Anders als Buntbrachen und Randstreifen werden Ackerschonstreifen mit der Kultur abgeerntet, erläutert das Merkblatt von Agridea zum Thema.  Es handelt sich dabei im Prinzip um einen Streifen des Feldes, wo nur ein Drittel bis die Hälfte der üblichen Saatdichte der Ackerpflanze eingesät wird.

Der richtige Standort

Damit im Ackerschonstreifen die begehrten, im gewöhnlichen Kulturland selten gewordenen Ackerbegleitpflanzen wie Mohn, Kornblume, Hunds-Kamille usw. gedeihen und nicht Unkraut die Oberhand gewinnt, ist die Wahl des passenden Standorts wichtig: 

  • Flachgründiger, steiniger oder sandiger Boden
  • An der Grenze zu naturnahen Flächen (extensive Wiese, Buntbrache, Naturwege, Südseite von Hecken)
  • Unbehandelte Spritzfenster oder
  • Am Feldrand auf etwa 30m3 mehr als 10 verschiedene Ackerbegleitpflanzen vorhanden oder
  • Klatschmohn häufig vorhanden
  • Wenig Problemunkräuter (wie Klettenlabkraut, Winden, Wicken, Ackerkratzdistel, Blacken, Ackerfuchsschwanz, Windhalm, Quecken oder Flughafer) am vorgesehenen Parzellenrand

Je nach Samenangebot im Boden können die gewünschten Ackerbegleitpflanzen ebenfalls gesät werden.

Sind folgende Kriterien erfüllt, ist der Standort nicht geeignet:

  • Moorboden oder tiefgründig und/oder
  • Boden mit hohem Nährtsoffnachlieferungsvermögen
  • Parzellenrand angrenzend an schattigen Waldrand

Der Parzellenrand sollte bereits im Vorjahr von Mai bis Juni ausgewählt werden, wenn die Ackerbegleitpflanzen in der Blüte stehen und so einfach zu erkennen sind.

Weniger Ertrag

Mit einem Ackerschonstreifen kann der Ertrag der Ackerkultur um 20 bis 50 Prozent verringert werden. Ausserdem verunmöglichen diese Elemente die Saatgutvermehrung, da die Begleitpflanzen das Saatgut verunreinigen können.

Ackerschonstreifen können in sämtlichen Getreidearten und Raps angelegt werden, bedingt geeignet sind auch Sonnenblumen und Hülsenfrüchte. Falls die Hauptkultur nicht dafür geeignet ist, kann man den Randstreifen mit einer passenden Kultur separat einsäen (z.B. mit einem Streifen Sonnenblumen).

Bestäubung und Nützlinge

Ackerschonstreifen bringen die bekannten Vorteile der Biodiversität; sie fördern Nützlinge und Bestäuber sowie die natürliche Schädlingsregulation. Ausserdem vermindern sie das Erosionsrisiko.

Aufwändig werden kann die Behandlung von Problempflanzen. Die Streifen müssen regelmässig darauf kontrolliert und etwaige Blacken oder anderes beseitigt werden, wie das FiBL  im Handbuch «Biodiversität auf dem Landwirtschaftsbetrieb» ausführt.

 

Bedingungen für Direktzahlungen:

  • Nur in Getreide (ohne Mais), Raps, Sonnenblumen, Eiweisserbsen, Ackerbohnen und Soja
  • Streifen am Parzellenrand, in Bewirtschaftungsrichtung auf der ganzen Feldlänge
  • Kein Stickstoff-Dünger, keine Insektizide
  • Keine breitflächige mechanische Unkrautregulierung (Striegeln), es sind für Nicht-Bio-Betriebe chemische Einzelstockbehandlungen erlaubt
  • Mindestens in zwei aufeinanderfolgenden Hauptkulturen am gleichen Standort