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WWF vergleicht Milchproduktionsstandards: Inhaltlich überzeugen bestenfalls Bio- und Wiesenmilch.

Der WWF hat am Dienstag einen Bericht veröffentlicht, der die verschiedenen Milchproduktionsstandards vergleicht und kommt zum Schluss: "Umwelt- und Ressourcenschutz bleiben auf der Strecke".


Publiziert: 20.08.2019 / 06:51

Je mehr Wärme einem System zugeführt wird, umso grösser wird dessen Unordnung. Was in der Physik unter dem Begriff Entropie zusammengefasst wird, hat im Milchmarkt ganz andere Namen: "Swissmilk Green" zum Beispiel. Oder "Aldi Fairmilk", oder "Swiss Family Milk". Die Labels stehen für eine bestimmte Milchproduktion und verwirren zusehends die Konsumenten - so wenigstens sieht es die Stiftung für Konsumentenschutz.

WWF vergleicht Milchproduktions-Standards

Der WWF hat dem Labelsalat nun die Wärme entzogen und in einem Bericht dargelegt, wie die verschiedenen Milchproduktion-Standards abschneiden. Das Resultat fällt ernüchternd aus: Der Umwelt- und Ressourcenschutz bliebe auf der Strecke, schreibt der WWF am Dienstag in einer Medienmitteilung. Der WWF schreibt weiter: "Milch macht nicht nur müde Männer munter, ihre Produktion wirkt sich auch negativ auf die Umwelt aus." Selbstredend erwartet die Umweltschutzorganisation auch, dass sich die Standards anpassen. Doch zuerst zu den Resultaten.

Unterschiedliche Mehrwerte

Demnach würden sich die Milchstandards stark unterscheiden. Immerhin würden alle einen Mehrwert gegenüber den gesetzlichen Mindestanforderungen bieten; "aber kein Standard schneidet in allen Kategorien gut ab." Der WWF moniert, dass die Bereiche Umwelt- und Ressourcenschutz grundsätzlich zu kurz kommen. Standards, die für eine breite Masse der Milchproduzenten entwickelt wurden – Suisse Garantie, nachhaltige Migros-Milch, Swiss Family Milk, Swissmilk Green, Coop-Milch-Programm – fokussieren mehrheitlich auf das Tierwohl. Nachhaltigkeitsaspekte wie Biodiversität und Ressourcenschutz würden sie vernachlässigen. Die Initiative Fair, "di fair Milch" Aldi Fairmilk und Heumilch indes würden sich nur auf einzelne spezifische Nachhaltigkeitsaspekte fokussieren – beispielsweise die Fütterung.

Milchproduktion: So gut schneiden die Labels ab

Der WWF hat verschiedene Milchproduktionsstandards verglichen und rangiert. Die Autoren kommen zum Schluss, dass die Anforderungen von Bio Suisse einer inhaltlichen Prüfung am ehesten Standhalten.

66 Prozent und mehr erfüllen:

  • Bio Suisse
  • IP Suisse Wiesenmilch (nur bei Erfüllung aller Zusatzleistungen)

34 bis 66 Prozent der inhaltlichen Kriterien erfüllen:

  • Coop Milch-Programm
  • Initiative Fair
  • IP Suisse Wiesenmilch (Erfüllung Grundanforderungen)
  • Nachhaltige Milch Migros (Grundanforderungen und bei Erfüllung aller Zusatzleistungen)
  • Swiss Family Milk von Züger Frischkäse (bei Erfüllung der Grundanforderungen und bei Erfüllung aller Zusatzleistungen)
  • Swissmilk Green

33 Prozent oder weniger der inhaltlichen Kriterien erfüllen:

  • Aldi Fairmilk
  • "di fair Milch"
  • Heumilch Schweiz
  • Origin Green (irischer Produktionsstandard)
  • Suisse Garantie

Im WWF Milch-Benchmark wurden die Milchproduktionsstandards auf Boden & Wasser (Ressourcenschutz), Biodiversität, Klima & Energieeffizienz, Tierwohl & Produktionssysteme, sowie Soziales analysiert. Bei Organisation und Management wurden Einhaltung & Kontrolle sowie Standardentwicklung bewertet.

WWF fordert ehrliche Kommunikation

Der WWF schreibt zudem, dass die Milchproduktion der wichtigste landwirtschaftliche Produktionszweig ist, aber massive Schäden an der Umwelt verursacht. "Beispielsweise durch ineffiziente Flächennutzung oder hohe Stickstoff-Einträge, die unsere sensiblen Ökosysteme wie Moore und Wälder schädigen." Für die eigene Zukunft sei deshalb eine Verbesserung bei Umwelt- und Ressourcenschutz "zwingend", so der WWF. Er empfiehlt den Organisationen deshalb, die Standards stärker auf den Ressourcenschutz auszurichten: "Ackerfähige Flächen sollen nicht für den Futtermittelanbau genutzt werden. Das Futter soll vorwiegend von Wiesen und Weiden des eigenen Betriebs stammen." Ausserdem soll der "Nachhaltigkeitsmehrwert" ehrlich kommuniziert werden. Zudem empfiehlt der WWF, dass die Organisation und das Management der Labels verbessert werden.

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