkurrenzieren. Da ist es sehr schwierig, ein wirksames Marketing zu entwickeln.


Sie feiern in diesen Tagen zusammen mit den Gesellschaftern und zugewandten Orten das 125-Jahr Jubiläum. Mit welchem Ziel?
Wir wollen zusammenkommen, uns Gedanken über die Vergangenheit machen und in die Zukunft blicken. Dies im Bewusstsein, dass wir alle im gleichen Boot sitzen.


Was bedeutet dieses Jubiläum für die Konsumenten?
Für die Konsumenten ist es wichtig zu wissen, dass der Schweizer Tilsiter eine Geschichte und eine Tradition hat und damit Orientierung im immer komplexeren Käsemarkt gibt. Tilsiter Switzerland wird auch in 25 oder 50 Jahren als Käsemarke seine Bedeutung behalten, gleich wie zum Beispiel  Appenzeller, Emmentaler oder Gruyère.

Interview chw

Einen ausführlichen Bericht zum Tilsiter im Jubiläumsjahr findet sich in der BauernZeitung vom 15. Juni.

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