Im Vorfeld der Zuchtfamilienschau auf dem Hof von der Familie von Regula und Martin Peter aus Spins gab es allerhand zu tun, es konnten gleich zwei Zuchtfamilien präsentiert werden. Doch Peters kennen die Abläufe gut. Wie der Experte Heinz Baur betonte, sei er schon fast Stammgast auf dem Betrieb. Denn Peters können regelmässig Zuchtfamilien präsentieren. Eine Leistung, der der Experte grossen Respekt entgegenbringt. Zusammen mit Christian Aegerter beurteilte Heinz Baur zunächst die Red-Holstein-Kuh Stella (Vater Freddy) mit ihren Nachkommen Lolitta (Bad), Loulou (Tower), Louma (Achilles) und Louisiana (Ambrose). Die Zuchtfamilie brachte 30 von 50 möglichen Punkten aus der Leistungsbeurteilung in die Gesamtbeurteilung mit (siehe Kasten). Für das Exterieur können die Experten jeweils höchstens 50 weitere Punkte vergeben. Stella erreichte 65 von 100 Punkten und wurde damit in der Klasse B eingestuft.
Stella ist eine 100 000er
Die Stammkuh Stella wurde im November 2013 geboren. Sie hat bereits 102 685 Kilogramm geleistet. «Das ist etwas, was wir bei den Zuchtfamilien nicht alle Tage sehen», anerkannte Christian Aegerter. «Stella macht uns dem Alter entsprechend Freude», erklärte er. Vor allem die Euterbodenhöhe lobte er. Bei der Mobilität sei das Alter etwas sichtbar. Doch die Kuh weise eine «extreme Tiefe und Seite» auf. Über alle Tiere dieser Zuchtfamilie gesehen, lobte der Experte die sehr guten Füsse und Fesseln. Das seien die Stärken dieser Familie. Positiv bewertet wurden auch Lolittas und Loulous Euter. Abzüge gab es etwa beim Becken von Lolitta oder der Lendenpartie von Loulou. Hingegen gefiel den Experten das Gusti Louisiana und dessen Bein sehr gut. «Es ist das schönste Tier hier», lobte Aegerter.
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Resultat im obersten B-Bereich
Das Resultat der Beurteilung der Rotfaktor-Kuh Roxana (All About lt) mit ihren Töchtern Rihanna (Ikea), Rimini (Ikea), Rolex (Swingman) und Roxelle (Justin), nahm Heinz Baur vor. Mit den gesamthaft 73 Punkten wurde die Familie im obersten Teil der Klasse B eingestuft. Diese Familie sei stärker als die erste, betonte Baur. Sie brachte 34,5 Punkte aus der Leistungsbeurteilung mit. Die Stammkuh Roxana wird im Juni neunjährig und befinde sich in der siebten Laktation. Sie weise «wahnsinnige» Leistungen auf, lobte Baur. So liege die Höchstleistung bei 12 459 Kilogramm Milch. Gesamthaft hat sie bereits 65 000 Kilogramm Milch geleistet. Sie sei eine extrem lange und robuste Kuh mit einer guten Beckenbreite und einem Euter, das imponiere, lobte Heinz Baur. Bei Rihanna wurde zudem die wunderbare Beckenlinie hervorgehoben. Sie gefalle insgesamt «extrem gut» im Typ. «Sie ist eine Typ-Kuh, wie wir es gerne mögen», so Baur.
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Der Züchter ist zufrieden
Rimini überzeugte mit einem sehr starken Becken und Zentralband. Rolex, die sich in der zweiten Laktation befindet, bestach durch ihre Feinheit. Zudem wies sie das schönste Euter der Familie auf. Bemängelt wurde das eher schmale Becken. Die Jüngste, Roxelle wurde als Gusti mit viel Finesse, viel Tiefe und einem guten Becken bezeichnet. Sie weise zudem ein wunderbares Bein auf. «Dieses Gusti darf Freude machen», betonte Baur. Martin Peter zeigte sich zufrieden über die Beurteilungen. Dass er nicht in der obersten Liga mitmischen könne, war ihm von vornherein klar. Das sehr gute Ergebnis in der Klasse B von Stammkuh Roxana freue ihn daher sehr. Im Anschluss lud die Familie zu einem Zvieri ein. Und genau diese Geselligkeit, die an einer Zuchtfamilienschau möglich ist, sei enorm wichtig, betonte Heinz Baur.
Das ist eine Zuchtfamilie
Weibliche Zuchtfamilienschauen (ZF) zeichnen langlebige Zuchtkühe aus, die überdurchschnittliche Leistungen erbringen und vererben. Mithilfe dieser Nachzuchtpräsentationen werden wertvolle Kuhfamilien erkannt, und es kann mit diesen Familien gearbeitet werden. Die Zuchtfamilien werden im Frühling aufgeführt, beurteilt werden sie jeweils von einem Experten von Swissherdbook und einem Vertreter des jeweiligen Kantons, heisst es bei Swissherdbook. Die Einstufung wird auf dem Betrieb vorgenommen. Von den 100 möglichen Punkte können die Experten höchstens 50 für das Exterieur, also die äussere Erscheinung, vergeben.
Ebenfalls höchstens 50 Punkte basieren auf den Leistungsmerkmalen. Die Beurteilung der Produktion geschieht anhand der Kriterien Zuchtwert (ZW) Milch, Inhaltsstoffe (Fett %, Eiweiss %), Index Produktion Leistung (IPL) und Zellzahlen. Beim Exterieur gibt es Punkte für die Stammkuh, alle aufgeführten Nachkommen und den Gesamteindruck der Zuchtfamilie. Diese wird danach in eine Qualitätsstufe A, B oder C eingeteilt: Für die Klasse A benötigt es 75 und mehr Punkte, Klasse B 65 bis 74 Punkte und Klasse C unter 65 Punkte. Neben einer Stammkuh mit mindestens fünf Milchleistungsabschlüssen braucht es ebenfalls vier direkte Nachkommen. Dies können Töchter und Söhne sein, wobei zwingend zwei Töchter mit je einer abgeschlossenen Laktation dazugehören müssen.