Obwohl die Schweizer Zucker AG (SZU) für den ausgefallenen Kalkofen in Frauenfeld eine solide Lösung gefunden wurde, zieht sich die Zuckerrüben-Kampagne beachtlich in die Länge. Laut Prognosen dauert diese bis Ende Februar. Grund dafür ist die verminderte Leistung in beiden Werken. So beträgt die aktuelle Verarbeitungskapazität 100 Tonnen pro Stunde statt 400.

Bedingung zum Zeitpunkt des Rodens ist zentral, nicht die Verweildauer im Boden

Aus diesem Grund sind in Süddeutschland auch noch ungefähr 600 Hektaren Rüben im Boden, weil die Kapazitäten in der Schweiz dafür fehlen, wie die SZU bestätigt. Entsprechende Rückstaus sind nun auf den Zuckerrübenfeldern zu beobachten. So wird bei den Zuckerrübenproduzenten die Besorgnis laut, dass sich durch die Temperaturschwankungen die Fäule in der Miete breit macht und die Rüben so Zucker verlören. 

Zuckerrüben-Importe Zuckerfabrik gibt Entwarnung: Die Schweizer Zuckerrüben werden prioritär verarbeitet Sonntag, 4. Januar 2026 «Die Wartezeit nimmt naturbedingt Einfluss auf die Verarbeitbarkeit der Rüben. Bei Gefrieren und Auftauen setzen biologische Prozesse ein, die zu langkettigen Kohlenhydraten, diese wiederum zu Schleimbildung und zur Verstopfung der Saftfilter in den Fabriken führen», erklärt die Schweizer Zucker AG.

Betreffend des Zuckergehalts sagt die Zucker AG: Die aktuelle Messmethode für Zucker schliesse sowohl Saccharose als auch Glukose ein, und die gemessenen Gehalte seien seit Wochen stabil. «Es sollte daher niemand zu grossem Schaden kommen», wie die Fabrik vermeldet. Die Schweizer Zucker AG ist sich der Besorgnis der Rübenpflanzerinnen und -Pflanzer bewusst und hat denn auch Untersuchungen der verbleibenden Mieten vorgenommen. 

In einem Schreiben an ihre Pro­du­zent­(in­nen) sagt die Fabrik, dass in der Folge der Verzögerungen viele Filterwechsel notwendig werden, was eine Zuckerproduktion wirtschaftlich nicht mehr sinnvoll macht. «Solche Rüben müssen anderweitig verwertet werden», heisst es weiter. Doch die Frage ist, wie?

Schweizer Zucker AG ist verpflichtet, sämtliche Rüben zu übernehmen

Die Schweizer Zucker AG gibt diesbezüglich Entwarnung: Gemäss Branchenvereinbarung sind die Vertragspartner (d.h. Pflanzer und die Schweizer Zucker AG) verpflichtet, sämtliche Rüben zu übernehmen. Ist dies infolge höherer Gewalt nicht möglich, müssen die Vertragspartner eine separate Vereinbarung erarbeiten.

Laut einem Schreiben an die Pflanzer hat sich die Interprofession Zucker dem angenommen und Folgendes beschlossen: Alle Pflanzer werden gemäss Branchenvereinbarung vergütet. 

Die Messungen der Zuckerfabriken zeigen bis heute keine Abnahme der Zuckergehalte. Bei einem Grossteil der Rübenmieten wird die Schweizer Zucker AG in Absprache mit Abfuhrorganisationen neu den Glukose-Gehalt bestimmen; teilweise vor Ort. Er ist ein bewährter Indikator für die Verarbeitbarkeit der Rüben in den Fabriken. 

Sollten Rüben anderweitig als zur ­Zuckerproduktion verwertet werden müssen, soll wie folgt vorgegangen werden: Das Rübengewicht wird gemäss der in der Rüben-«Maus» eingebauten Waage bestimmt.

Sollte die eingesetzte Maus keine Waage besitzen, werden pro Meter Rübenmiete 5 Tonnen Gewicht vergütet. Der Zuckergehalt wird wie folgt bestimmt: Durchschnitt der jeweiligen Region im Zeitraum vom 01.12.2025 bis Ende der Kampagne.

Faire Entschädigung ist vorgesehen

Abo Rückblick auf das Zuckerrübenjahr Hohe Erträge und eine geschlossene Zuckerfabrik prägen die Zuckerrübenkampagne 2025 Donnerstag, 11. Dezember 2025 Mit dieser Lösung sollen alle betroffenen Pflanzerinnen und Pflanzer fair entschädigt werden, wie die SZU ihren Produzenten und Produzentinnen versichert. Die Branche überprüfe die Situation laufend und tausche sich ständig über erforderliche Massnahmen aus. «Sollte sich die Situation so entwickeln, dass eine neue Vorgehensweise erforderlich wird, werden Sie entsprechend rechtzeitig informiert».