Die 5 Schlüssel zur «Kuh der Zukunft» – Was die Schweizer Viehzucht von Amerika lernen kann

Die Schweizer Milchviehwirtschaft steht vor einer Herausforderung: Weniger Kühe, mehr Milch pro Tier, aber immer weniger Fleisch. Die Lösung? Ein Umdenken in der Zucht. Hier sind die fünf Kriterien, die zur robusten «Kuh der Zukunft» führen.

1. Effizienz in der Grasverwertung statt Kraftfutter-Abhängigkeit

Rund 70 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche in der Schweiz besteht aus Grünland. Nur Wiederkäuer können dieses effizient in Lebensmittel umwandeln. Die Zucht muss auf Tiere setzen, die Gras optimal verwerten – ohne Kraftfutter-Importe.

2. Doppelnutzung statt Spezialisierung

Hochleistungs-Milchkühe produzieren zwar viel Milch, aber wenig Fleisch. Das führt zu Importabhängigkeit bei Rindfleisch. Die Wiederbelebung von Zweinutzungsrassen könnte die Fleischproduktion stabilisieren, ohne die Milchleistung unverhältnismässig zu reduzieren.

3. Robustheit und Langlebigkeit vor Rekordleistung

Kühe, die auf maximale Milchleistung getrimmt sind, brauchen intensive Betreuung und sind anfällig für Stoffwechsel- und Klauenerkrankungen. Robuste, langlebige Tiere bedeuten weniger Tierarztkosten und mehr Wirtschaftlichkeit.

4. Fruchtbarkeit und Hitzeresistenz als Zuchtziele

Der Klimawandel macht auch vor Kuhställen nicht halt. Hitzeresistenz und gute Fruchtbarkeit müssen zentrale Kriterien werden und nicht nur das perfekte Exterieur oder Rekord-Milchmengen.

5. Gesamteffizienz statt Einzelkriterien

Der amerikanische «Council on Dairy Cattle Breeding» macht es vor: Nicht die Milchleistung allein zählt, sondern die Gesamteffizienz. Weniger Ressourcen, mehr Nährstoffe, stabile Herden und gesicherte Fleischproduktion – das ist die Zukunft.

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