Weiterhin kräftiges Graswachstum in Aussicht

Das Gras profitiert von den sommerlichen Temperaturen und wächst kräftig. Bereits jetzt sollte man an die Einwinterung der Weiden denken, damit im Frühling Gras von bester Qualität zur Verfügung steht.

Das Grasmessnetzwerk ermittelte für die vorletzte Woche ein mittleres Graswachstum von 52 kg TS/ha/Tag, was für Ende September eher hoch ist. Der langjährige Durchschnittswert für die aktuelle Kalenderwoche liegt bei 30.

Weiterhin kräftiges Graswachstum in Aussicht
Bisher gemessener Graszuwachs von allen Messstandorten.
Weiterhin kräftiges Graswachstum in Aussicht
Übersicht Graswachstum KW39 an den ausgewählten Messstandorten

Mit den weiterhin recht milden Temperaturen dürfte das Gras weiterwachsen – wenigstens dort, wo die Wasserversorgung sichergestellt ist. Um den Weideanteil hochzuhalten, sollte jetzt möglichst kein weidegeeignetes Futter mehr siliert werden – denn das Graswachstum wird unweigerlich bald zurückgehen.

Herbstgras nutzen so lange wie nötig

Narbenschäden müssen im Herbst möglichst vermieden werden, weil sich die Grasnarbe jetzt nur schlecht regeneriert und sich damit Lücken für minderwertige Pflanzen öffnen.

Gleichzeitig sollen vor dem Winter möglichst wenig Weidereste übrig bleiben, damit im Frühling wieder Gras von bester Qualität zur Verfügung steht. Bei kurzer Besatzzeit und trockenen Böden spricht nichts dagegen, im Sommer angesäte längerdauernde Mischungen jetzt mit leichten Tieren abzuweiden. Dies kann gleichzeitig zu einer guten Rückverfestigung beitragen und die Fläche für Mäuse weniger attraktiv machen.

Weiterhin kräftiges Graswachstum in Aussicht
Viel länger sollte das Ausfallgetreide in dieser neu angesäten Kunstwiese nicht sein, damit es noch gefressen wird.

Achtung vor Pansenblähungen

​Herbstgras weist grundsätzlich einen Proteinüberschuss und ein Energiemanko auf. Für Vollweidebetriebe ist der Energieausgleich aber oft nicht wirtschaftlich, weil die zusätzliche Milchleistung den Mehraufwand nicht deckt.

Wenn aber beispielsweise bei klee- und kräuterreichen Pflanzenbeständen Pansenblähungen drohen, ist jetzt der vorbeugende Einsatz von Blähmitteln oder die Zufütterung von gut strukturiertem Futter angezeigt.

Die IG Weidemilch hat zum Thema Pansenblähungen eine Herbsttagung abgehalten.

Hier geht es zu den Tagungsresultaten und den Empfehlungen, wie Pansenblähungen vermieden werden können.

Bereits jetzt an das Frühjahr denken

Bereits jetzt sollten jene Flächen bestimmt werden, auf denen im nächsten Frühjahr die Weidesaison gestartet wird. Am besten eignen sich trockene, trittfeste Parzellen, die für die Weidetiere über befestigte Wege erreichbar sind. Lässt man diese Flächen ab Mitte Oktober ruhen, kann mit einem früheren Wachstumsbeginn im Folgejahr gerechnet werden. Generell gilt für alle Wiesen und Weiden, dass sie vor dem Einwintern eine minimale Grashöhe von 6 cm (Herbometer) bzw. 10 cm (Doppelmeter) aufweisen, sonst sind im Frühling grössere Ertragseinbussen zu erwarten.

Agroscope-Studie zur Graslandbewirtschaftung im Herbst und im Frühling.

Weiterhin kräftiges Graswachstum in Aussicht
Typische, nasse Herbstweidebedingungen. Kurze Besatzzeiten, Stundenweide und geschickte Nutzung der vorhandenen Infrastruktur helfen die Grasnarbe zu entlasten.