Am Dienstag, 16. April, ging in der Vianco-Arena in Brunegg AG die Delegiertenversammlung des Vereins Mittelland Milch über die Bühne.
Bessere Preise auch für Durchschnittsbetriebe
Mittelland Milch vereint 1752 Milchproduzenten, welche direkt an Emmi liefern. In ihrem Begrüssungswort betonte die Präsidentin Sabrina Schlegel, dass zu einer nachhaltigen Landwirtschaft nicht nur Kostenbewusstsein, «sondern auch Preise gehören, mit denen ein Vergleichslohn in Bezug auf die eingesetzte Arbeitszeit erwirtschaftet werden kann.» Das gelte für den Durchschnittsbetrieb und nicht nur für die besten Produzent(innen), betonte sie.
Auf eine Erhöhung der Mitgliederbeiträge können wir für 2024 noch verzichten.
Sabrina Schlegel, Präsidentin Mittelland Milch, über den Mitgliederbeitrag.
Mittelland Milch habe 2023 für bessere Milchpreise gekämpft, um die gestiegenen Kosten der Milchproduzent(innen) zu decken, jedoch habe das bisherige Berechnungssystem keine konkurrenzfähigen Milchpreise mehr ermöglicht.
Die Konkurrenz hat etwas mehr bezahlen können
Unter anderem hätten zwei angeschlagene namhafte Milchverarbeiterinnen überdurchschnittliche Preise bezahlt, um überhaupt noch genügend Milch einkaufen zu können. Eine Grafik im Jahresbericht zeigt, dass der von Emmi bezahlte Milchpreis 2023 leicht tiefer lag als zum Beispiel der von den Milchhändlerinnen ZMP und Mooh bezahlte Preis.
«Der schweizweite Durchschnittspreis lag 2023 leicht höher als der von Emmi bezahlte Preis», bestätigte auch Marco Genoni, Geschäftsführer Mittelland Milch. Das bleibe voraussichtlich auch im laufenden Jahr so, prognostizierte er.
Höhere Mitgliederbeiträge ab 2025?
Sabrina Schlegel erklärte, dass man mit Nachverhandlungen höhere saisonale Zuschläge und Gehaltsbezahlungen erreichte. In Verhandlungen gelang es der Branchenorganisation Milch (BOM), einen drei Rappen höheren Richtpreis ab Mitte 2024 durchzusetzen.
Die Versammlung genehmigte den Jahresbeitrag pro Mitglied von 40 Franken und 0,04 Rappen pro Kilo Milch. Präsidentin Schlegel stellte klar: «Auf eine Erhöhung können wir für 2024 noch verzichten. Für das Jahr 2025 werden wir aber nicht darum herumkommen, wenn wir uns weiterhin so aktiv in der Milchpolitik für euch einsetzen möchten.»
Schere zwischen A- und B-Milchpreis
Ricarda Demarmels, CEO von Emmi, präsentierte den guten Jahresabschluss von Emmi 2023. Der Luzerner Konzern macht deutlich über 50 Prozent seines Umsatzes im Ausland und setzt den dortigen Wachstumskurs fort.
«Nur ein hoher Preis nützt uns nichts, wenn wir an Menge verlieren.»
Emmi-CEO Riccarda Demarmels über die Preisgestaltung und das Mengen-Management.
Der Michproduzent und Delegierte Stefan Gilgen forderte von der Emmi-Chefin Kompensation für die 2023 verlorenen 3000 Franken. Demarmels erinnerte, dass Emmi seit 2013 überdurchschnittliche Preise bezahlt habe, jedoch sei 2023 die Schere zwischen A- und B-Milch weit auseinandergegangen. «Nur ein hoher Preis nützt uns nichts, wenn wir an Menge verlieren», betonte sie.

