Haben Sie noch kein Abo der BauernZeitung?
Ein Produkt auswählen und bestellen

Sie sind bereits BauernZeitungs-Abonnent - haben aber noch kein Online-Login?
Die sofortige Freischaltung anfordern

Haben Sie Ihr Passwort vergessen?
Passwort vergessen

Haben Sie Fragen?
Infohotline: 031 958 33 33
Montag bis Freitag 8:00 - 12:00 Uhr und
13:30 - 17:00 Uhr

 

Haben Sie noch kein Abo der BauernZeitung?
Ein Produkt auswählen und bestellen

Sie sind bereits BauernZeitungs-Abonnent - haben aber noch kein Online-Login?
Die sofortige Freischaltung anfordern

Haben Sie Ihr Passwort vergessen?
Passwort vergessen

Haben Sie Fragen?
Infohotline: 031 958 33 33
Montag bis Freitag 8:00 - 12:00 Uhr und
13:30 - 17:00 Uhr

 

SBV stellt Bericht über «Megatraktoren» richtig

Der Schweizer Bauernverband begegnet Medienberichten über immer grösser und schwerer werdende Traktoren in der Schweiz mit Statistiken, die keine wirkliche Entwicklung zeigen.


Schweizer Landmaschinen werden immer grösser und schwerer, worunter der Boden leide. So sah die Schlagzeile in den TA-Medien aus, gefolgt von einem Beitrag in der SRF-Sendung «Schweiz Aktuell». Insgesamt präsentiere sich die Aufteilung der PS-Klassen bei den neu zugelassenen Traktoren recht stabil, widerspricht der Schweizer Bauernverband in seinem Faktencheck

Vor allem 101 und 120 PS starke Maschinen

So würden gemäss den Statistiken des Schweizerischen Verbands für Landtechnik aktuell Traktoren der Stärke 101 uns 120 PS dominieren (2019 fielen 30,4 Prozent der Maschinen in diese Kategorie, 2018 seien es noch 28,1 Prozent gewesen). An zweiter Stelle stehen laut SBV 81 bis 100 PS (mit leichtem Rückgang bei 20,6 Prozent). Wenig gewachsen sei die Kategorie 121 bis 140 PS (von 18,6 auf 19,4 Prozent).

Die Medienberichte verglichen allerdings ältere Zahlen (1990 seien noch 23 Traktoren mit über 10 Tonnen Gewicht gemeldet gewesen, gegenüber heute 4867, schreiben die TA-Medien).   

Die grössten sind in der Bauwirtschaft und für Transporte im Einsatz

70 Prozent der neu zugelassenen Traktoren haben eine Leistung zwischen 81 und 140 PS und somit ein Leergewicht von 4 bis maximal 6 Tonnen, wie der SBV schildert. Die zulässigen Gesamtgewichte würden sich entsprechend zwischen 5 und 9 Tonnen bewegen. 

Traktoren mit über 300 PS machten 2019 nur 0,5 Prozent aller neu zugelassenen Traktoren aus. Viele dieser Traktoren würden zudem gar nicht in der Landwirtschaft, sondern in der Bauwirtschaft oder für Transporte eingesetzt.   

Bodenschutz ist ein Anliegen

Den Boden als Voraussetzung für eine gute Ernte und damit den wirtschaftlichen Erfolg eines Betriebes gesund und funktionsfähig zu halten, sei der Schweizer Landwirtschaft ein Anliegen, schreibt der SBV. Grosse Traktoren faszinieren aber eben schon, wie Beat Schmid in seiner Analyse schildert. Gerade bei Maschinendemos liege der Fokus meist nicht darauf, die maximale Zugkraft bei minimalem Traktorgewicht zu erreichen. 

Je nach Situation die beste Lösung

Mit scheinbarem Erstaunen (»ausgerechnet der Bodenexperte Peter Weisskopf...») wird im TA-Medien-Artikel ein Fachmann zitiert, der auf situationsgerechte Lösungen verweist. Demnach hätten sowohl grosse und somit schwere Traktoren als auch kleinere ihre Vor- und Nachteile:

  • Mit grossem Gerät müsse man den Boden weniger häufig befahren, da mehrere Arbeitsschritte in einem Gang und in schnellerem Tempo erledigt werden können. das sei gut für tragfähige Böden, die rechtzeitig vor dem nächsten Regen bearbeitet werden können. 
  • Kleinere Traktoren seien zwar leichter, aber auch langsamer, was gut sei für selten abtrocknende Böden. Weniger geeignet sind sie laut Peter Weisskopf im TA-Artikel dort, wo man mehrmals über den Boden fahren muss und nicht rechtzeitig vor dem nächsten Regen die Arbeiten beendet werden können. 

Daher seien auch grosse und schwere Raupentraktoren grundsätzlich eine gute Idee. 

Weltweit steigt der Druck auf den Boden 

Eine Studie von Agroscope und verschiedenen Partnerorganisationen hat den steigenden Druck durch schwerer werdende Landmaschinen auf den Boden untersucht. So sollen rund 33 Millionen ha in Europa von Bodenverdichtung betroffen sein. Verwendet wurden Daten über Erntemaschinen in Dänemark, deren Radlast von 1958 bis 2009 von 1,5 Tonnen auf 9 Tonnen anwuchs und den zunehmenden Gewichten neuer John-Deere-Traktoren (Radlasten stiegen von 1,5 auf 4 Tonnen von 1960 bis 2000). 

Die Modelle zeigten gravierende Folgen der Bodenverdichtung, etwa Ernteverlust, Treibhausgas-Emissionen und Überschwemmungsrisiken. Die Forschenden fanden ausserdem heraus, dass historische Veränderungen der Bodenverdichtung mit der Stagnation der Ernten 1990 in vielen Ländern zusammenfielen.

Ansätze bei Raupen, Fahrspuren und Reifendruck

Schlussendlich muss ein Traktor auf den Betrieb passen. Beim Maschinenkauf sollte man sich daher Gedanken über die Grösse machen, auch dazu, wie viel ein Kauf mit Image zu tun hat (mehr Tipps zum Maschinenkauf finden Sie hier). Neben Raupentraktoren könnten permanente Fahrspuren die Bodenverdichtung reduzieren. Ebenfalls helfen kann eine Anpassung des Reifendrucks. 

War dieser Artikel lesenswert?
Kommentar erfassen
Feste Fahrspuren mindern die Folgen des Klimawandels
06.10.2020
Häufig ist der Boden zu dicht, um Starkniederschläge aufzufangen. Permanente Fahrgassen können die Bodenverdichtung reduzieren.
Artikel lesen
Starkniederschläge und Sommertrockenheit werden in Zukunft weiter zunehmen. Während ein gesunder Boden diesen Wetterextremen trotzen kann, sind Staunässe und Trockenheit typische Folgen eines verdichteten Bodens, worunter die Kultur und schlussendlich der Ertrag leidet. Deshalb gewinnt die Erhaltung und Entwicklung gut strukturierter Böden in der Landwirtschaft immer mehr an Bedeutung. Bekannte ...
Werbung
Leser-Schnappschüsse Weitere Schnappschüsse Senden Sie uns Ihre Schnappschüsse!
Folgen Sie uns