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Früh geplant ist bei Stallfliegen halb gewonnen

Die Stallhygiene und der frühzeitige Einsatz von Nützlingen helfen, die Fliegen auf ein erträgliches Mass zu reduzieren.

Es ist wieder an der Zeit, im Stall die Fliegenbekämpfung einzuplanen. Denn mit den steigenden Temperaturen erwachen die Plagegeister aus dem Winterschlaf und beginnen mit der Eiablage. «Bis jetzt haben die kalten Nächte die für die Jahreszeit eigentlich zu erwartende Fliegenvermehrung verhindert», so Franziska Borer, Leiterin Tiergesundheit bei der Andermatt Biovet AG. Sobald die nächtlichen Temperaturen aber nicht mehr unter 0°C fallen und die Tagestemperaturen auf 18°C ansteigen, sei mit einer tüchtigen Fliegenvermehrung zu rechnen. Ihre Regulierung sollte daher möglichst früh erfolgen.

Vorausschauend regulieren

Stallfliegen sind ein Stressfaktor für das Vieh. Sie beeinträchtigen deren Wohlbefinden, reduzieren die Leistung des Tieres und können sogar Krankheiten übertragen. Sie vermehren sich gerne an feuchten Stellen im Stall, so etwa im Güllekanal und Mist. Diese Brutstätten können durch die allgemeine Stallhygiene z. B. mit dem regelmässigen Ausmisten und der gründlichen Reinigung zerstört werden, sofern sie vor dem Erscheinen der ersten Fliegen ausgeführt werden. Unter günstigen Bedingungen ist es möglich, dadurch sogar die Fliegenplage ohne Einsatz von Insektiziden auf ein erträgliches Mass zu reduzieren.

Wenn der Fliegendruck aber trotz dessen zu gross wird, müssen direkte Massnahmen zum Einsatz kommen. Dazu gehören die sogenannten Adultizide und Larvizide. Sie müssen im Frühling vor der massenhaften Vermehrung der Fliegen aus-gebracht und während des Sommers in regelmässigen Abständen erneuert werden, um eine sichere Wirkung zu gewährleisten. Insektizide sind jedoch teuer und können zur Entwicklung von Resistenzen bei den Stallfliegen führen. Auch ist der Einsatz keine nachhaltig wirksame Massnahme. Hier kommen dann Nützlinge, die natürlichen Feinde der Stallfliege, ins Spiel.

Wiederholter Einsatz der Nützlinge nötig

Nützlinge wie Schlupfwespen, Güllefliegen und Raubmilben stören aktiv die Verbreitungund Entwicklung der Stallfliege, indem sie Eier oder Larven fressen (Güllefliegen, Raubmilben) oder deren Puppen parasitieren (Schlupfwespen).

Früh geplant ist bei Stallfliegen halb gewonnen
Das dritte Larvenstadium der Güllefliege ist räuberisch und ernährt sich von Stallfliegenlarven. Sie können bis zu zwanzig Stück davon unschädlich machen.
Früh geplant ist bei Stallfliegen halb gewonnen
Schlupfwespen parasitieren die Puppen der Stallfliegen, verhindern damit deren weitere Entwicklung und töten die Fliegenpuppe ab.

Andermatt Biovet AG oder Agroline Bioprotect, welche diese Nützlinge anbieten, empfehlen eine Ausbringung auf die vorhandenen Fliegenbrutstätten ab Frühjahr oder nach dem gründlichen Ausmisten. Dabei darf auch die kleinste Ecke oder Nische im Stall nicht vergessen werden. Beide Dienstleister bieten Abonnements an, wodurch die Lieferung automatisch im Abstand von ein bis drei Wochen (je nach Nützling) erfolgt, teilweise bis in den Spätsommer hinein.

Früh geplant ist bei Stallfliegen halb gewonnen
Raubmilden ernähren sich von den Eiern und Larven der Stallfliegen.

Ende März mit der Behandlung beginnen

In der Tiefstreu und im Tretmist kommen Schlupfwespen zum Einsatz, im Flüssigmist Güllefliegen. Zudem sind bei Andermatt Biovet auch Raubmilben erhältlich. Diese können sowohl in der Tiefstreu als auch auf einer stabilen Schwimmschicht in den Güllekanälen verteilt werden. Im Gegensatz zu Schlupfwespen und Güllefliegen sind sie die einzigen Nützlinge zur Fliegenbekämpfung, die auch im Freien z. B. auf dem Miststock oder Kompost eingesetzt werden können, so Franziska Borer. Sie werden zwei- bis dreimal pro Saison verschickt.

«Mit dem Aussetzen von Schlupfwespen und Raubmilben sollte Ende März/Anfang April begonnen werden. Dann haben die Nützlinge noch Zeit eine Population aufzubauen, bevor es im Juni mit der Fliegenvermehrung richtig losgeht», empfiehlt Borer. Wenn sich Güllefliegen erfolgreich angesiedelt haben, bleibt die fliegenunterdrückende Wirkung in einem Warm-stall dauerhaft erhalten. Im Kaltstall sollte die Aussetzung abzirka 15°C bis Juni erfolgen. Im Warmstall ist der Einsatz während des gesamten Jahres möglich.

Neben dem Nützlingseinsatz empfiehlt es sich zudem Fliegengitter vor den Fenstern, Fliegenschnüre (Vorsicht bei Schwalben) oder Klebfallen aufzustellen, um die adulten Fliegen abzufangen. Vor dem Einsatz der Nützlinge sollte eine gute Planung und Beratung erfolgen. Andermatt Biovet sowie Agroline Bioprotect bieten neben dem Verkauf auch eine ausführliche Beratung an.

Hinweise zur Ausbringung: hier.

Kostenübersicht und Infos zu den vorbeugenden Massnahmen: hier.