Der Japankäfer ist eine zunehmende Gefahr für die Landwirtschaft. Damit der Schädling nicht die Überhand gewinnt, hat das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) jüngst zum Kampf aufgerufen.
Wie aber sieht die Situation im Einzugsgebiet des Regiobunds Nordwestschweiz, Bern und Freiburg aus, zu dem auch die Kantone Wallis, Solothurn und beide Basel gehören? Wir ordnen ein.
Häufiger im Süden als im Norden
Wie bereits bekannt ist, tritt der Schädling auf der Alpensüdseite häufiger auf, auf der Alpennordseite erst punktuell. Im Kanton Wallis wurden in den Oberwalliser Gemeinden Zwischbergen und Simplon im Juli 2023 erstmals Japankäfer entdeckt, heisst es auf der Website der Dienststelle für Landwirtschaft.
Weitere Individuen wurden im Sommer 2024 zwischen Termen und Raron gefangen. Im Sommer 2025 wurden im angrenzenden Kanton Waadt in der Region Yvorne Japankäfer gefunden. Daher sei damals ein grosser Teil des Walliser Chablais zur Pufferzone des Waadtländer Ausbruchs erklärt worden.
Termen und Raron sind in der Karte eingezeichnet
Laut neustem Bericht des BLW hat die kleine Population aus dem Jahr 2024 im Kanton Wallis im Vergleich zum Vorjahr deutlich zugenommen. Die Gründe für diese Entwicklungen der Populationen sind bislang noch unklar. Das Gebiet um Termen und Raron ist daher auf der Anfang Mai veröffentlichten Karte des Bundes als Befalls- und Pufferzone gekennzeichnet.

Freiburg blieb bislang verschont
Bislang sind im Kanton Freiburg keine Fälle von Japankäfern bekannt. «Wir hatten bisher einfach Glück», liess sich André Chassot, Leiter des kantonalen Pflanzenschutzdienstes, kürzlich in den «Freiburger Nachrichten» zitieren. Dies liege auch an der geografischen Lage, da der Kanton nicht an den Hauptverkehrsachsen des Nord-Süd-Verkehrs liege, weiss er.
Da jedoch eine Zunahme der Fälle im Norden der Alpen verzeichnet werde, sei die Wahrscheinlichkeit hoch, dass bald auch im Kanton Freiburg Exemplare gefunden würden. Umso wichtiger sei die Kampagne des BLW, um die ganze Bevölkerung zu sensibilisieren.
Freiburg hat darin bereits gute Erfahrungen gemacht. Aus dem Auftreten des asiatischen Laubholzbockkäfers habe der Kanton Freiburg eines gelernt: «Je mehr Leute eine Ahnung davon haben, worum es sich handelt und wie er aussieht, desto mehr Chancen gibt es, dass der erste Fall gemeldet wird. Und je früher man diesen entdeckt, desto grösser ist die Chance, den Käfer zu bekämpfen.»
Bern erlässt Massnahmen
Laut Fachstelle Pflanzenschutz des Kantons Bern wurde im Herbst 2025 in Spiez erstmals eine kleine Population Japankäfer nachgewiesen. Um eine weitere Ausbreitung zu verhindern, erliess der Kanton Bern Ende April eine Allgemeinverfügung. Darin festgehalten sind Massnahmen im Befallsherd und der umliegenden Pufferzone.
«Im Befallsherd gelten strengere Massnahmen als in der Pufferzone. Im Befallsherd ist unter anderem der Transport von Grüngut, Kompost und Oberboden eingeschränkt. Zudem ist es im Sommer verboten, Grünflächen zu bewässern. In der Pufferzone hingegen gilt primär eine Einschränkung des Transportes von Grüngut», heisst es auf dem Internetportal des Kantons Bern. Die Massnahmen gelten für Privatpersonen, Landschaftsgärtnereien und den Pflanzenhandel sowie für Bauherrschaften im Gebiet des Thunersee-Südufers rund um Spiez. Ebenfalls betroffen sind die Oberaargauer Gemeinden Wynau, Roggwil und Schwarzhäusern, die in der Pufferzone eines Befallsherds im Kanton Solothurn liegen.
Die Situation im Kanton Solothurn
Dort gab es 2024 und 2025 Funde in der Region um Gunzgen. Experten gingen bereits im letzten Jahr davon aus, dass sich eine kleine Population Japankäfer im Gebiet ansiedeln konnte. Dies hat sich nun bestätigt, denn es wurden bereits Japankäfer gefunden. Um den Start des Flugs nicht zu verpassen, werden seit 1. Juni diesen Jahres Japankäferfallen in der Pufferzone sowie im Befallsherd aufgestellt und regelmässig kontrolliert. «Gestützt auf die Vorgaben des Bundes hat der kantonale Pflanzenschutzdienst Solothurn in Absprache mit den Pflanzenschutzdiensten Aargau und Bern erneut einen Befallsherd und eine Pufferzone rund um den Fundort in Gunzgen ausgeschieden und für dieses Gebiet Massnahmen zur Bekämpfung des Japankäfers verfügt. Das betroffene Gebiet und die Massnahmen wurden im Rahmen einer Allgemeinverfügung im Amtsblatt Kanton Solothurn veröffentlicht», heisst es in einer Medienmitteilung.

Beide Basel wiederholen bewährte Massnahmen
Die beiden Kantone Basel-Stadt und Basel-Landschaft haben Mitte Mai ein gemeinsames Mailing zum aktuellen Stand verschickt. Zwar wurde in den vergangenen zwei Jahren in Basel, Riehen, Münchenstein und Birsfelden Japankäfer nachgewiesen. Dennoch habe die Situation im vergangenen Jahr unter Kontrolle gehalten werden können.
«Der Befall konnte auf niedrigem Niveau stabilisiert werden», heisst es. Die beiden Kantone haben in Absprache mit den Bundesbehörden für das laufende Jahr die bewährten Massnahmen aus dem Vorjahr eingeplant. Dazu gehören etwa Vorschriften zu Verschiebungen von Pflanzgut und Rasenbewässerungen.
Seit Ende Mai werden an verschiedenen Orten Lockstofffallen für die kommende Flugsaison montiert. Diese dauert von Juni bis September. Dazu heisst es: «Da die Lockstofffallen Käfer gezielt anziehen, bitten die Kantone darum, keine privaten Fallen aufzustellen. So kann verhindert werden, dass zusätzliche Käfer angelockt werden und sich verbreiten können.»
Das ist bei einem Käferfund zu tun
Ein gefundener Japankäfer soll fotografiert und dann unschädlich gemacht werden. Das Bild und die Angaben des Fundorts müssen dem zuständigen kantonalen Pflanzenschutzdienst gemeldet werden.
Das sind die Kontaktangaben der zuständigen kantonalen Behörden
Bern: E-Mail: schadorganismen@be.ch. Weitere Infos unter www.be.ch/japankaeferBasel-Landschaft: E-Mail:japankaefer@bl.ch. Telefon: 061 267 64 00. Weitere Infos unter www.baselland.chBasel-Stadt: E-Mail: japankäfer@bs.ch. Telefon: 061 267 64 00. Weitere Infos unter www.bs.chFreiburg:grangeneuve-agriculture@fr.chSolothurn:pflanzenschutz@vd.so.chWallis:sca-phyto@admin.vs.ch.

