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Der Muni ist schuld, dass bei der Familie Amrein-Müller drei 100 000er-Kühe im Stall stehen

Die Familie Toni und Antonia Amrein-Müller hat in Gunzwil LU gleich drei 100 000er-Kühe im Stall. Fit und langlebig sind diese auch dank guter Tierbetreuung und der Weidehaltung.

Es ist für Viehzüchter schon anspruchsvoll, überhaupt einmal eine Kuh mit 100 000 Kilogramm Lebensleistung im Stall zu haben.

Auf dem Betrieb der Familie Toni und Antonia Amrein-Müller leben aktuell mit Andora, Pisa und Anette gleich drei Braunvieh-Kühe, die die Lebensleistung von 100 000 Litern Milch überschritten haben. Doch was braucht es, damit man im Stall gleich drei so ausdauernde Kühe stehen hat?

«Das ist ein glücklicher Zufall», erklärt der Betriebsleiter Toni Amrein bescheiden. Einen bedeutenden Anteil an diesem Glück trägt auf dem Betrieb Rüschen der Natursprung-Muni bei, der während der Vegetationszeit mit den Kühen auf der Weide mitläuft.

Flinker Stier führt zu weniger Remonten

In den letzten sechs Jahren war das jeweils Stier Herbi, ein fast reinrassiger Simmentaler Muni. «Der Stier war halt auch schon schneller als ich und hat so eine Kuh gesprungen, die ich zwecks Remontierung eigentlich rassenrein mittels künstlicher Besamung decken wollte», erklärt Toni Amrein.

So sei die Zahl der Rinder auf seinem Betrieb für die Remontierung vielfach etwas knapp, wodurch die älteren Kühe noch länger im Stall verblieben.

Der Muni ist schuld, dass bei der Familie Amrein-Müller drei 100 000er-Kühe im Stall stehen
Neben Milchwirtschaft sind der Ackerbau und die Schweinehaltung wichtige Betriebszweige.

Mit älteren Kühen Geduld haben

Die grosse Zahl an langlebigen Kühen auf dem Betrieb Rüschen nur dem Muni zuzuschreiben, wäre allerdings zu kurz gegriffen. Der tägliche Weidegang, die Zucht auf Fitnesseigenschaften, die Tierbetreuung und die standortangepasste Fütterung sind weitere bedeutende Faktoren.

«Wichtig ist, mit einer älteren Kuh auch einmal etwas Geduld zu haben», betont der 59-jährige Luzerner Landwirt. Ältere Kühe hätten zwar eher Klauenprobleme und auch die Gefahr von Milchfieber sei höher. Doch auch ältere Kühe würden sich meist wieder erholen und produktiv bleiben.

Leistung, Fitness und Robustheit

Die gut 30 Milchkühe der Familie Amrein-Müller stehen im Anbindestall. Sohn Raphael wird den Betrieb zeitnah übernehmen und die Milchviehhaltung weiterführen. Ein Laufstall ist in Planung.

«Der Laufstall ist sicher das Haltungssystem der Zukunft. Gerade für rangniedrigere Kühe hat der Anbindestall aber auch seine Vorteile, da schwächere Tiere weniger in Rangkämpfe involviert werden», so Toni Amrein.

Bei der Stierenauswahl achtet der Braunviehzüchter auf die Milchleistung, Fitnesseigenschaften und Robustheit. Zudem sind ihm gesunde und schöne Euter ebenfalls wichtig. «Auch wenn wir unsere Tiere nur an der Genossenschaftsschau ausstellen, habe ich dennoch Freude an schönen Kühen.»

Der Muni ist schuld, dass bei der Familie Amrein-Müller drei 100 000er-Kühe im Stall stehen
Während der Vegetationsphase sind die Kühe der Familie Amrein fast immer auf der Weide.

Vielseitiger Landwirtschaftsbetrieb

Auf dem Familienbetrieb von Toni und Antonia Amrein-Müller wird silofreie Milch produziert. Während der Vegetationszeit gehen die Kühe entweder am Tag oder in der Nacht auf die Weide, im Stall wird Heu und Kraftfutter zugefüttert.

Der Leistungsschnitt liegt bei gut 8000 Kilogramm Milch. Neben der Milchwirtschaft wird auf dem 27-Hektar-grossen Betrieb auch Ackerbau betrieben. Auf rund vier Hektar werden Saatkartoffeln angebaut, auf zwei Hektar Mais und auf weiteren vier Hektar Getreide.

Zudem wird auf dem Hof Schweinezucht (Deck-Warte-Betrieb) mit Eigenremontierung betrieben. Neben dem Betriebsleiterpaar arbeitet auch der zukünftige Betriebsleiter Raphael Amrein Teilzeit auf dem Hof. Dazu ist während acht Monaten im Jahr ein polnischer Mitarbeiter angestellt, der je hälftig bei der Familie Amrein und einem weiteren Landwirtschaftsbetrieb arbeitet.

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